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Regionale Eier gefragt Öko-Produzenten profitieren vom Skandal

Die Hofläden in Augsburg und Nordschwaben verzeichnen deutlich mehr Nachfrage nach regional erzeugten Eiern. Die Kundschaft, berichten die Produzenten, wollten angesichts des Fipronil-Skandals genau wissen, wie die Hühner gehalten und unter welchen Bedingungen die Eier produziert werden.

Stand: 11.08.2017

Hühner | Bild: picture-alliance/dpa

In seinem Laden sei "deutlich mehr Kundschaft als sonst", sagt Thomas Paletta vom Bachbauernhof-Laden in Augsburg-Göggingen.

"Viele wollen auch wissen, wie bei uns die Eier erzeugt und die Hühner gehalten werden."

Thomas Paletta, Bachbauernhof-Laden Augsburg

Der Bachbauernhof unterhält neben dem Gögginger Laden noch eine Verkaufsstelle im Augsburger Stadtmarkt. Produziert werden die Eier auf dem familieneigenen Hof in Holzheim bei Rain am Lech. Dort legen 20.000 Hühner rund 15.000 Eier pro Tag, erklärt Hofleiter Florian Paletta. Alle Eier und Fleischprodukte werden in einem Umkreis von 80 Kilometern direkt vermarktet.

Sand und Kalk statt giftigem Insektizid

Die Tiere und Ställe werden nicht mit Insektiziden wie Fipronil behandelt, um Milben zu bekämpfen sagt Thomas Paletta.

"Wir haben einen überdachten Auslauf und Sandbäder, das hilft viel besser gegen Milben."

Thomas Paletta

Nur punktuell würden die Hühner bei Bedarf mit Kalkpulver nachbehandelt. Das sei auch angenehmer für die Mitarbeiter.

Regionale Vermarkter können nur schwer kalkulieren

Die spannende Frage für den Bio-Landwirt: Wie lange hält die höhere Nachfrage nach Eiern aus der Region an? Insgesamt, sagt Paletta, gebe es einen anhaltenden Trend zu regionalen Produkten, die würden verstärkt gekauft. Der Holzheimer Betrieb könne die steigende Nachfrage derzeit noch gut bedienen, weil währen der Sommerferien größere Abnehmer wie etwa die MAN-Kantine und einige Bäckereien pausieren. Der Fipronil-Skandal sei aber dennoch auch für Betriebe wie den Bachbauernhof ärgerlich:

"Das zieht die gesamte Branche runter."

Florian Paletta

Der Dasinger Bio-Ei-Erzeuger Johannes Breitsameter, der unter anderem die Feneberg-Märkte im Allgäu beliefert, kann derzeit noch keine längerfristige erhöhte Nachfrage bestätigen. Gleich zu Beginn des Skandals habe er mehr Bestellungen auf dem Zettel gehabt, "aber leider verläuft dann doch wieder das meiste im Sand".


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Südsachse, Freitag, 11.August, 17:38 Uhr

2. Wir hatten auch Glück im Unglück,

denn nach den Ermittlungen sind die niederländischen Lieferungen an uns Sachsen "vorbei gegangen". Trotzdem, es ist unsäglich, was heutzutage trotz aller Kontrollen möglich ist. Vielen Mitbürgern ist vorerst der Appetit auf Eier vergangen. Nix mehr mit, "Nimm ein Ei mehr"...

Nora W., Freitag, 11.August, 15:14 Uhr

1. Eier dacapo

Das Thema ist ein Dauerbrenner. Vor ein paar Jahren gab es schon einmal einen run auf Bio-Eier. Doch nach und nach schlief es wieder ein. So wird es auch jetzt wieder kommen. Man ist aufgeschreckt und nimmt den erhöhten, berechtigten Eierpreis in kauf. Doch sobald die Aufregung abgeebbt ist, kehrt man zurück zum Geiz ist geil und akzeptiert dabei auch gleichzeitig die " unmenschlichen " Bedingungen in Tier-Fabriken. Statt zu lamentieren, sollte zuerst dort angesetzt werden. Doch man kämpft gegen Windmühlen, geht es um den Mammon. Man fragt sich ernsthaft, wer eigentlich das Tier ist.

  • Antwort von Ludwig Lutz, Sonntag, 13.August, 08:38 Uhr

    Richtig Nora W., wie sagt man in Bayern so schön: "Jede Woche wird eine andere Sau durchs Dorf getrieben". In Kürze ist die ganz Aufregung vorbei und es bleibt alles beim Alten. An den wirklich schlimmen unmenschlichen Zustände in der Massentierhaltung, die den Einsatz von Antibiotika, Insektiziden, Fungiziden usw. zur Folge haben wird sich nichts ändern. Ich kenne nur ein Lebewesen welches im Wortsinn Raubtier ist und das ist weder Wolf, noch Luchs oder Habicht. Übrigens der Wirkstoff Fipronil ist seit 1993 auf dem Markt und demzufolge auch zugelassen. Der Wirkstoff ist u. a. auch gegen Ackerschädlinge zugelassen und ist auch schon mal z. B. in Erdbeeren zu finden, aber meist in sehr geringen Mengen, so wie auch derzeit wie in Eiern. Wer hat je davon gehört?