Schwaben

Krankenkassen abgezockt? Fitnessstudio unter Betrugsverdacht

Mit falschen Gesundheitskursen soll ein Fitnessstudio-Betreiber aus Schwabmünchen (Landkreis Augsburg) die Krankenkassen um Tausende Euros betrogen haben. Die Polizei befragt deshalb jetzt auch die Kunden des Studios.

Stand: 08.02.2013
Frau auf Laufband | Bild: picture-alliance/dpa

Das Studio in Schwabmünchen soll falsche Bescheinigungen ausgestellt haben, die Kunden dann bei Krankenkassen zur Erstattung eingereicht haben sollen. Die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft Augsburg wollen nun sämtliche Verträge zwischen dem Fitnessstudio und dessen Kunden durchleuchten. Zahlreiche Mitglieder, vor allem aus dem südlichen Landkreis Augsburg und dem Landkreis Aichach-Friedberg, bekommen in diesen Tagen deshalb Post von der Kripo. Entsprechend ist die Verunsicherung bei vielen Kunden des Schwabmünchner Studios groß.

Es geht dabei vor allem um das Angebot von Gesundheitskursen, für welche die Krankenkassen jeweils einen Zuschuss von bis zu 75 Euro im Jahr zahlen. Beiträge für Fitnessstudios selbst dürfen die Kassen zwar nicht bezuschussen, sehr wohl aber separat abgehaltene Kurse zur Gesundheitsvorsorge und Prävention, zum Beispiel Rückenschulen.

Kurse nur auf dem Papier

Normales Training auf Kosten der Krankenkasse? Diese Frage wollen die Ermittler klären.

Laut Informationen des Bayerischen Rundfunks wurde etlichen Kunden des Schwabmünchner Fitnessstudios beim Abschluss eines Jahresabos versichert, sie würden dann automatisch einen solchen Zuschuss bekommen. Tatsächlich hätte es die Kurse aber nur auf dem Papier gegeben, so die Ermittler. So wurden mutmaßlich Zuschüsse von den Kassen eingeholt für Kurse, die dann von den Kunden gar nicht besucht wurden.

Die Polizei will von den Studio-Mitgliedern nun wissen, welche Kurse sie belegt haben und was sie im Studio trainiert haben. Im Kern geht es dabei um Betrug an den Krankenkassen durch fingierte Abrechnungen im großen Stil. Die möglichen Betrugsfälle reichen nach Angaben der Kripo bis in das Jahr 2009 zurück. Wie groß der finanzielle Schaden für die Krankenkassen in der Summe ist, soll durch die Kundenbefragung ebenfalls konkretisiert werden.


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