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Bundesweite Schulstudie Bayerns Grundschüler schneiden am besten ab

Das Bildungsniveau an deutschen Grundschulen ist deutlich gesunken, Bayerns Viertklässler stehen aber bundesweit an der Spitze. Das geht aus einer Studie hervor, die in Berlin von der Kultusmininsterkonferenz (KMK) vorgestellt wurde.

Stand: 13.10.2017

 Ein Mädchen der zweiten Klasse der Grundschule in Neubiberg bei München (Oberbayern) steht am Dienstag (31.05.2011) an der Tafel vor einer Rechenaufgabe | Bild: picture alliance / dpa

Bayerns Viertklässler sind laut einer aktuellen Studie in den Fächern Deutsch und Mathematik bundesweite Spitzenreiter. Mit Werten von 73 Prozent in Mathematik sowie ähnlichen Werten im Fach Deutsch - in den Kompetenzbereichen Lesen (74 Prozent), Zuhören (77 Prozent) und Orthografie (68 Prozent) - ist der Anteil der Schüler, die den Regelstandard erreichen, weit über den bundesweiten Durchschnittswerten. Das geht aus der Studie IQB-Bildungstrends hervor, die die Kultusministerkonferenz (KMK) am Freitag in Berlin veröffentlicht hat. Untersucht wurde, inwieweit Viertklässler Bildungsstandards der KMK in Deutsch und Mathematik erreichen.

Deutschlandweit schlechtere Leistungen

Bundesweit zeigt die Studie jedoch, dass sich das Niveau in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt in Mathematik, beim Zuhören und in Rechtschreibung verschlechtert hat - vor allem in zwei Bundesländern, Baden-Württemberg und Bremen. So hinken die getesteten Viertklässler in der Rechtschreibung hinterher, vom Verlust von 24 Leistungspunkten ist die Rede. Das entspricht in etwa dem Stoff, der in vier Monaten in der Grundschule vermittelt wird. Die Lesekompetenz ist dagegen im vergangenen Jahr auf ähnlichem Niveau geblieben wie 2011.

Spaenle: Große Leistung in Bayern

Bayerns Schüler hatten auch 2011 die Spitzenplätze der Studie belegt. "Das ist eine große Leistung – gerade angesichts der wachsenden Zahl von Kindern mit Zuwanderungsgeschichte", sagte Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) in München. Wichtig sei für ihn nicht nur, dass in Bayern eine hohe Quote von Schülern das höchste Leistungslevel erreicht habe, sondern auch, dass die Quote der Schüler, die den Mindeststandard verfehlt hätten, sehr niedrig sei.

Mehr Grundschüler mit Migrationshintergrund

Deutlich verändert hat sich der Studie zufolge seit der Erhebung 2011 die Zusammensetzung der Schülerschaft. Der Anteil der Viertklässler mit Migrationshintergrund hat sich durch den Flüchtlingszuzug um mehr als ein Drittel auf 34 Prozent erhöht. das sind neun Prozentpunkte mehr als 2011. Kinder, die seit 2015 als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, wurden in der IQB-Studie nicht erfasst. Sie seien zum Testzeitpunkt in Willkommensklassen unterrichtet worden.

Mehr Lehrer nötig

Im Zuge der Diskussionen um den Schulerfolg von Grundschülern wird die Forderung nach mehr Lehrern laut. "Ohne ausreichend Lehrer kann es keinen Bildungserfolg geben", sagte Hamburgs Schulsenator Ties Rabe. Die KMK hatte festgestellt, dass insbesondere die Grundschulen, die Sonderpädagogik und die beruflichen Schulen von Lehrermangel betroffen seien.

Für bayerische Lehrer ist die Bildungsstudie eine Warnung

Der Bayerische Philologenverband sieht die Ergebnisse der neuen Bildungsstudie als Warnung. Den Lehrermangel oder die schlechte Integration von Flüchtlingskindern dürfe man nicht kleinreden - sagte Verbandschef Schwägerl. Gymnasiallehrer könnten seit Jahren beobachten, wie Kompetenzen und Kenntnisse von Grundschulkindern nachließen.

Auch die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes Fleischmann betrachtet den bundesweiten Lehrermangel mit Sorge. Im BR sagte sie, in manchen Bundesländern gebe es an Schulen schon mehr Quereinsteiger als gelernte Pädagogen; so weit dürfe es in Bayern nicht kommen.

Die IQB-Studie

Alle fünf Jahre testet das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) den Lernstand der deutschen Schüler in den wichtigsten Fächern. Alle drei Jahre erfährt die Bildungsrepublik, wo ihre Schüler im internationalen Vergleich stehen. 


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Johannes Müller, genannt Regiomontanus (1436-1476), Freitag, 13.Oktober, 21:25 Uhr

43.

bedeutendster Mathematiker seiner Zeit; mit Hilfe seiner genauen Sterntafeln ermöglichte er die Entdeckungsfahrten u. a. von Christoph Columbus u. Vasco da Gama; Wegbereiter des Kopernikanischen Weltbildes sowie der Gregorianischen Kalenderreform ein Jahrhundert später; nach ihm benannt ist u. a. die Nürnberger Volkssternwarte
Kleine Frage am Rande (zum Bild): Seit wann wird bei uns das Entbündelungsverfahren bei der vertikalen Subtraktion durchgeführt? Also ich habe noch das Ergänzungsverfahren (mit der kleinen Eins über dem Strich als Merkhilfe) gelernt. Grüße

Der kluge Jochen, Freitag, 13.Oktober, 20:51 Uhr

42. Das Bildungsniveau an deutschen Grundschulen wird weiter sinken und sinken!

Das Bildungsniveau an deutschen Grundschulen ist deutlich gesunken und wird weiter sinken und sinken, das geht nicht anders, wenn in die Klassen immer neue afrikanische, iraqische, afghanische und syrische Kinder kommen. Asyl ohne Deckelung ist nicht nur Frage von Geld und Wohnungen. Da aber Deutschland keine Rohstoffe exportiert und nur das exportiert, was Ingenieure entwickeln und Facharbeiter produzieren, bedroht diese Endwicklung den Wohlstand in Deutschland!

