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Bodensee im Klima-Fieber Wasser so warm wie noch nie im Winter

Der Bodensee ist so warm wie noch nie: Die Temperatur des Oberflächenwassers in der Bregenzer Bucht lag in diesem Winter zeitweise bis zu zwei Grad über dem langjährigen Mittel von etwa vier Grad. Das verändert im Ökosystem vieles.

Stand: 08.03.2016

Thomas Blank von der Internationalen Gewässerschutz-Kommission am Ufer des Bodensees in Bregenz; im Hintergrund die Seebühne. | Bild: Viktoria Wagensommer/BR

Bei vier Grad ist Wasser am schwersten - das heißt, das Oberflächenwasser sinkt nach unten, und der Bodensee wird komplett durchmischt. Jetzt hat der See an der Oberfläche allerdings fünf bis sechs Grad, und das hat Folgen: Es gibt keine Umwälzung der Wasserschichten, und es gelangt kein sauerstoffreiches Oberflächenwasser auf den Seegrund.

Sauberes Wasser verhindert Schlimmeres

Thomas Blank von der Internationalen Gewässerschutz-Kommission vor der Messanlage am Hafen in Bregenz

Die Erwärmung ist laut der Internationalen Gewässerschutzkommission nur deshalb nicht kritisch für den See, weil der Phosphatwert im Wasser seit den 70er-Jahren stark reduziert werden konnte. Der für Tiere und Pflanzen lebenswichtige Sauerstoff wird deshalb nicht so schnell knapp.

Die Berufsfischer dagegen klagen allerdings darüber, dass den Fischen wegen des geringen Phosphatwerts das Futter fehlt. Auch wenn der Wert höher wäre, würde die Erwärmung dem See nicht schaden, sagen die Fischer.


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