Alter Brauch Im Allgäu sind die Bärbele unterwegs
Im Allgäu sind die Klausenbärbele wieder unterwegs: Junge Frauen springen in Fellen und Masken durch die Orte - mit Reisigbesen, Ruten und Schellen.
Zum Bärbeletreiben tragen junge, unverheiratete Frauen "hexenähnliche Kleidung" - mit langen Röcken oder Kittelschürzen. Zum Teil haben sie auch Masken aus Naturmaterialien wie Moos oder Flechten vor ihren Gesichtern. Burschen und Besucher, die sich den Bärbele in den Weg stellen, bekommen den einen oder anderen Schlag mit der Rute ab. Mit dem Brauch am Tag der Heiligen Barbara sollen bereits in vorchristlicher Zeit böse Geister und Dämonen der kalten und rauen Winternächte vertrieben und der Erdmutter gehuldigt worden sein.
Am Mittwoch gibt es in Sonthofen, Immenstadt, Börwang, Bad Hindelang, Obergünzburg und Erkheim außerdem noch das traditionelle Klausentreiben. In einzelnen Orten ist das Treiben auch am Donnerstag zu sehen - in Oberstdorf und Blaichach. In Kempten startet der Nikolausumzug am Mittwochabend um 17.30 Uhr am Feuerwehrhof zur Basilika St. Lorenz und weiter Richtung August-Fischer-Platz, bei schlechtem Wetter wird der Nikolausumzug auf den 6.12. verlegt.
Bärbele- und Klausentreiben 2012
Furchterregendes Gewand
Speziell im Oberallgäu sind die Klausen zum Teil in "furchterregender" Ausstattung mit dicken Fell- und Ledergewänder, mit Tiermasken, Geweihen und Hörnern auf dem Kopf unterwegs. Dazu rasseln Ketten und Kuhschellen. Zudem tragen die Bärbele Ruten. Der Brauch dürfte aus vorchristlicher Zeit überliefert worden sein und dazu gedient haben, böse Nachtgeister oder Dämonen zu vertreiben.
Der Brauch
Symbolisch für alles Böse fegen die Bärbele zuerst den Unrat aus Haus und Hof auf die Straße hinaus, anschließend durch das Dorf. Die Straßen sind menschenleer, alle müssen schweigen. Wagt sich jemand vor das Haus, bekommt er von den Bärbele mit dem Besen eins auf die Mütze. Punkt Mitternacht gehen die Bärbele wieder heim. Sie treiben es zuweilen schlimmer als ihre männlichen Kollegen, die Klausen. Doch machen die Bärbele ihre Härte wieder wett durch Geschenke, die sie - ähnlich dem Nikolaus - den Kindern geben.
In Vereinen organisiert
Die Klausen und Bärbeleklausen sind heutzutage meist in Vereinen organisiert, die darauf achten, dass es zu keinen Übergriffen kommt. Seit einigen Jahren gibt es deshalb - im Gegensatz zu früher - kaum noch Körperverletzungen oder überzogene Schläge gegen Besucher oder Einheimische. In manchen Orten tragen die vermummten Klausen auch Nummern, so dass sie gegebenenfalls identifiziert werden könnten, in Oberstdorf zum Beispiel müssen sich die Klausen registrieren.

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