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Zählaktion in den Allgäuer Alpen Wanderer sollen Steinböcke melden

Um ein genaueres Bild vom Vorkommen des Alpensteinbocks in den bayerischen Alpen zu bekommen, wurde im Landhaus Adler in Oberstdorf (Lkr. Oberallgäu) ein neues Monitoring-Projekt vorgestellt. Wanderer spielen dabei eine wichtige Rolle.

Von: Viktoria Wagensommer

Stand: 19.08.2016

Der Landesbund für Vogelschutz (LBV), der Bayerische Jagdverband (BJV), der Bund Bayerischer Berufsjäger (BBB) und die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) bitten Wanderer um ihre Mithilfe.

Wanderer als "Bürgerforscher"

Was diese zwei wohl vorhaben?

Wer einen Alpensteinbock gesehen hat, der kann als sogenannter Bürgerforscher einen Meldebogen ausfüllen. Darauf kann er angeben, wo er das Tier entdeckt hat und ob es ein Bock, eine Geiß oder ein Kitz war. Meldebögen gibt es in Berghütten oder man kann sie auf der Internetseite des Landesbunds für Vogelschutz aufrufen und direkt abschicken.

"Die Böcke haben natürlich starke Hörner - bis zu einem Meter lang. Steinböcke werfen ihre Hörner nicht ab, sondern behalten sie ihr Leben lang. Die Geißen haben wesentlich kleinere Hörner. Bei den jungen Kitzen sieht man, dass sie kleine Spitzen bekommen, wo die Hörner dann wachsen."

Bergwanderführer Manfred Pudell

Auch wenn der Steinbock geschützt ist und nicht gejagt werden darf, beteiligen sich Jäger und Vertreter der Bayerischen Staatsforsten an dem Projekt. Sie sind viel in der Region unterwegs und beobachten die Tiere, die hervorragende Kletterer sind, häufig. Das Monitoring soll zeigen, wie viele Alpensteinböcke wo vorkommen, wie sich der Bestand seit den Auswilderungsprojekten entwickelt hat und ob beispielsweise vom Klimawandel eine Gefahr ausgeht.

(Link-)Tipp für alle Bürgerforscher

Wer möglichst nah an die Tiere heran will, der verhält sich am besten ruhig, zeigt sich den Tieren aber, damit sie nicht erschrecken. Wer Lust hat, auf einer Wanderung mal nach Steinböcken Ausschau zu halten, hat laut LBV-Mann Henning Werth oberhalb der Baumgrenze ab rund 1.800 Metern jetzt die beste Gelegenheit dazu - vorausgesetzt, es ist nicht zu heiß.


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