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Eiskanal in Augsburg Kanusport unter Denkmalschutz

Vor über 40 Jahren wurde der alte Eiskanal in Augsburg zur Wildwasseranlage für Kanuten umgebaut. Noch heute dient die Olympiastrecke als Vorbild für neue Slalomstrecken. Deshalb soll das Bauwerk jetzt unter Denkmalschutz gestellt werden. Doch dagegen regt sich Widerstand.

Von: Annemarie Ruf

Stand: 12.01.2017

Für die Kanuslalom-Wettbewerbe der Olympischen Sommerspiele 1972 wurde das Areal am Eiskanal umgebaut und noch heute gilt die Strecke als wegweisend. Und deshalb hat jetzt der Denkmalschutz ein Auge auf den Eiskanal geworfen. Das Landesamt für Denkmalpflege prüft derzeit, ob Teile der Anlage in die Liste der denkmalgeschützten Bauwerke Bayerns aufgenommen werden.

Fehlende Weiterentwicklungsmöglichkeiten

Hans-Peter Pleitner, Marianne Stenglein und Alexander Grimm (v. l.) stellen sich gemeinsam mit der Eiskanal Allianz gegen den Denkmalschutz.

Für Hans-Peter Pleitner kommt eine Aufnahme in den Denkmalschutz nicht in Frage. Er vertritt die Eiskanal Allianz, einen Zusammenschluss aller Nutzer der Sportanlagen.

"Denkmalschutz und eine aktive, lebendige Sportstätte widersprechen sich eigentlich, weil dadurch sämtliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten verhindert werden."

Hans-Peter Pleitner, Sprecher der Eiskanal Allianz

Fakten zum Eiskanal

Mehr als 300 Meter misst die Olympiastrecke am Lech. Sie hat eigene Kehrwässer, Walzen und Schnellen. Die Betonhindernisse im Wasser tragen Namen wie "Zuckerhut" oder "Moby Dick". 1972 war der Eiskanal die erste künstliche Wildwasserstrecke Deutschlands. Seitdem wurden dort unzählige Weltcups , Europameisterschaften und Großveranstaltungen in der Wildwasserabfahrt, im Rodeo und Rafting ausgetragen. Die "Mutter aller künstlichen Kanuslalomstrecken" hat Platz für 24.000 Zuschauer und ist auf der ganzen Welt nachgebaut worden.

Nach einer Begehung erfolgt die Gesamtbeurteilung

Das Landesamt für Denkmalschutz möchte gleich mehrere Teile der Anlage in den Denkmalschutz aufnehmen: die Kanustrecke, die Gaststätte, die Presse- und Organisationsgebäude, die Start- und Zielgebäude, die Brücken und die Zuschauer-Ränge. Eine Entscheidung fällt laut Walter Irlinger vom Landesamt aber erst, wenn alles abgeklärt ist.

"Und dann erfolgt – was uns sehr wichtig ist – eine vollständige Begehung zusammen mit der Unteren Denkmalschutzbehörde und natürlich dem Eigentümer. Und daraus erfolgt dann die abschließende Gesamtbeurteilung."

Walter Irlinger, Landesamt für Denkmalschutz

Eiskanal Allianz will die Öffentlichkeit erreichen

Auch der Start in den Eiskanal soll unter Denkmalschutz gestellt werden.

Generalkonservator Mathias Pfeil hat bereits versichert, dass man keine Musealisierung des Eiskanals im Blick habe. Doch Allianz-Sprecher Pleitner ist skeptisch und will die Zeit nutzen.

"Wir versuchen, die Öffentlichkeit zu erreichen. Wir versuchen, die Politik zu erreichen. Wir versuchen, die Stadt Augsburg als Eigentümer dieser Strecke zu erreichen, um einfach hier Überzeugungsarbeit zu leisten und unsere Position zu Gehör zu bringen."

Hans-Peter Pleitner, Sprecher der Eiskanal Allianz

Olympiasieger fürchten um ihre Trainingsstrecke

Unterstützung bekommt er dabei auch von Olympiasiegern wie Elisabeth Micheler-Jones und Alexander Grimm. Sie fürchten um ihr Training und die Wettbewerbe. Ein Eiskanal unter Denkmalschutz, das funktioniert nicht, warnt Grimm.

"Für uns ist natürlich wichtig, dass wir hier auch an Wettkämpfen teilnehmen können. Da muss der Veranstalter immer relativ flexibel sein und die Anforderungen des Internationalen Kanu-Verbands erfüllen und wenn dann die Strecke unter Denkmalschutz steht gibt es wieder Probleme und auch Probleme für die Sportler, die dann nicht an den Wettkämpfen teilnehmen können."

Olympiasieger Alexander Grimm


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Manuela Lehmann, Freitag, 13.Januar, 07:37 Uhr

4. Kanustrecke Augsburg

Ich wohne in Augsburg und ich glaub es gibt mehr in Augsburg, das älter wie 40 Jahre ist und unter Denkmalschutz gestellt werden sollte..... Irgendwann wird die Stadt die Anlage abreissen und dann.....

Tachelesredner, Donnerstag, 12.Januar, 21:52 Uhr

3. Ick kieke, staune, wunder mir!

Wenn auch nicht zum Thema: Ich habe laut aufgelacht, als ich las, dass ein 22jähriger(!) Schüler auf einen Hausmeister geschossen hat. Merkt ihr eigentlich selbst gar nicht, was in diesem Land los ist? 22jährige Schüler? Das kann nicht mehr lange gut gehen...

  • Antwort von The Wonderer, Freitag, 13.Januar, 07:27 Uhr

    Ick kieke, staune und wunder mir och! Dass hierzulande jeder seinen Senf ohne Nachzudenken bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit rausposaunt! Einem SCHÜLER würde man hier Themaverfehlung unter den Aufsatz schreiben! DAS kann nicht mehr lange gut gehen ..... und dann sagt man noch:"Erst kiekst, dann schnackst!"

Moorgeist, Donnerstag, 12.Januar, 13:06 Uhr

2. Erhalten ja Denkmalschutz nein

Der Eiskanal stellt für mich seit vielen Jahren einen wichtigen Punkt in meinem Leben dar. Ich bin Rettungsschwimmer bei der DLRG und habe die Strecke von der Ableitung am Hochablass bis zur Einmündung in den Lech unzählige Male im Rahmen von Rettungsübungen und Diensten bei Wettkämpfen durchschwommen.
Die Strecke ist zwar nicht einmalig, selbst in Zwickau steht ein Kopie unserer Strecke. Sie sollte aber in ihrer gesamten Funktion erhalten werden. Wenn diese Strecke denkmalgeschütz wird, dann fürchte ich, dass sich die weltweite Kanuelite nicht mhr in Augsburg treffen kann. Vielen Augsburgern ist es egal, sie interessieren sich nur für FCA und AEV. Dass Augsburg im Kanusport weltweit an forderster Front spielt wissen sie nicht. Ein denkmal geschützter Eiskanal ändert daran aber auch nichts.
Also erhalten ja bitte, denkmal schützen nein danke. Die Bevölkerung muss dafür mehr Herzblut für dieses Areal entwickeln.

pro Kanusport, Donnerstag, 12.Januar, 11:53 Uhr

1. Eiskanal Augsburg

Auf keinen Fall darf der Eiskanal unter Denkmalschutz gestellt werden.
Wenn ja, wird auf kurz oder lang der Trainings und Wettkampfsport eingestellt werden, da er nicht mehr den dann
notwendigen Anforderungen entspricht und nur noch Kosten verursacht