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Grundschule in Neu-Ulm Ermittlungen wegen islamistischer Hetze eingestellt

Nach aufschreckenden Parolen von Schülern an einer Neu-Ulmer Grundschule hatte die Kripo Neu-Ulm wegen Volksverhetzung ermittelt. Die Schüler selbst sind nicht strafmündig. Wer sie angestachelt hatte, bleibt ungewiss.

Stand: 07.10.2015

Der Eingang der Grundschule Neu-Ulm | Bild: Jasmin Künzel/BR

Im Unterricht hatten die Schüler über die islamistischen Anschläge in Paris und über Weltreligionen diskutiert. Dabei sollen Sätze gefallen sein wie: "Christen muss man töten. Die Toten von Charlie Hebdo haben das doch verdient. Man kommt in die Hölle, wenn man das Kreuz der Christen anschaut oder malt." Die Lehrer an der Schule reagierten mit Entsetzen, sammelten aber die Aussagen der neun und zehn Jahre alten Schüler und informierten die Schulleitung.

Staatsanwaltschaft findet keinen Verantwortlichen

Die leitende Memminger Oberstaatsanwältin Renate Thanner erklärte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk, sie gehe bei Kindern im Grundschulalter davon aus, dass sie die Aussagen nicht selbst erfunden hätten. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft, wurden die Kinder instrumentalisiert. Einen oder mehrere Verantwortliche konnte sie aber nicht ermitteln.

Nach möglichen Urhebern der Parolen suchte die Staatsanwaltschaft unter anderem im Umfeld der muslimischen Gemeinde der Moschee im Neu-Ulmer Stadtteil Schwaighofen – ohne Ergebnis. Die Gemeinde wies Vorwürfe gegen sich zurück und betont, den respektvollen Umgang mit andersgläubigen Menschen zu predigen.


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