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Augsburger Bankräuber-Prozess Jeweils vier Jahre für die beiden Täter

Mildes Urteil für die Bankräuber von Großsorheim: Weil die beiden Täter ein Teilgeständnis abgelegt hatten, müssen sie für jeweils vier Jahre ins Gefängnis.

Von: Barbara Leinfelder und Judith Zacher

Stand: 21.09.2016

Justizia Symbolbild | Bild: picture-alliance/dpa/David Ebener

Anfangs hatten die zwei Serben an den vorherigen Verhandlungstagen geschwiegen, hatten dann aber für drei der fünf angeklagten Fälle doch überraschend ein Geständnis abgelegt. Dieses Geständnis hatte ebenso strafmildernd gewirkt wie die Tatsache, dass einer der beiden Täter bislang nicht auffällig geworden war. Laut Aussage des Richters hätte das Straßmaß ansonsten durchaus doppelt so hoch ausfallen können.

Zwei von vier mutmaßlichen Tätern

Bei den Verurteilten handelt es sich um zwei von vermutlich vier Männern, die in einer Nacht im vergangenen Oktober im Harburger Stadtteil Großsorheim einen Bankautomat geknackt und sich danach eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert haben sollen. In Großsorheim erbeuteten sie laut Anklage 39.000 Euro.

In den Tagen zuvor sollen sie es bereits auf weitere Banken abgesehen haben und dabei immer ähnlich vorgegangen sein. Mit einem gemieteten VW Golf suchten sie demnach nach einer geeigneten Bank, mit dabei hatten sie offenbar ein Schweißgerät und einen Hydraulikspreizer.

Überfall-Versuch auch in Oberbayern

So sollen sie auch versucht haben, eine Bank im oberbayerischen Ehekirchen zu überfallen, einen Tag später dann erbeuten die Täter in Ingolstadt über 85.000 Euro, knapp einen Monat später schlugen sie in Unterbruck bei Fahrenzhausen zu und holten 60.000 Euro aus dem Geldautomaten. Wieder einen Tag später versuchten sie ihr Glück im nordschwäbischen Holzheim bei Rain am Lech, flüchteten aber, als der Alarm losgeht.

Unfall nach Warnschuss

zum Video mit Informationen Polizist umgefahren Brachiale Flucht nach Bankraub in Großsorheim

Die Polizei fahndet nach drei Bankomaten-Knackern, die im Harburger Ortsteil Großsorheim zugeschlagen hatten, auch wegen versuchter Tötung. Dem Fahrer des Fluchtautos wird vorgeworfen, dass er einen Beamten überfahren wollte. [mehr]

Das hielt sie aber nicht davon ab, es am nächsten Tag gleich wieder zu versuchen, diesmal in Großsorheim bei Harburg, wo der Aufbruch gelang. Allerdings beobachtete ein Nachbar das Ganze und rief die Polizei. Die stoppte das Auto des Quartetts am Ortsausgang, doch der Fahrer ging aufs Gas und hielt auf einen Beamten zu.

Der landete auf der Haube, wurde aber nur leicht verletzt. Die Polizisten gaben eine Warnschuss ab, woraufhin das Auto wenige hundert Meter weiter an einem Baum landete.

Einer der Täter (44) stürzte zuvor aus dem Wagen und wurde schwer verletzt. Seinen drei Komplizen gelang im waldreichen Gelände die Flucht, einer von ihnen wurde einen Monat nach der Tat gefasst.

Fahndung wegen versuchten Mordes

Ein dritter Täter, der mutmaßliche Fahrer, ist identifiziert, aber weiterhin flüchtig; er heißt Zeljko Andjelic und wird wegen versuchten Mordes gesucht. Vom vierten Mann fehlt nach wie vor jede Spur.

Insgesamt erbeuteten die Täter bei ihren Fischzügen mehr als 180.000 Euro und richteten einen Sachschaden von über 50.000 Euro an. Laut der Augsburger Polizei handelt es sich dabei um einen "außergewöhnlichen Fall", angesichts der Aggressivität und der überaus zielgerichteten Vorgehensweise der Täter.

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