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Bistum Augsburg Diözesanarchiv ist in Kirche umgezogen

Die Kirche St. Joseph im Augsburger Stadtteil Oberhausen ist ein erfolgreiches Beispiel für die Neunutzung eines Gotteshauses. Weil das Gebäude zu groß geworden war, hat man dort ein Archiv integriert.

Stand: 18.10.2016

Das war damals ein Paukenschlag, als die Diözese Augsburg verkündete, einen Teil der ehrwürdigen Kirche St. Joseph im Augsburger Stadtteil Oberhausen als Lagerraum für alte Bücher und Taufbände zu benutzen.

Viele Gläubige waren empört. Aber das Gotteshaus war viel zu groß und teuer zu unterhalten, die Pfarrgemeinde hingegen ist in den vergangene Jahren immer kleiner geworden. Nach zwei Jahren Umbau wird im kleineren Teil der Kirche immer noch gebetet. Aus dem größeren Teil aber ist nun ein neues Bistumsarchiv geworden.


Hinein in das neue Archiv führt eine schwere Eichentür. Sie ist alles, was an dieser Stelle noch an die alte Kirche St. Joseph erinnert. Im Inneren füllen gelbe und rote Rollregale die Räume. Wo sich früher das längliche Kirchenschiff erstreckte, herrschen jetzt nach dem Umbau optimale Bedingungen für all die Archivalien, freut sich der Archivchef Erwin Naimer.

Über 1000 Jahre alte Dokumente

In den akkurat geordneten Regalen liegen Tauf- und Traubücher, Sterberegister und Protokollbände - all die Unterlagen, die laut Kirchenrecht aufbewahrt werden müssen. Viele alten Folianten sind prächtig geschmückt, mit Kupferstichen oder leuchtend bunten Bildern . Besonders stolz ist Archivar Naimer auf eine benediktinische Ordensregel aus dem Jahr 820. Mt knapp 1200 Jahren ist sie das älteste Schriftstück im Archiv.

20 Kilometer Zeitgeschichte

Bischöflicher Finanzdirektor Klaus Donaubauer.

22 Regalkilometer hat das neue Augsburger Bistumsarchiv jetzt zur Verfügung. Das ist Platz genug, um auch die nächsten Jahrzehnte alles Wichtige aus den schwäbischen Pfarreien zu archivieren. Viel Hobbyfamilienforscher nutzen das Archiv schon jetzt, um beispieslweise nach ihren Ahnen zu forschen - und das stellenweise bis zum dreißigjährigen Krieg zurück.

Große Aufmerksamkeit

Die Vorteile der neuen Nutzung der ehrwürdige Kirche St. Joseph liegen auf der Hand, doch einfach war der Weg dahin nicht:

"Diese Projekt wurde mit großem Interesse verfolgt, es war etwas ungewöhnliches. Dem Grunde nach sind sich viele Leute einig, dass man Kirchen auch anderweitig nutzen muss. Wenn man die Idee aber bis zur Realität tragen will, gibt es verschiedene Hürden. Die kann man nur überwinden, wenn man klar macht, dass der kirchliche Charakter dieses Gebäudes erhalten bleibt."

Bischöflicher Finanzdirektor Klaus Donaubauer.

Etliche Anfragen zur Umnutzung einer Kirche hat es auchschon in anderen Diözesen gegeben. Auch im Bistum Augsburg sind mittlerweile weitere, ähnliche Projekte angedacht, etwa für das Diözesandepot, das Ausstattungsgegenstände aus den Kirchen behergt.


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