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Flüchtlingsunterkunft in Kaufbeuren Einbruchsspuren deuten auf Brandstiftung hin

Nach dem Brand in einer geplanten Flüchtlingsunterkunft im Kaufbeurer Ortsteil Neugablonz wertet eine Einsatzgruppe der Polizei Spuren und Zeugenaussagen aus. Oberbürgermeister Stefan Bosse kündigte einen raschen Wiederaufbau an.

Von: Annemarie Ruf, Christoph Scheule

Stand: 08.02.2016

Die geplante Flüchtlingsunterkunft in Neugablonz nach dem Brand im Dachstuhl am 7.2.2016 | Bild: BR/Christoph Scheule

Noch ist nicht restlos geklärt, ob es sich tatsächlich um einen Brandanschlag auf die geplante Flüchtlingsunterkunft handelt. Die Polizei geht bei ihren Ermittlungen jedenfalls von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks sprechen Einbruchsspuren an dem Gebäude in der Wiesenthalstraße dafür. Das Feuer war dann allem Anschein nach im Dachboden gelegt worden.

Die Kripo wertet Spuren und Aussagen aus

Am Sonntagmorgen kurz nach 4.00 Uhr brach der Brand im ehemaligen Vereinsheim der "Initiative Neugablonz" in der Wiesenthalerstraße aus. Die Feuerwehr, die mit knapp 50 Kräften im Einsatz war, konnte verhindern, dass die Flammen auf Ober- und Erdgeschoss übergriffen. Das Gebäude wurde gerade für die Unterbringung von Flüchtlingen vorbereitet und war noch unbewohnt.

Eine Einsatzgruppe Wiesenthal wertet die Spuren vom Brandort und Aussagen aus. Zeugen sollen sich unter der Telefonnummer 08341 / 933-0 melden.

Oberbürgermeister Stefan Bosse will raschen Wiederaufbau

Oberbürgermeister Bosse schaut sich den Schaden an.

Die Anwohner sind geschockt. "Das ist ganz ganz schlimm. Dass das bei uns in Neugablonz passieren kann, das kann ich mir nicht vorstellen", sagte ein sichtlich aufgebrachter Mann dem BR.

Oberbürgermeister Stefan Bosse erklärte, sollte sich der Anschlagsverdacht bestätigen, wäre das ein "furchtbares Zeichen für alle, die hier leben, Einwohner und Asylbewerber gleichermaßen". Bosse kündigte einen raschen Wiederaufbau des Hauses an.

"Eine Solche Tat darf niemals Erfolg haben."

Oberbürgermeister Stefan Bosse

Gegen die Unterkunft in Neugablonz hatten Anwohner Unterschriften gesammelt. Hinweise auf fremdenfeindliche Tendenzen hatte es laut Bosse in jüngster Zeit allerdings nicht gegeben.

"Allerdings muss man ganz ehrlich auch sagen, dass solche Unterkünfte immer auch Bedenken in der Nachbarschaft begegnen. Nirgendwo, wo eine solche Unterkunft errichtet wird, löst das Begeisterung aus."

Oberbürgermeister Stefan Bosse

Angesichts des Anschlags macht sich der Oberbürgermeister jetzt Sorgen um das friedliche Zusammenleben in seiner Stadt:

"Wir haben aktuell über 600 Flüchtlinge in der gesamten Stadt untergebracht. Und wir müssen damit rechnen, dass wir im laufenden Jahr wiederum 600 Menschen unterbringen müssen. Das ist eine Vielzahl von Unterkünften und ich hoffe, dass wir hier nicht ein Zeichen sehen, dass andere Unterkünfte auch in Gefahr sind."

Oberbürgermeister Stefan Bosse

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