10

Hochwasserschutz in Nordschwaben Aufwind für Flutpolder-Gegner

Auch wenn es das Bayerische Umweltministerium schon getan hat: Es gebe keinen Grund, schon jetzt private Flächen zum Bau von Flutpoldern zu sperren. Das ist eines der Ergebnisse eines neuen Gutachtens zu den geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen in den Landkreisen Donau-Ries und Dillingen.

Von: Torsten Thierbach

Stand: 23.02.2016

Protestplakate gegen die geplanten Flutpolder in den Landkreisen Donau-Ries und Dillingen | Bild: BR/Torsten Thierbach

Die Freien Wähler hatten das Gutachten bei Experten in Biberach und Würzburg in Auftrag gegeben. Am Montagabend wurde es in Schwenningen (Lkr. Dillingen) vorgestellt. Es ist die Antwort auf eine Studie der TU München: Diese hatte in beiden Landkreisen Standorte für Flutpolder ausgewiesen. Das Bayerische Umweltministerium hat darauf hin den betroffenen Landwirten verboten, diese Flächen zu bebauen.

Gutachterin: Umweltministerium handelt vorschnell

Aus Sicht von Sarah Schumann von der Hochschule Biberach hat das Ministerium die vorläufige Sicherung der kompletten Flächen "viel zu früh" ausgesprochen. Selbst die Experten sagten, dass man der TU-Studie nicht so viel Beachtung schenken sollte, "weil nur grob geprüft wurde: Wo sind Flächen zur Verfügung? Und wie wirkt sich das am Ende aus? Aber genau im Detail wurde es noch nie geprüft".

"Ich finde, man sollte die Planungen stoppen, weil einfach noch zu viele offene Fragen sind."

Sarah Schumann, Hochschule Biberbach zu den Flutpolderplänen des Umweltministeriums

Das neue Gutachten kommt unter anderem zu dem Schluss, dass die Flutpolder für eine Hochwassermenge berechnet worden seien, die es bislang noch nie gegeben habe. Außerdem seien ökologische Aspekte vernachlässigt und alternative Maßnahmen völlig außer Acht gelassen worden.

Flutpolder in Nordschwaben: Hier brandet der Widerstand

Staustufen besser managen

Unübersehbar: Hier sind Flutpolder unerwünscht!

Aus Sicht der Experten könnten zum Beispiel Rückhaltebecken an den Donau-Zuflüssen eine eintretende Hochwassersituation erheblich entschärfen. Darüber hinaus brachten die Wissenschaftler ein verbessertes Staustufenmanagement, das die Wassermassen effektiver regulieren könnte, ins Spiel. So könne es gelingen, "den einen oder anderen Polder an der Donau überflüssig zu machen", sagte Dr. Holger Mainardy. Der Würzburger ist beratender Geoingenieur.

"Wir müssen den Hochwasserschutz an den Flüssen beginnen, die von den Alpen zur Donau hinkommen."

Geoingenieur Holger Mainardy, Würzburg

In den Landkreisen Donau-Ries und Dillingen ist eine Gesamtfläche von fast 1.200 Hektar für den Bau von Flutpoldern vorgesehen. Ob und wann sie tatsächlich kommen, steht noch nicht fest.

"Die Hoffnung ist natürlich, das wir mit diesem wissenschaftlichen Gutachten auch Beweis führen können, dass es Alternativen gibt - und vor allen Dingen auch Beweis führen können, dass die Studie der TU München-Weihenstephan relativ seicht aufgesetzt ist. Sie vernachlässigt völlig die kleineren Zuflüsse zur Donau."

Johann Häusler, Landtagsabgeordneter der Freien Wähler

Sendungsinfo

Alle Regionen

Regionen Bayerns Region Unterfranken auswählen Region Mittelfranken auswählen Region Oberfranken auswählen Region Oberpfalz auswählen Region Niederbayern auswählen Region Oberbayern auswählen Region Schwaben auswählen

10