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Unbemannte Flugobjekte Experten diskutierten in Kaufbeuren über zivile Drohnen

In Deutschland schwirren nach Schätzungen rund 400.000 Drohnen über den Köpfen der Menschen – und das nicht immer nur, um schöne Bilder aus der Luft zu machen. In Kaufbeuren diskutierten Unternehmen und die Polizei deshalb über die negativen Seiten der unbemannten Flugobjekte.

Stand: 06.02.2017

Die Veranstaltung stand unter der Überschrift "Megatrend zivile Drohnen: Strategien beim Erkennen, Verfolgen und Abwehren". Dabei ging es nicht nur um die steigende Zahl privater Drohnen, sondern auch um die Gefahren, die von ihnen ausgehen. Sie können etwa den Flugverkehr gefährden und inzwischen werden Drohnen auch von Verbrechern genutzt.

Israel und Bayern führend in Drohnentechnologie

In Kaufbeuren informierte die Polizei deshalb darüber, wie Drohnen den Luftraum über Bayern bedrohen; Experten aus Israel berichteten über neue Möglichkeiten, um sie abzuwehren. Die Veranstaltung in Kaufbeuren wurde von Bayern und Israel gemeinsam organisiert, auch damit die beiden führenden Standorte in der Drohnentechnologie wirtschaftliche Kontakte knüpfen konnten.

Im Allgäu werden Drohnen getestet

Dazu eingeladen hatte der Allgäuer Wirtschaftssekretär Franz Josef Pschierer. Er setzt sich auch dafür ein, dass Drohnenbesitzer einen sogenannten "Drohnenführerschein" machen können. Ein Testgelände für die Flugobjekte gibt es bereits in Mattsies im Unterallgäu.

Im sogenannten "Erprobungszentrum für unbemanntes Fliegen" können seit 2015 neu entwickelte Fluggeräte getestet werden. Rund zehn Quadratkilometer misst das Areal, das optimale Bedingungen für solche Testflüge bietet. So ist zum Beispiel der Abstand zu umliegenden Wohngebieten ausreichend groß.

Sinnvolle Nutzungsmöglichkeiten finden

Die Ergebnisse der Erprobungsflüge in Mattsies werden dann genutzt, um die Fluggeräte weiterzuentwickeln und sicherer zu machen. Denn Drohnen können auch nützlich sein: In der Landwirtschaft könnten sie helfen, den Düngebedarf zu ermitteln oder den besten Erntezeitpunkt zu bestimmen. Außerdem können sei bei der Suche nach Vermissten oder bei der Geländeüberwachung helfen. Die optimalen Rahmenbedingungen für solche Einsatzfelder sollen in Mattsies herausgefunden werden.

Gefahren durch Drohnen

Für Probleme sorgen private Drohnen insbesondere im Luftverkehr: Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung haben 2016 Piloten in mehr als 60 Fällen gefährliche Begegnungen mit Drohnen gemeldet – das waren fast fünfmal so viele Meldungen wie 2015. Auch in Gefängnissen gibt es immer wieder Zwischenfälle mit Drohnen, da mit ihnen mitunter Handys oder Drogen eingeschmuggelt werden sollen.

Theoretisch können Drohnen aber überall zur Gefahr werden. Im November krachte etwa eine 1,7 Kilogramm schwere Drohne im Münchner Olympiapark neben einer Familie zu Boden. Der Pilot hatte sein Gerät ohne Erlaubnis auf dem Gelänge geflogen. Die Drohne war in 180 Metern Höhe gegen die Scheiben des Restaurants im Fernsehturm geprallt und abgestürzt.

Drohnen-Boom hält weiter an und erhöht die Gefahr

Die Zahl ziviler Drohnen in der Bundesrepublik wird sich in den nächsten drei Jahren schätzungsweise auf 1,2 Millionen verdreifachen, sagte Thomas Hampel, Inspekteur der Bayerischen Polizei, am Montag bei der Tagung zur Drohnenabwehr in Kaufbeuren im Allgäu.

Drohnen-Schutz der Deutschen Telekom

Die Deutsche Telekom bietet seit wenigen Wochen ihren Kunden ein "Drohnenschutzschild" an. Unternehmen könnten sich gegen Industriespionage schützen und bei Großveranstaltungen wie Fußballspielen könnten Drohnen-Angriffe abgewehrt werden, berichtete ein Vertreter des Unternehmens bei der Tagung. Bislang habe die Telekom rund 90 Kunden für das Abwehrsystem.

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Stefan Eder, Montag, 06.Februar, 20:44 Uhr

6. postfaktische Berichterstattung !

Es gibt aktuelle Zahlen wonach die Verkaufszahlen sog. "privater Drohnen" zurückgehen !! Und eine Terrorgefahr durch Benutzung irgndwelcher technischer Geräte lässt sich sicherlich nicht durch eine Verordnung eindämmen !
Tatschache ist das die neue "Drohneverordnung" jetzt schon veraltet und unwirksam ist und am Thema vorbei geht !
Die eigentliche Problematik sind die gewerblichen Drohnen - unter Vorgauklung einer Gefahr durch private Drohnen soll der Luftraum für gewerbliche Drohnen
freigeräumt werden ! Was das für die Bevölkerung bedeutet kapieren noch wenige....
Die Gefahr für die Privatsphäre und Leib und Leben durch massenhaft ,automom fliegende, gewerbliche Drohnen ist das eigentliche Problem.
Gewerbliche Drohnen die dann von intern. Konzernen gebaut oder benutzt werden die in Deutschland kaum Steuern zahlen - von wegen neue Arbeitsplätze...
Vom BR wäre eine objektivere Berichterstattung wünschenswert !

