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Hauptrolle im Kino Aus Kaufbeuren auf die große Leinwand

Einmal in einem echten Kinofilm mitspielen, an der Seite von bekannten Schauspielern, das ist der Traum vieler Mädchen. Für Lilly Wiedemann ist er wahr geworden – sie ist jetzt im Film "Einsamkeit und Sex und Mitleid" zu sehen.

Von: Rupert Waldmüller

Stand: 20.04.2017

Lilly Wiedemann, 14 Jahre aus Kaufbeuren, spielt eine der jugendlichen Hauptrollen in "Einsamkeit und Sex und Mitleid", dem neuen Film von Regisseur Lars Montag. Die provokante Komödie über Liebe und Einsamkeit in der Großstadt ist dreimal für den Deutschen Filmpreis nominiert. Heute (20.04.17) feiert der Film in Berlin Premiere.

Keine Scheu vor bekannten Schauspielern

Szene aus "Einsamkeit und Sex und Mitleid"

Im Film spielt Lilly Wiedemann Swentja – ein abgebrühtes, durchtriebenes und vor allem pubertierendes Mädchen. Im echten Leben geht Lilly in die achte Klasse des Kaufbeurer Mariengymnasiums und ist begeisterte Hobby-Schauspielerin. Auf der großen Leinwand ist sie jetzt neben bekannten Film- und Fernsehgesichtern wie Bernhard Schütz, Jan Henrik Stahlberg, Friederike Kempter und Rainer Bock zu sehen. Doch die Vierzehnjährige nahm es von Anfang an gelassen.

"Also die meisten kannte ich jetzt nicht so. Deswegen: Es ist schön mit denen zu spielen, weil es gute Schauspieler sind. Das hat sehr gut funktioniert."

Lilly Wiedemann

Der Zufall brachte sie ins Kino

Zu ihrem Engagement beim Film gebracht hat Lilly Wiedemann eigentlich der Zufall. Im letzten Kluftinger-Film hatte sie eine Nebenrolle. Klein zwar, doch durch diesen Part wurde Regisseur Lars Montag auf sie aufmerksam. Er lud sie zum Casting ein und ab dann war Lilly auch Swentja.

"Meine Freundinnen sind fast mehr ausgeflippt als ich. Das ist sehr überwältigend und unbeschreiblich da so riesig zu sein auf so einer Leinwand - aber sehr schön."

Lilly Wiedemann

Dreh in Leipzig, Halle und Stralsund

Lilly Wiedemann mit ihren Schauspiel-Kollegen.


Vierzehn Drehtage in Leipzig, Halle und Stralsund hat Lilly im letzten Jahr absolviert. Dieser Ausflug ins große Filmgeschäft hat ihr aber auch gezeigt, dass ihr Traumjob Schauspielerin ein Knochenjob sein kann.

"Das hat total Spaß gemacht und war total anstrengend. Besonders wenn man solche Szenen zehn Mal drehen muss. Ich habe es schon gemerkt, wenn ich nach so einem Drehtag ins Hotel gekommen bin, dass ich ziemlich fertig war."

Lilly Wiedemann

Bei den Dreharbeiten immer mit dabei war Mutter Roswitha Martin-Wiedemann. Sie ist auch heute noch begeistert, dass ihr Kind auf der großen Kinoleinwand zu sehen ist.

"Wir waren im Vorfeld schon total gespannt und haben absolut mitgefiebert. Und wir haben uns dann super gefreut. Denn wem passiert so was fast aus dem Nichts?"

Mutter Roswitha Martin-Wiedemann

Premiere in Berlin

Doch trotz der großen Freude bleibt Lilly erst Mal realistisch.

"Das ist eigentlich mein Traum, Schauspielerin zu werden. Und dadurch, dass ich in dem Film mitgespielt habe, ist das schon ein wahnsinniger Fortschritt. Aber ich denke mal, der ganze Traum ist in Erfüllung, wenn ich davon leben kann."

Lilly Wiedemann

Bei der Premiere des Films in Berlin ist nun die ganze Familie Wiedemann dabei. Zum ersten Mal sehen "Einsamkeit und Sex und Mitleid" dann auch Vater und Bruder von Lilly. Und ab dem 4. Mai können in ganz Deutschland die Zuschauer Lilly Wiedemann alias Swentja Pfennig im Kino sehen.

Über den Film




"Einsamkeit und Sex und Mitleid" ist eine provokante Komödie über die Schwierigkeiten, eine glückliche Beziehung zu leben. Ein Schuhdiebstahl im ICE bildet den Auftakt eines wilden Kaleidoskops von Beziehungen und Abhängigkeiten zwischen unterschiedlichsten Großstadtmenschen, die lustvoll wie in einem Spinnennetz zappeln.

  • BR-Korrespondent Rupert Waldmüller | Bild: BR Rupert Waldmüller

    Rupert Waldmüller ist seit 2008 BR-Korrespondent im Allgäu. Schwerpunkte sind der Landkreis Ostallgäu, Kaufbeuren und Kempten.


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