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Ärger um Gartenschänke Entsteht in Memmingen ein Treff für Neonazis?

Um eine privat betriebene Gartenschänke am Gelände des Kleingartenvereins Memmingen rumort es. Vor zwei Jahren wurde das Haus an ein Mitglied der Neonazi-Gruppe "Voice of Anger" verkauft – auch die Stadt konnte das nicht verhindern.

Stand: 16.01.2018

Blick auf das Gelände des Kleingartenvereins Memmingen über die Schulter des Vorstand Herbert Gistl. | Bild: BR/Doris Bimmer

Eigentlich wollte der Kleingartenverein selbst die Gartenschänke vor zwei Jahren kaufen, doch dafür reichte das Geld nicht. Dann griffen die Mitglieder von "Voice of Anger" das Angebot auf. Voice of Anger gilt als Skinhead-Kameradschaft, die 2002 in Memmingen gegründet wurde. Seitdem hat sich die Gruppierung innerhalb der rechtsextremistischen Szene etabliert.

Bundesgerichtshof erklärte Verkauf an Skinheads für rechtmäßig

Der Verkauf an die Voice of Anger-Gruppe gefiel daher fast niemandem in Memmingen. Zuerst gab es einen massiven Rechtsstreit zwischen den Rechten und der Stadt. Am Ende entschied der Bundesgerichtshof, und zwar gegen die Stadt.

Neonazis und die Sorge der Ausländer im Kleingartenverein

Herbert Gistl, Vorsitzender des Kleingartenvereins Memmingen

Im Kleingartenverein selbst herrschte bis zum Verkauf an die rechtsextreme Gruppierung ein relativ friedliches Miteinander, berichtet der Vorstand des Kleingartenvereins, Herbert Gistl. Verschiedene Kulturen sind in dem Verein vertreten, neben Deutschen auch russische Migranten, Türken und Italiener. Insbesondere den ausländischen Vereinsmitgliedern bereitete der neue Eigentümer Kopfzerbrechen.

"Die Unruhe kam eigentlich mit dem Verkauf des Vereinsheims. Es ging erst los mit einer Demonstration einer linken Gruppierung oder von Aktivisten. Hier war dann der Aufmarsch von Polizei sehr, sehr groß und das hat schon für Unruhe gesorgt und auch Sorgen geweckt, wie es weitergeht."

Herbert Gistl, Vorstand des Kleingartenvereins Memmingen

Unbekannte zündeten Gartenschänke an

Derzeit tut sich wenig an der Gartenschänke.

Die Sorgen waren nicht ganz unberechtigt. Allerdings kam der Ärger nicht von den Skinheads selbst. Kurz nach der Demo zündeten Unbekannte die Gartenschänke an. Die Polizei ermittelt nach wie vor wegen Brandstiftung. Als die Mitglieder von Voice of Anger dann die Hütte wieder aufbauen wollten, schob die Stadt einen Riegel vor – aus formalen Gründen.

"Es war wohl so, dass Bauarbeiten dort stattfanden, nachdem der Brandvorfall war. Das wurde uns gemeldet. Die Bauverwaltung war dann dort und hat die Verantwortlichen darauf aufmerksam gemacht, dass sie zunächst einen Bauantrag stellen müssen. Jetzt muss der Eigentümer halt den Bauantrag stellen und dann wird man sehen, ob das genehmigungsfähig ist. Aber wenn das im ursprünglichen Bereich bleibt, ist das ein eher formales Hindernis."

Thomas Schuhmaier, Leiter des Ordnungsamtes

Neonazis im Kleingartenverein kaum bemerkt

Bislang lässt der Bauantrag auf sich warten. Die Hütte am Rand der Kleingartenanlage scheint verlassen, eine Plane auf dem Dach hält den Regen ab. Den Hobbygärtnern ist der Stillstand nur Recht. Wenn es nach Herbert Gistl geht, könnte die Situation gerne so bleiben.

"Wir haben von diesen neuen Pächtern und dieser Gruppierung überhaupt nicht viel gemerkt. Die sind eigentlich nicht aufgefallen. Es ist also vollkommen Ruhe."

Herbert Gistl, Vorstand des Kleingartenvereins Memmingen


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Leo Bronstein, Dienstag, 16.Januar, 12:58 Uhr

11. Nicht meine Welt

Ich mag die Art v. Musik, d. d. hören nicht.
Ich mag den Text der Musik, den diese Leute hören überhaupt nicht.

Ich mag Tätowierungen (bis auf einige, ganz bestimmte Ausnahmen) nicht.
Ich mag die Art der Tätowierungen, die diese Leute haben, mit den Inhalten und den verwendeten Zeichen und Symbolen, überhaupt nicht.

Ich möchte ein demokratisches und sehr konservatives Deutschland
Ich will jedoch unter keinen Umständen ein Deutschland, wie die Leute es sich offenkundig vorstellen.

Ich will ein Deutschland, dass noch viel stärker, als bisher, mit den anderen Staaten Europas in Frieden zusammen arbeitet.
Ich will jedoch kein Deutschland, dass in einem europäischen Superstaat mit Namen EU aufgelöst wird.

