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Festspielhaus Füssen Insolvenzverwalter wehrt sich gegen Vorwürfe

Wenige Tage nach dem Verkauf des Füssener Festspielhauses an ein Investorenteam werden schwere Vorwürfe gegen Insolvenzverwalter Marco Liebler erhoben. Doch der wehrt sich.

Stand: 29.11.2016

Premiere des Ludwig2 Musicals im Festspielhaus Füssen | Bild: BR/Rupert Waldmüller

Die Ludwigs Grundbesitz GmbH ist die neue Besitzerin des Festspielhauses in Füssen. Voraussichtlich im März soll der Spielbetrieb im geretteten Festspielhaus Füssen wieder aufgenommen werden. 

Jetzt gibt es Kritik. Er habe erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit und ordentlichen Abwicklung des gesamten Insolvenz- und Verkaufsvorgangs, sagte Frieder Löhrer, Vorstandsvorsitzender der Lens AG mit Sitz in Dortmund dem BR.

"Wir sind überzeugt, die Gläubiger, die Stadt Füssen wie auch die gesamte Region sind in dem Insolvenz- und Verkaufsprozess über den Tisch gezogen worden."

Frieder Löhrer

Konzept beruht auf fünf Säulen

Frieder Löhrer

Die Lens AG, die Löhrer vertritt, sei schon seit dreieinhalb Jahren mit den Besitzern des Festspielhauses in Verhandlungen über eine Übernahme des Musicaltheaters gewesen und habe bereits vor der Insolvenz ein ausgefeiltes Fortführungskonzept erarbeitet.

Das Konzept beruhe auf den fünf Säulen Theater, Kunstaustellungen, Events, Gastronomie und Neubau eines Vier-Sterne-Hotels mit Wellnassanlage.

Unter Leitung eines international ausgewiesenen Produzenten und Dirigenten habe die Lens AG bereits einen Vollzeit-Spielplan bis Ende 2018 für das Festspielhaus entwickelt. Außerdem hätten seine Partner bis zu 14,1 Millionen Euro für das Musicaltheater am Forggensee geboten. Die Lens AG habe also das bessere Konzept und ein sicherlich höheres Angebot abgegeben als das Investorenteam, das nun zum Zug gekommen sei. Der Dortmunder Unternehmer ist überzeugt, dass Investor Jan Leuze seine ursprünglichen Pläne für ein Outlet-Center am Festspielhaus nun durch die Hintertür verwirklichen will.

"Es wird sicherlich kleinere Shops im Festspielhaus geben und wenn Herr Leuze realisiert, dass er nicht 'Theater' kann, wird er das ganze Haus in ein Outlet-Center umwandeln."

Frieder Löhrer

Insolvenzverwalter: "Mediales Nachtreten überrascht mich"

Der Vorstandsvorsitzender der Lens AG wirft dem Insolvenzverwalter vor, er habe die Gläubiger des Festspielhauses nicht richtig über die abgegebenen Angebote informiert. Außerdem mutmaßt er, der Insolvenzverwalter habe mit den neuen Käufern lediglich eine Absichtserklärung abgeschlossen, nicht jedoch wie am vergangenen Donnerstag verkündet einen notariellen Kaufvertrag.

Löhrer hat nach eigenen Angaben beim für die Insolvenz des Theaters zuständigen Amtsgericht Kempten Beschwerde eingelegt und die Staatsanwaltschaft Augsburg informiert. Insolvenzverwalter Marco Liebler hält die Vorwürfe indes für nicht haltbar.

"Das mediale Nachtreten der Lens AG überrascht mich nicht. Es ist nur die Fortsetzung der Erfahrungen der vergangenen fünf Monate. Dabei werden nun verstärkt Vermutungen und bewusste falsche Darstellungen gestreut."

Marco Liebler

Weder die Gläubiger noch die Stadt Füssen seien "über den Tisch" gezogen worden, so Liebler. Die Gläubiger könnten mit einer interessanten Quote rechnen und der Stadt Füssen bleibe eine Ruine erspart. Der Kaufvertrag mit der Investorengruppe sei notariell beurkundet worden und sei rechtswirksam abgeschlossen. Es bestünde hinsichtlich der Bezahlung Transaktionssicherheit.

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Francesco, Dienstag, 29.November, 15:17 Uhr

1. Das wäre ja...

... der Hammer, wenn Herr Löhrer die Wahrheit sagen würde und nicht nur ein enttäuschter 2. Sieger wäre... Jedoch würden solche linken Geschäfte durchaus in unsere Zeit passen. Also schnellstens überprüfen und ggf. rück abwickeln (falls es überhaupt etwas zum Abwickeln gibt...:-)). Und falls sich der Insolvenzverwalter tatsächlich falsch verhalten hat, wird er auch Schmiergeld bekommen haben. Dann aber ab ins Gefängnis und zwar schnell !!!