  • Antwort von Wahrsager sind nicht klug, Freitag, 13.Oktober, 21:30 Uhr

    Machen Sie doch Wahrsager zu Ihrem Beruf !
    Der aktuelle Bildungsstand hat nichts mit den Flüchtlingen zu tun.
    Mit lesen den Beitrages hätten Sie sich informieren können.
    Das haben Sie aber unterlassen.
    Wahrsager sind wohl eine besondere " Spezies " ?!
    Vor allem wenn sie sich als klug bezeichnen :( !

  • Antwort von Elke , Freitag, 13.Oktober, 21:40 Uhr

    Das stimmt.
    Problem sind auch die Smartphones, mit denen die Schüler im Unterricht spielen.
    Viele Lehrerinnen werden eine psychosomatische Klinnik brauchen, Frühpensionierung.
    Weiteres Problem ist, dass Harz IV ansteckend ist, die Kinder kopieren ihre Eltern.
    Deutschland muß doch nicht ewig lang die Wirschaftslokomotive spielen und alle retten.

  • Antwort von Gerhard , Freitag, 13.Oktober, 21:50 Uhr

    100% Zustimmung. Nur die grün-linken Sozialromantiker und Merkel-Versteher werden sicher gleich schreiben, dass es nicht stimmt, dass es mit dem Thema nichts zu tun hatt usw. Wenn jemand in einer anderen Welt lebt und seine "Wahrheit" stur glaubt. Betonköpfe kann niemand überzeugen.

  • Antwort von Rechtschreibprüfer, Freitag, 13.Oktober, 21:57 Uhr

    Das Niveau spiegelt sich auch in dem Kommentar wider. Darin sind doch einige Rechtschreib- und Grammatikfehler enthalten. Aber vielleicht ist doch nur die Smartphone-Tastatur schuld.

  • Antwort von Martin , Freitag, 13.Oktober, 21:59 Uhr

    Immer mehr Kinder mit Migrationshintergrund ziehen das Bildingsniveau in den Schulen in den Keller. Das hätte man sich vorher überlegen müssen. Jetzt wird man mit diesen Problemen leben müssen. Die Lenrerinnen tun mir Leid.

Motzki, Freitag, 13.Oktober, 19:59 Uhr

41. Bildungspolitiker ...

Schämen sich Bildungspolitiker eigentlich nicht, wenn sie so sprachlich gräßliche Begriffe wie Lesekompetenz erfinden und verwenden?

Helmut, Freitag, 13.Oktober, 19:45 Uhr

40. Das Bildungsniveau an deutschen Grundschulen ist deutlich gesunken,

Auch wenn die bayerischen Schüler noch die besten davon sind, ist es doch eien Alarmmeldung und kein bairischer Erfolg.
Die Überschrift erinnert an den Wahlsonntag: aller Direktmandate geholt, aber ziemlich verloren.
Was soll der dauernde Verweis auf die guten bairischen Ergebnisse, wenn die nur ein Resultat davon ist, daß in Bayern stärker ausgesiebt wird.
Schon vor Jahrzehnten mussten wir deshalb in Bayern die Ingenieure aus dem ganzen Bundesgebiet anwerben.
Geht so gute Schulpolitik ?

Barbara, Freitag, 13.Oktober, 19:32 Uhr

39. "Bayerische Schüler schneiden am bestan ab!"

Wenn ich diese ständigen Superlative schon höre, dann weiß ich, daß dieses ganze Gerede nur Beweihräucherung ist, wo nichts dahinter steckt. Ständig hört man Floskeln, wie: "Bayern steht im Vergleich relativ gut da!" "Bayern ist Spitze!" und dgl. mehr. Man kann dieses dumme Gerede einfach nicht mehr hören. In Wirklichkeit leben Millionen Menschen in Bayern in absoluter Armut bzw. mit Armutsrente, und das, obwohl sie ein Leben lang gearbeitet haben! Allein in München sind mehrere Zehntausende Menschen bei der Grundsicherung oder Hartz IV. Die Obdachlosigkeit nimmt ständig zu. Armut wohin man schaut und gleichzeitig werden manche Menschen immer reicher, obwohl sie nichts arbeiten! Das ist die Wahrheit!

  • Antwort von M. M., Freitag, 13.Oktober, 21:39 Uhr

    Und was soll das jetzt im Umkehrschluß heißen? Wäre mit noch schwächerem Bildungsniveau den Ärmeren geholfen bzw. gäbe es dann weniger Obdachlose? Im bundesweiten Vergleich steht Bayern trotz allem noch verhältnismäßig gut da. Man könnte es vielleicht auch so formulieren "unter den Blinden ist der einäugige König".

  • Antwort von guenter, Freitag, 13.Oktober, 21:54 Uhr

    Volle Zustimmung!