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Zustimmung des Landtags Gegner enttäuscht über Ja zur Skischaukel am Riedberger Horn

Mit einer Mahnwache vor dem Sonthofener Landratsamt hat die Bürgerinitiative "Freundeskreis Riedberger Horn" auf die Änderung des Landesentwicklungsplans reagiert. Der Landtag hatte zuvor den Weg für den Bau einer Skischaukel am Riedberger Horn freigemacht. Der Freundeskreis will weiter gegen das Projekt kämpfen.

Von: Alex Brutscher

Stand: 09.11.2017

Mahnwache gegen das Ja des Landtags zum Bau der Skischaukel am Riedberger Horn am 9.11.2017 in Sonthofen | Bild: Martin Simon

Der Sprecher des Freundeskreises, Martin Simon, zeigte sich tief enttäuscht über diese folgenschwere Entscheidung des Landtags, die mit der Mehrheit der CSU fiel: "Obwohl gerade die Allgäuer Bürger sich in diesem Sommer zu Tausenden gegen die Alpenplanänderung ausgesprochen haben, wurde die Entscheidung über unsere Köpfe hinweg getroffen", schreibt Simon in einer Pressemitteilung. Auch das vor Kurzem stattgefundene Gespräch des Freundeskreises mit Ministerpräsident Seehofer in der Staatskanzlei hatte den Beschluss nicht mehr aufhalten können.

Freundeskreis nimmt Sonthofener CSU-Landrat in die Pflicht

Simon betont, dass mit dem Ja des Landtags der Skischaukelbau keineswegs gesichert sei. Der Ball zur Erteilung der endgültigen Baugenehmigung liege jetzt beim Landratsamt Oberallgäu und seinem Landrat Anton Klotz (CSU). "Wir erwarten von Landrat Klotz, dass er nach Recht und Gesetz entscheidet", so Simon. Vor allem die Belange des Artenschutzes und die Georisiken seien dabei intensiv zu berücksichtigen.

Mahnwache vor dem Landratsamt

Dass der Freundeskreis die Entscheidungen des Landratsamtes Oberallgäu genau beobachten werde, machte er im Rahmen einer kurzfristig organisierten Mahnwache am frühen Nachmittag deutlich. Mitglieder des Freundeskreises postierten sich vor dem Landratsamt in Sonthofen und forderten, keine Baugenehmigung für die Liftverbindung zu erteilen.

"Der Widerstand gegen die Skischaukel geht jetzt im Allgäu knapp ein Jahr vor der bayerischen Landtagswahl in die entscheidende Phase."

Martin Simon, Sprecher des Freundeskreises Riedberger Horn

Weiteres Vorgehen bei Treffen beraten

Der Sprecher des Freundeskreises, der laut eigenen Angaben über 2.500 Allgäuer Bürger vertritt, lädt alle Interessierten für kommenden Montag, 13. November, um 19 Uhr in den alten Bahnhof nach Martinszell-Oberdorf ein, um über die nächsten Schritte zu beraten.


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Mustermann, Freitag, 10.November, 21:49 Uhr

11. Neue Skischaukel ...

... schafft Arbeitsplätze für Einheimische! Hahaha, der Witz ist gut!

Konrad Bauer, Freitag, 10.November, 14:24 Uhr

10. Alpenplan bewahren - CSU Irrsinn am Riedberger Horn stoppen

Ich bin kein Einheimischer, aber mache mit meiner Familie gerne Urlaub und dies fast ausnahmslos in regional nahegelegenen Orten mit intakter, reizvoller Landschaft, und Orten mit autentischem Charakter. Ich stimme ohne Vorbehalte dem berechtigten Anliegen der einheim. Bewohnerschaft nach Erhaltung und stetiger Verbesserung der wirtschaftlichen Lebensbedingungen zu. Ich bin aber klar der Meinung daß sich diese sicher nicht durch den Bau einer weiteren Liftanlage in einem bisher vorbildlich geschütztem alpinen Bereich verbessern werden. Ich kann mir nicht vorstellen, daß Besucher auf der Suche nach Ski-Ballermann/Skizirkus zu den Hörnerdörfern reisen. Das Thema beherrschen können die Tiroler "besser". Ein naturnahes, nachhaltiges Konzept, welches die Hörnerdörfer ja bisher vorbildlich verfolgt haben ist doch viel erfolgversprechender!
Es ist interessant wie skrupellos die CSU zur Durchsetzung von Einzelinteressen gut bewährte internationale Übereinkommen (Alpenplan) über Bord wirft.

  • Antwort von Miez, Freitag, 10.November, 16:59 Uhr

    Da bin ich ganz bei Ihnen.Bei dem Projekt dritter Nationalpark ist es nicht anders.Eine politische Entscheidung.
    Die Natur hat damit am wenigstens zu tun. Doch es wird das Feigenblatt für diese Entscheidung.