Hadschi Halef Omar ben Hadschi etc. etc. etc., Montag, 06.Februar, 19:45 Uhr

5. Unglaublich,

dass Hinz und Kunz sich so ein Ding kaufen können und auf Mensch und Tier loslassen dürfen!
Zuerst verkauft man das Zeug und dann brauchen die Leute das Werkzeug dazu, um sich vor dem Zeug zu schützen.
Bravo! So funktioniert der Fortschritt.

Uwe, Montag, 06.Februar, 17:27 Uhr

4. "Drohnen"

Diese Diskussion ist etwas veraltet. Entsprechende Gesetze sind schon unterwegs und werden bald gültig. Leider hat man da einen Rundumschlag veranstaltet, der nicht nur Drohnen, sondern praktisch ALLE Modellflieger betrifft. Modellfliegerei ist ein beliebtes und ziemlich ungefährliches Hobby. Um ein Flugzeug zu steuern ist im Gegensatz zu Drohnen auch einiges an Übung und Können erforderlich. In den vergangenen Jahrzehnten hat es nicht einen nennenswerten Unfall damit gegeben. Mit diesem schönen Hobby, in die viele u.a. eine Menge Geld investierten, ist es jetzt aus, weil die Regierenden keine Lust haben zwischen Drohnen, die jeder "Depp" fliegen kann und ernsthafter Modellfliegerei zu unterscheiden.

  • Antwort von Hallo, Montag, 06.Februar, 18:41 Uhr

    Militärdrohnen sind einem ferngesteuerten Flugzeug ähnlicher als einem Quadrocopter.
    Wenn also von "Drohne" die rede ist, dann sind damit sowohl Tri/Quadro/Opto/wasauchimmer-copter als auch ferngesteuerte (Düsen)Flugzeuge gemeint.
    Unbemannte Flugobjekte halt.

    Aber darum geht es gar nicht:
    Was haben Israel und Bayern gemeinsam? Ewig viele Rüstungskonzerne. Es geht um die militärische Nutzung!
    Bayern benötigt Gesetze um militärische Drohnen (ferngesteuerte Flugzeuge mit Bomben) erlauben zu können. Weil sich die Bevölkerung wehren würde werden alle ferngesteuerten Flugobjekte zusammengefasst und plötzlich dürfen Militärdrohnen fliegen.
    Und dann fragt sich der Bürger: "Wer hat die zugelassen?
    Ach, die sind da in diesem Quadrocopter/Modellflieger-Gesetzen irgendwie mit drin, aha, hab ich gar nicht mitbekommen...." ^^

    Darum geht's. Es geht doch nicht um Modellflieger oder Quadrocopter. ^^

  • Antwort von thorie, Mittwoch, 08.Februar, 06:44 Uhr

    @uwe
    deine aussage "...In den vergangenen Jahrzehnten hat es nicht einen nennenswerten Unfall damit gegeben....." ist falsch!
    google hilft!
    dez 2012 ---ein toter

    aber vllt ist das für einen modellflieger ja nicht "nennenswert"

Hallo, Montag, 06.Februar, 15:45 Uhr

3. Willkommen beim Drohnen-Wettrüsten

Von der website der Telekom:
Zitat: "Basis ist eine intelligente Software, die Drohnen sicher von Vögeln, Hubschraubern und anderen Flugobjekten unterscheiden kann."

Das sind im Endeffekt nichts anderes als automatische Flugabwehrsysteme. Was passiert wenn eine Drohne zufällig vor einem Flugzeugs fliegt und mit einem Störimpuls abgeschossen wird?

Die Horror-Vision von voll automatisierten Drohnen wird so schnell realistisch: Jeder Hersteller wird seine Drohnen mit ausgeklügeklten Systemen ausstatten die der Drohne sagen was sie tun soll wenn sie mehr oder weniger zufällig in ein "Abwehr"-System gerät. Finanziell ist das ein Witz, braucht nur ein bisschen Elektronik. Häufig erstellen Drohnen-Freaks die Hard- und Software, die Hersteller kopieren und optimieren nur noch.
Drohnen zu kontrollieren, das ist so realistisch wie der "absolut sichere Internet-PC".

Antivirenhersteller machen in einer Art "Wettrüsten" viel Kohle, das hat die Telekom mit Drohnen vor.

Stefan Kulka, Montag, 06.Februar, 14:21 Uhr

2. Verbieten, verbieten, verbieten

Mit der sozialen Gerechtigkeit wirds wohl nix, dafür kommt die Maut und das Drohnenverbot. Danke lieber Staat, dass ich endlich geschützt werde vor diesen Luftchaoten und ich meinen Helm wieder absetzen kann. Mensch lasst doch mal Fünfe grade sein oder brauchen wir nochmal Gutachter und Studierte die Studien machen und Parlamentarier die parlieren um das tausendse unnötige Regelwerk zu regeln.