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Bundesverkehrswegeplan im Kabinett Schwäbische Projekte nehmen Fahrt auf

Wenn das Bundeskabinett heute den Bundesverkehrswegeplan verabschiedet, freuen sich viele Orte in Schwaben. Dabei ist noch offen, ob der ICE-Halt in Günzburg und Straßenprojekte in der Region Augsburg wirklich kommen.

Stand: 03.08.2016

Ein ICE der Bahn passiert am 3.8.2001 bei Burgau (Kreis Günzburg) einen Stau auf der Autobahn Stuttgart- München. | Bild: dpa/Stefan Puchner

Die Bahnstrecke zwischen Ulm und München, die Osttangente der B17 rund um Augsburg und die B300 bei Diedorf (Lkr. Augsburg) - diese drei Projekte werden im Plan als "vordringlicher Bedarf" gelistet und können damit innerhalb der nächsten 15 bis 20 Jahren gebaut werden.

Im Raum Augsburg wird Bahnausbau allgemein begrüßt - Straßenbau nicht

Während der Bahnstreckenausbau und die Umfahrung in Diedorf schon freudig erwartet werden, regt sich bei der Osttangente heftiger Widerstand vonseiten der Umweltschützer. Sie sehen in dem vierspurigen Ausbau einen massiven Eingriff in die Lechauen und das dortige Naturschutz- und Naherholungsgebiet – auch nachdem der geplante Ausbau auf ihre Forderungen hin an einigen Stellen auf drei Spuren reduziert wurde. Diese "Osttangente light" ist laut Kritikern lediglich die Vorstufe für den vollen Ausbau, der unvermeidbar wird, wenn auf der Strecke insgesamt mehr Verkehr fließt.

Im Allgäu steht Aubau der B12 im Vordergund

Im Allgäu steht der vierspurige Ausbau der B12 zwischen Kempten und Buchloe seit Jahren auf der Wunschliste der Region. Der im März vorgelegte Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes attestiert zunächst nur dem Abschnitt Buchloe-Kaufbeuren einen vordringlichen Bedarf, mittlerweile sogar bis Marktoberdorf.

Der Abschnitt Marktoberdorf-Kempten wird aber nur für den sogenannten weiteren Bedarf mit Planungsrecht eingestuft. Allerdings ist jetzt schon klar, dass die Gesamtstrecke zumindest gemeinsam  geplant wird. Vordringlichen Bedarf sieht der Entwurf auch vor für drei Ortsumgehungen der B16 – und zwar zum Leidwesen einiger Anlieger in Mindelheim, im Norden von Kaufbeuren und in Marktoberdorf/Bertoldshofen, dazu unter anderem  für die Ortsumfahrung in Opfenbach im Landkreis Lindau.

Günzburg hofft, dass es ICE-Halt bleibt

In Günzburg ist man vorsichtig optimistisch und hofft, dass mit den Änderungen zum ersten Entwurf des Bundesverkehrswegeplans der schnelle Fernverkehr der Bahn weiterhin in der Kreisstadt hält. Im endgültigen Entwurf steht angeblich nichts mehr von der Neubaustrecke, die für alle in der Region Günzburg ganz plötzlich aufgetaucht war. Sie sollte parallel zur Autobahn zwischen Unterfahlheim und Dinkelscherben entlang führen - und damit Günzburg vom Fernverkehr abschneiden.

Parteiübergreifend hatten sich Poltiker und Bürger dafür stark gemacht, dass dieser Vorschlag verändert wird. So macht man sich in Günzburg durchaus für den Bau einer neuen Trasse stark, jedoch mit der Änderung, dass Günzburg als Haltestelle für ICE und IC-Züge erhalten bleibt.

Insgesamt will der Bund mit dem Verkehrswegeplan knapp 270 Milliarden Euro in Ausbau und Erhalt von Straßen und Schienen stecken. Nachdem das Kabinett über den Plan abgestimmt hat, werden sogenannte Bedarfspläne entworfen, die dann zur Abstimmung in den Bundestag gehen. Das Parlament berät nach dem Ende der Sommerpause darüber.


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Kaffeetrinker, Mittwoch, 03.August, 15:33 Uhr

2.

Und es rollt der ICE durch die Nacht nach Schwaben mit Halt in Günzburg.

  • Antwort von der Realist, Mittwoch, 03.August, 23:59 Uhr

    Aktuell 3 Stück am Tag. Aber die anderen 60 die schnell hätten an Günzburg vorbei fahren können dürfen sich jetzt immer noch die Stadt anschauen. Da freuen sich alle bestimmt.

Max Steiner, Mittwoch, 03.August, 09:23 Uhr

1. Koalition mit dem Volke bitte auch beim Straßenbau

Ich schlage der CSU vor, für die Osttangente Augsburg eine Abstimmung in den betroffenen Gemeinden zu machen. Wie die CSU das ja jetzt im Allgäu am Riedberger Horn als "Koalition mit dem Volk" (Horst Seehofer) so schon vorführt. Wird die Tangente abgelehnt, dann ist eben Schluss.

Viel wichtiger wäre eine Sanierung der maroden bayerischen Landstraßen, z.B. im Landkreis Landsberg. Hier kommt man sich stellenweis wie in Sizilien vor, bei Regen glaubt man, in einem Motorboot zu sitzen. Aber da warte ich wohl vergeblich.