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Mordprozess gegen Rentner aus Westerheim Zeugen und überlebendes Opfer haben ausgesagt

Im Prozess gegen einen 89-Jährigen wegen Mordes an seinem Sohn und versuchten Mordes hat der Angeklagte am Dienstag erklärt, dass er nie jemanden töten wollte. Am Mittwoch wurden vor dem Landgericht Memmingen weitere Zeugen gehört.

Stand: 11.01.2017

Mordprozess Memmingen | Bild: BR/Bimmer, Doris

Der Rentner soll im Februar 2016 seinen 65-jährigen Sohn erschossen und gezielt auf den Mann einer Enkeltochter geschossen haben. Der damals 42-Jährige überlebte leicht verletzt, hatte aber mehrere Monate lang mit den psychischen Folgen zu kämpfen.

Anklage fordert "lebenslänglich"

Staatsanwaltschaft und Nebenklage fordern lebenslange Haft. Zum Prozessauftakt am Dienstag hat der Angeklagte ausgesagt, dass er nie jemanden töten wollte. Vielmehr habe er sich seit langem von dem 42-Jährigen bedroht gefühlt und wollte sich mit den beiden Schusswaffen, die er bei sich trug, absichern.
Als die Situation in der Garage - der 42-Jährige und der 65-Jährige wollten Reifen abholen - eskalierte, habe er geschossen, um den Mann seiner Enkeltochter zu vertreiben.

"Auf meinen Sohn habe ich nicht geschossen."

Angeklagter vor Gericht

Dass er seinen Sohn erschossen habe, daran könne er sich nicht mehr erinnern, so der Rentner. Er ist Mitglied im örtlichen Schützenverein, die Waffen besaß er legal.

Sechsfacher Waffenbesitzer flüchtete zunächst

Nach den Schüssen wurde nach dem Rentner gesucht

Nach der Tat fahndete die Polizei mit einem Hubschrauber nach dem Mann und konnte ihn wenig später an einem Bach in der Nähe des Tatorts festnehmen. Er hatte eine Pistole und einen Revolver dabei, die er als Sportschütze legal besaß. Insgesamt wurden bei dem Schützen sechs Waffen gefunden, so die Polizei. Es handelt sich um vier Kurz- und zwei Langwaffen.

Seit knapp elf Monaten sich der 89-Jährige in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind insgesamt sechs Verhandlungstage angesetzt, ein Urteil könnte bereits Ende Januar verkündet werden.


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