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Stress ums Parken Bierzelte blockieren Parkplätze am Augsburger Plärrer

Weil der Osterplärrer wegen des schlechten Wetters verlängert wurde, dürfen die Festwirte ausnahmsweise ihre Zelte stehen lassen, bis zum August, wenn der nächste Plärrer beginnt. Das gefällt nicht jedem: Die Autofahrer, die dort normalerweise parken, sind sauer!

Von: Barbara Leinfelder

Stand: 20.06.2017

Der Kleine Exerzierplatz in Augsburg, wo zweimal im Jahr das  Plärrer-Volksfest stattfindet, ist ein beliebter Parkplatz – für Berufspendler aus dem Umland ebenso wie für Besucher, die in die Stadt zum Einkaufen kommen. Jeder kann hier sein Auto kostenlos abstellen und mit der Tram, die direkt am Plärrer hält, noch weiter ins Zentrum fahren. Auch viele Busse fahren von hier ab. Jetzt im Sommer sind viele Tagesausflügler unterwegs, die dort parken und dann in den Bus steigen. Weil die drei Festzelte aber noch stehen, ist deutlich weniger Platz als sonst zum Parken.

Wegen des schlechten Wetters war der Osterplärrer um vier Tage verlängert worden, deshalb dürfen die Zelte ausnahmsweise stehen bleiben bis zum nächsten Plärrer im August, erklärt Dirk Wurm, der zuständige Ordnungsreferent:

"Die Zeltbetreiber sind auf die Stadt, auf das Marktamt, zugekommen und haben gefragt: 'Gebe es eine Möglichkeit, dass wir diese Zeltbauten stehen lassen dürfen, weil wir sie sonst für vier Wochen wieder einlagern müssen?' Das hat man geprüft, sie müssen dafür auch etwas bezahlen."

Dirk Wurm, Ordnungsreferent der Stadt Augsburg

Festwirt bittet um Verständnis

Wie hoch die Summe ist, sagt die Stadt nicht – es sein eben ein privatwirtschaftliches Vertragsverhältnis. Festwirt Edmund Diebold, der mit der Sterndlalm das kleinste Zelt betreibt, war an Ostern gar nicht in die Verlängerung gegangen, hat sein Zelt aber dennoch stehen lassen, er wirbt in der aktuellen Diskussion um Verständnis.

"Ich verstehe die Leute, dass die da günstig parken wollen, aber wenn das geordneter wäre, wäre da gar kein so großes Problem."

Edmund Diebold, Festwirt am Plärrer

Autos parken neben den Bierzelten am Plärrer.

Oft genug nämlich werde kreuz und quer geparkt, jedes Mal beim Auf- und Abbau der Zelte gebe es deshalb Ärger, sagt Diebold. Außerdem dürfte es eine einmalige Sache bleiben, dass alle Zelte vom Oster- bis zum Herbstplärrer stehen bleiben, vermutet der Festwirt.

Sollten mehr Menschen von außen pendeln?

Direkt am Plärrer steigen viele Pendler in die Straßenbahn.

Winfried Karg vom Fahrgastverband Pro Bahn indes sieht die Parkplatzdebatte am Plärrer von einer ganz anderen Seite. Er wundert sich, dass die Stadt seit Jahren überhaupt einen großen kostenlosen Parkplatz so nahe an der Innenstadt anbiete. Damit ziehe man die Menschen aus dem Umland mit dem Auto in die Stadt, die eigentlich auch am Stadtrand in die Straßenbahn steigen beziehungsweise mit dem Bus oder Zug fahren könnten.

Manch ein Autofahrer, der einen Parkplatz sucht, nimmt es aber auch mit Humor und fordert von den Festwirten:

"Wenn die sich schon was sparen, dann sollen sie das auch auf den Bierpreis umlegen! Eine Hand wäscht die andere. Die verdienen was, wenn sie nicht abbauen müssen, und ich möcht was verdienen, wenn ich eine Maß trink."

Autofahrer aus Augsburg


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Hannes, Dienstag, 20.Juni, 14:48 Uhr

2. Bierzelte in Augsburg

Wie wäre es mit einem Zusatzeinkommen für die Bierzeltbesitzer?
Aus Bierzelt wird Parkzelt!
Ein überdachter Stellplatz istdoch bei jeder Witterung positiv.

Wolpertinger, Dienstag, 20.Juni, 13:24 Uhr

1. Die Städte leiden alle unter "extremer Verstopfung".

Vielleicht sollten faltbare Autos gefördert werden, nicht die E-Autos. Denn Parkplätze werden immer mehr zum Großproblem.