Hier wurde die revolutionäre Technik eingebaut...
Heizen mit Eis Erste Eisheizung für Wohnhäuser in Schwaben
Futuristisch sieht das System an Wärmetauschern im unterirdischen Wasserspeicher einer Eisspeicherheizung aus. Die bislang einzige Eisheizung in einem Einfamilienhaus hat ein Thannhauser gebaut.
"Eisheizung": klingt in sich widersprüchlich. Dahinter aber verbirgt sich eine neue Technik, die Heizen und Kühlen revolutionieren könnte. An größeren Objekten, wie einem Bürokomplex in Düsseldorf, einem Luxushotel in Konstanz oder dem Stadtarchiv in Stuttgart, hat sich die Eisspeicherheizung bereits bewährt. Die erste Heizung dieser Art für ein Einfamilienhaus in Schwaben konzipierte und realisierte jetzt Max Braun aus Thannhausen.
Technik basiert auf Naturphänomen
Beim Übergang von null Grad kaltem Wasser zu null Grad kaltem Eis entsteht "Kristallisationsenergie". Die Menge dieser Energie ist enorm. Sie entspricht in etwa der Energie, die man braucht, um Wasser von null auf 80 Grad zu erhitzen. Die Eisheizung eines Einfamilienhauses entzieht dem Wasser in einem unterirdischen, zwölf Kubikmeter großen Speicher zunächst die Wärme und dann beim Vereisen die Kristallisationsenergie. Optimiert wird dies durch den Einsatz von Solar-Luft-Kollektoren auf dem Dach. Diese speisen an wärmeren oder sonnigen Wintertagen Energie in den unterirdischen Speicher. An trüben und kalten Tagen schaltet das System um und holt sich die Energie aus dem "Eisspeicher".
Eisheizung braucht Strom
Im Vergleich zu Wärmepumpen, die ebenfalls mithilfe von Strom aus Luft, Wasser oder Boden Energie entziehen und zum Heizen nutzen, arbeitet die Eisheizung mit fünf Energielieferanten: Sonne, Luft, Erde, Wasser und Eis. So kann aus dem eingesetzten Strom ungleich mehr Heizleistung gewonnen werden. Im Sommer dagegen werden sie zur Kühlung von Räumen oder von Fotovoltaikmodulen eingesetzt. Eisheizungen sind daher sehr effizient und umweltschonend.
Das Phänomen der Kristallisationsenergie ist seit Langem bekannt, erläutert Max Braun, war aber bislang technisch nicht nutzbar. Denn gefrierendes Wasser hat Sprengwirkung. Die neuen Technik verhindert das, indem von innen nach außen gefroren wird. Und das hat, so Max Braun, noch einen ganz anderen Effekt: Aufbruchstimmung in der Branche.

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Wolfgang Schmidt, Montag, 28.Januar, 18:38 Uhr
3. Es kristallisiert...
...sich heraus, das etwas nichts taugen kann wenn man es nicht versteht. ich finde den Ansatz erstmal interessant.
negawatt, Montag, 21.Januar, 03:00 Uhr
2. Toll, für Stromlieferanten
Nachdem selbst ein Durchschnittshaushalt schon eine Menge Geld für Strom ausgeben muß ist dies zunächst ein tolles, neues Geschäft für alle Stromversorger. Wirkungsgrad hin oder her, mit einer Wärmepumpenheizung wird aus Sicht des Stromversorgers ein neuer Markt eröffnet. Besonders die großen Stromkonzerne versuchen uns Kunden schon seit Jahrzehnten elektrische Wärmesysteme, mit zunächst günstigen Sondertarifen, schmackhaft zu machen. Nur machen wir uns damit voll abhängig, nicht nur von einem Energieträger, sondern v.A. auch von der Preispolitik des Versorgers. Derzeit stöhnen die Bürger mit Nachtspeicherheizung, elektrischer Warmwasserbereitung und Nachttarifen über den immer kleiner werdenden Preisunterschied zum Normaltarif. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis die Gier des Stromliferanten zunimmt. Die Wärmepumpe ist zwar keine elektrische Direktheizung, doch sie ist - wenn überhaupt - nur mit hoher Leistungszahl >3 (hocheffizientes Gesamtsystem) und dem Betrieb mit überschüssigem erneuerbarem Strom (Offshore-Wind) zu rechtfertigen. Vorausgesetzt die Wärmepumpenanlage wurde richtig geplant, gebaut und ohne defekt betrieben. Schon ein defektes Thermostat kann aus jeder Wärmepumpe eine direktheizung machen, bei gleichzeitiger VERDREIFACHUNG des entsprechenden Stromverbrauchs. Ergo, Verbrauchswerte müssen permanent kontrolliert werden. Das Warten bis die Jahresstromrechnung kommt hatte schon für so manchen ein Schockerlebnis zur Folge!
Werner Betz, Mittwoch, 16.Januar, 18:09 Uhr
1. Heizen mit Eis
Allen Respekt vor der Firma, die dem armen Hausbesitzer eine solche Monsteranlage andrehen konnte. Wahrscheinlich hat der Verkäufer bisher erfolgreich Kühlschränke in der Antarktis verkauft.
Interessant auch der Text zu Bild 4: "Solarkollektoren für den Strom zum Betrieb der Eisheizung". Ich komme zwar aus der Heizungsbranche, verstanden habe ich es aber nicht. Und der BR anscheinend auch nicht.