Mr. Ed, Freitag, 10.November, 10:40 Uhr

9. Vettern - und Spezl - Wirtschaft

Obermaißelstein's Bürgermeister und vier der Gemeinderäte haben nun auf diesem Wege ihre eigene beschlossene Gemeindeordnung außer Kraft gesetzt indem sich Söder und Freunde in München der Angelegenheit angenommen haben. Denn genau diese Bestimmung sollte nämlich eine Vettern - und Spezl - Wirtschaft verhindern. So wurde das Rechtsgutachten von Professor Manssen ausgehebelt. Ludwig Hartmann Chef der Grünen im Landtag geht sogar noch einen Schritt weiter und stellt das ganze Projet insgesamt unter Korruptionsverdacht was ich ihm nicht verdenken kann. So viel zur Vettern - und Spezl - Wirtschaft in Bayern.

Peterle, Freitag, 10.November, 09:22 Uhr

8. Ach ja, die Empörungswelle

Lassen wir doch mal die Kirche im Dorf. Auch wenn jetzt manche die Entscheidung des Landtags zum Für oder Wider für den Naturschutz in Bayern hochstilisieren. Es geht um einen Skilift in einer Landschaft, die zu 100 Prozent Kulturlandschaft ist. Um 80 Hektar Fläche, die schon jetzt im Winter täglich von Skitourengängern zerpflügt wird. Es geht nicht um das Ende des Alpenplans, nicht um eine Abschaffung des Naturschutzes, nicht ums Zubetonieren fußballgroßer Felder. Es geht nicht um einen "Dammbruch" sondern darum, wie man unsere Alpen weiter lebenswert hält. Und dazu gehört auch ein Nebeneinander von Naturschutz und Lebens-/Erwerbsmöglichkeiten. Glauben Sie, die Bürger von Balderschwang haben sich die Entscheidung leicht gemacht?

Man muss sich schon fragen, ob die vielen "Gegner" - auch hier in den Kommentaren - die Lage vor Ort überhaupt kennen. Hauptsache, man kann sich empören und schön schwarz-weiß malen. Schattierungen im Diskurs ausgeschlossen.

  • Antwort von Didier, Freitag, 10.November, 10:22 Uhr

    Also ich kenne das Gebiet um die Hörnergruppe. Es gibt etliche Schutzgebiete. Eintreten zur falschen Zeit ist mit empfindlichen Strafen belegt. Für mich ist schon das jetzige Skigelände deplatziert. Und ja, ich glaube, die haben sich das zu leicht gemacht. In solchen csu-Dörfern gibt es meine Mischung aus Gruppenzwang, haben wir schon immer gewählt, schenkelklopfendes mir san mir, schulrüpelhafte Suche nach Andersdenkenden und vor allem viel Gedankenlosigkeit und noch mehr, von interessierter Seite geschürt, Angst vor dem bösen wirtschaftlichen Abstieg.
    Das Gegenteil wäre der Fall: Je naturnaher, desto besser könnte die Qualität sowohl für Touristen als auch Einheimnische sein. Stattdessen schielt ein Winzling zum Golitah nach Tirol. Den Riedberger csu Füchsen werden am Ende die Trauben aber viel zu hoch hängen.
    Ist eine tolle Sennerei-Gegend, wunderschönes Wandergebiet, gute Verbindung nach Vorarlberg, da könnte man qualitativ mehr draus machen als den ollen Skizirkus.

  • Antwort von Hans Frieder Leistner, Freitag, 10.November, 10:42 Uhr

    Ja, ja, Peterle. Das sind alles Leute, die diese Gegend genau kennen. Sicher kann da mancher Experte auch verraten wo er seine leere Aludose oder sonstigen Abfall deponiert hat. Oder haben die Leute Angst, daß man ihren Abfall auf der "zubetonierten" Natur sofort auffällt?

  • Antwort von Ill, Freitag, 10.November, 15:07 Uhr

    Isch scho guat.
    Macht was ihr wollt am Riedbergpass. Ich werde mir andere schöne Gegenden suchen. Ich hab Euch den Betreibern und Gasthöfen leider schon viel zu viel Geld hingetragen. LEIDER. Und jetzt finanziert ihr mit den Einnahmen ein irrsinniges Projekt. DAS WARS für mich.
    Bei Fischen gehört ein riesen Schild aufgestellt, das jeden der in Euer Tal reinfährt erinnert was für eine sauerei er mit seinem Geld da Unterstützt und diejenigen denen das Projekt gefällt können ja weiterhin nach Balderschwang oder Grasgehren fahren.
    Ich hoffe dass einige mehr und ich hoffe es sind viele die so denken wie ich und bei Fischen nicht mehr Rechts abbiegen sondern woanders hinfahren.
    Dann haben die Einheimischen Ihre TOLLE Schaukel für sich allein.
    Einen Funken Hoffnung, habe ich noch an die Deutsche Gerichtsbarkeit die das Projekt noch stoppt oder solang hinauszögert bis sowieso kein Schnee mehr in diesen Höhen fällt.

gerlinde gum, Freitag, 10.November, 08:31 Uhr

7. Alpenplan - Riedberger Horn

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin sehr enttäuscht über unsere bayerischen Abgeordneten und deren Entscheidung. Dies ist eine Entscheidung gegen die Natur und gegen die Zukunft. Ich werde für mich persönlich die Konsequenz bei der nächsten Wahl ziehen. Diese Entscheidung, sollte es zu einem Ausbau kommen ist eine Katastrophe.
Viele Grüße
Gerlinde Gum