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Jungbauern in Kempten Wettkampf der Azubis

In Kempten tönten Kettensägen, Traktormotoren und muhende Kühe um die Wette: 51 Jungbauern, Forst- und Hauswirtschaftsazubis kämpften um den Landessieg in ihren Berufen. Jedes Detail war wichtig.

Stand: 20.04.2017

Landwirtschaftliche Azubis im Wettstreit | Bild: BR

Drei Kühe muss Fabian Zohn unter die Lupe nehmen, er geht um sie herum, vergleicht ihre Statur, ihre Beine und natürlich ihre Euter.

Tierwirt-Azubi Fabin Zohn

Ein Prüfer schaut ihm dabei zu und macht Notizen. Die Familie des 18-Jährigen Jungbauers hat einen Michbetrieb bei Ochsenfurt in Unterfranken, deshalb fehlt es ihm nicht an Fachwissen.

Für Thomas und Johannes aus der Oberpfalz steht eine Transportfahrt an. Sie müssen den Traktor und den Anhänger zunächst auf Fahrsicherheit prüfen. Dann müssen sie das Gespann durch Hütchen manövrieren und mit verschiedenen Anhängern zusammen und auseinander kuppeln.

Prüfung mit dem Traktor

Wieder schaut ein Bewerter zu, aber mit wohlwollendem Blick, so Walther Pittroff, Direktor des Bauernverbands in Schwaben und Oberbayern: „Das sind keine strenge Kontrollen mit grimmig blickenden Richtern. Das sind alles Menschen, die junge Leute gerne mögen. Jeder kann ohne Druck seine beste Leistung bringen."

Auch bei den Forstwirt-Azubis ein paar Meter weiter herrscht gute Stimmung. Antonia Hegele aus Zusmarshausen muss gleich auf Zeit die Kette ihrer Kettensäge wechseln. Hinterher muss sie ihre Hände zeigen. Hat sie sich geschnitten, tut es nicht nur weh, es gibt auch Abzug bei der Bewertung. Klingt hart – Antonia bringt das aber was für ihre Ausbildung: „Das ist wie eine Prüfungs-Simulation. Man muss ja gerade absägen können und der Baum muss auch richtig fallen. Es ist schon eine richtige Übung."

"Eher gut getrunken"

Bewerter Wolfgang Zinnecker hat die Stoppuhr gezückt

Zwischen den einzelnen Wettbewerbsstationen tratscht sie mit den anderen Forstwirten. Schlecht geschlafen vor Aufregung vor dem Wettbewerb hat hier keiner. Eher gut getrunken“, sagt einer von Antonias Mitstreitern. Verkatert ist immerhin keiner und dass sie Spaß zusammen haben, das zeichnet sie sogar aus, sagt einer Ludwig Geitner, ein Prüfer der Forstwirte: „Sie sind nicht nur in der Arbeit gut. Sie verstehen auch zu feiern und zu lachen. Und wenn beides zusammenkommt – Lebensfreude und gute Arbeit – dann passt das."

Aus mehr als 2.000 bayerischen Nachwuchskräften haben sich die Landes-Finalisten bei Vorentscheiden qualifiziert. Die Sieger des Landesentscheids beim Berufswettbewerb der Deutschen Landjugend stehen inzwischen fest: Im Bereich Landwirtschaft siegte Thomas Fleischmann aus Markt Erlbach in Mittelfranken. Den Landwirtschafts-Teamwettbewerb gewannen Axel Roth aus Coburg in Oberfranken und Felix Wachsmann aus Großheirath in Oberfranken. In der Hauswirtschaft siegte Regina Lindlmeier aus Heldenstein in Oberbayern, in der Forstwirtschaft Peter Männer aus Kelheim in Niederbayern. Die Siegerinnen und Sieger werden die bayerische Land-, Forst- und Hauswirtschaft beim Bundesentscheid vom 12. bis 16. Juni in Mecklenburg-Vorpommern vertreten.


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