Und ich sehe keinen Grund, nur weil politisch Linke diese Leute nicht mögen, diese Leute ("Voice of Anger") in einer Art Beißreflex zu verteidigen.

Truderinger, Dienstag, 16.Januar, 12:50 Uhr

10.

Die Verharmloser der Nazis sind genau diejenigen, die später mal wieder all das ja gar nicht gewusst und gewollt haben!

  • Antwort von Schorsch, Dienstag, 16.Januar, 12:54 Uhr

    Die Verharmloser des Merkel-Regimes sind genau diejenigen, die später mal wieder all das ja gar nicht gewusst und gewollt haben!

  • Antwort von Truderinger-Bewunderer, Dienstag, 16.Januar, 12:56 Uhr

    Ja, lieber Truderinger! Ich würde den Kartoffeln in diesen Schrebergärten nicht trauen, die sind braun!

Alois , Dienstag, 16.Januar, 12:23 Uhr

9. Die Islamisten und IS-Rückkehrer sind viel gefährlicher als ein paar Bierfreunde

Die Islamisten und IS-Rückkehrer sind viel gefährlicher als ein paar Bierfreunde mit Nazigruß.

  • Antwort von Truderinger, Dienstag, 16.Januar, 12:49 Uhr

    Eben! Wann waren Nazis jemals gefährlich? Islamisten haben den 2. Weltkrieg und den Holocaust zu verantworten!

  • Antwort von Andreas, Dienstag, 16.Januar, 12:51 Uhr

    "Bierfreunde mit Naszigruß" - so ging das um 1923 schon mal los. Und bekanntermaßen ganz harmlos aus ...

  • Antwort von Abi2015, Dienstag, 16.Januar, 12:56 Uhr

    woher wissen Sie das? Bisher wurden in Deutschland viel mehr Menschen durch Rechtsextremismus, als durch Islamismus getötet?
    Also nicht die einen Gefährder durch andere Gefährder ralativieren! Aber das ist momentan anscheinend leider so üblich bei unseren rechts gesinnten Menschen.

Dieter, Dienstag, 16.Januar, 12:20 Uhr

8. Neonazi

Jetzt gibt es eine neue Partei, Alternative für Deutschland nennt sie sich, die offenbar mehr Leute anspricht, als es sein darf. Also ab in die rechte Ecke. Besonders beeindruckt hat uns Stern.de, das die braune Gefahr so schilderte: „Auf dem Parteitag wird die Deutschtümelei offen zur Schau gestellt. Ein Mitglied trägt eine Deutschland-Schärpe, ein anderer Lederhosen. Beim Jubel wird eine Deutschlandfahne geschwenkt.“ Aber hallo! Lederhosen! Das riecht ja geradezu nach Obersalzberg. Genau übrigens wie das Münchner Oktoberfest, auf dem über sieben Millionen Besucher sich dieses Nazi-Symbol zu eigen machen. Wenn die alle AfD wählen, na dann gute Nacht.

M.f.G.

  • Antwort von Andreas, Dienstag, 16.Januar, 12:47 Uhr

    Dass Sie hier an jeder passenden und unpassenden Stelle Werbung für Ihre Lieblingspartei machen, gehört wohl zum Grundrauschen im Netz. Dass Sie das ausgerechnet unter einem Beitrag über Neonazis tun, gibt allerdings zu denken.

  • Antwort von Truderinger, Dienstag, 16.Januar, 12:48 Uhr

    Ja, Dieter, aber genau so ist es und wenn man nicht mit Scheuklappen durch die AfD-Welt geistert, erkennt man das auch ganz deutlich. Nicht an Trachten und nicht an Schärpen, sondern an rassistichen und nationalistischen Botschaften!

Oliver M., Dienstag, 16.Januar, 12:11 Uhr

7.

Lasst sie doch! Das weitaus größere Problem ist der von den etablierten Parteien bereitete Nährboden, auf dem deren Saat aufgehen kann!!! Gilt im übrigen nicht nur hier! Nährboden ist bspw.:
- Zuwanderung ohne Hirn und Verstand,
- Ignorieren von Ängsten, Sorgen und Bedürfnissen von Menschen,
- soziale Schieflage in diversen Bereichen,
- Zweiklassengesellschaft in diversen Bereichen,
- ...
Wer unzufrieden ist, läuft schnell mal vermeintlichen Heilsversprechern hinterher ...

  • Antwort von Truderinger, Dienstag, 16.Januar, 12:20 Uhr

    "Heil"sverprecher! Schön formuliert!;-)

  • Antwort von bruno, Dienstag, 16.Januar, 12:22 Uhr

    Nein lasst sie nicht, da von diesen Menschen potenzielle Gewalt ausgeht!
    Die handeln nämlich ohne Hirn und Verstand und dafür gibt es keine Entschuldigungen,
    egal welche Lebenssituationen sich ergeben haben oder wie meistens sogar selbst verschuldet wurden.

    Also lassen Sie bitte dieses ständige relativieren von Rechtsextremismus!