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Bundesverkehrswegeplan Projekte in Schwaben sorgen für Freude und Proteste

Der Bundesverkehrswegeplan ist am Mittwoch durchs Kabinett gegangen. Schon regt sich in Schwaben Widerstand - vor allem wegen einiger Straßenbauprojekte. Bei Bahnnutzern in Günzburg haben die Beschlüsse allerdings für Jubel gesorgt.

Von: Barbara Leinfelder und Matthias Lauer

Stand: 03.08.2016

Gegen die umstrittene Osttangente nahe Augsburg laufen viele Umweltschützer Sturm. Die Straßen würden wertvolle Heide- und Auenflächen zerschneiden und die Bürger von Königsbrunn um ihre Naherholungsgebiete bringen, sagen die Gegner.

Osttangente auf vier Spuren

Wolfhard von Thienen, der Sprecher des Aktionsbündnisses gegen die Osttangente, ist enttäuscht von den örtlichen Politikern. Sie würden den Bürgern nicht klar sagen, was da auf sie zukomme. Ihm zufolge hieß es in den vergangenen Wochen, dass die Osttangente nur in einer abgespeckten Form kommen soll. So sei lediglich ein Ausbau der Bestandsstrecke im Gespräch gewesen.

Ausbau als "Mogelpackung"

Unmut wegen geplanter Osttangente um Augsburg

Für die Osttangenten-Gegner sind die bisherigen Ausbaupläne nur eine Mogelpackung. Denn wenn man die Kabinettsvorlage genau liest, sagt Thienen, dann ist die Erweiterung auf vier Spuren ganz klar in den Plänen hinterlegt. Deshalb will das Aktionsbündnis weiter kämpfen - bis zur Abstimmung im Bundestag im Herbst. Notfalls wollen die Gegner der Osttangente auch gegen den Bau der autobahnähnlichen Strecke Klage einreichen. Das Staatliche Bauamt und die örtliche Wirtschaft sind dagegen davon überzeugt, dass der Ausbau der Strecke kommen muss, weil die Bundesstraße B17 völlig überlastet ist.

B12 - eine der "Verkehrs-Lebensadern des Allgäus"

Busunfall auf der B12 bei Geisenried

Beim Ausbau der B12 ziehen die Verantwortlichen an einem Strang: der vierspurige Ausbau Buchloe-Kaufbeuren-Marktoberdorf ist im vordringlicher Bedarf des Bundesverkehrswegeplans, der Ausbau Marktoberdorf-Kempten nur im weiteren Bedarf. Aber das Staatliche Bauamt hat öffentlich erklärt, dass die Planung der Gesamtstrecke B12 Buchloe-Kempten gemeinsam gemacht werden soll. Speziell Kaufbeuren hofft dabei auf eine bessere Verkehrsanbindung. Die Kommune ist in Schwaben bislang die einzige kreisfreie Stadt ohne Autobahnanschluss. Dies ist ein großer Infrastruktur-Nachteil z.B. bei Industrieansiedlungen.

Für Autofahrer soll der Ausbau zudem mehr Sicherheit bringen, denn auf der B12 kommt es oft zu schweren Unfällen, auch Frontalzusammenstößen. Da da soll der vierspurige Ausbau auch Abhilfe schaffen

Nächster ICE-Halt: Günzburg

Vor allem in Günzburg ist man froh über die Beschlüsse. Dem aktuellen Plan zufolge wird der Bahnhof Günzburg nämlich nun doch nicht vom Fernverkehr abgeschnitten, wie das der erste Entwurf vorgesehen hatte. Daraufhin wurde aber in der Region ein Sturm der Entrüstung entfacht. Jetzt wurde nachgebessert.

Verkehrsentlastung für Diedorf

Zufrieden sind auch die Bürger der Marktgemeinde Diedorf im Westen von Augsburg, Hier wälzt sich der Verkehr der vielbefahrenen B300 bislang quer durch  den Ort. Die Umfahrung ist jetzt endlich als "vordringlicher Bedarf" gelistet im Bundesverkehrswegeplan. Sie kann damit innerhalb der nächsten 15 bis 20 Jahre realisiert werden.

Programmhinweis

  • zur Sendungshomepage Regionalnachrichten aus Schwaben Montag bis Freitag von 6.00 bis 18.00 Uhr, alle 30 Minuten, Bayern 1

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