77

Abgewrackt Das schmutzige Ende von deutschen Schiffsfonds

Jedes Jahr werden hunderte Containerschiffe in Bangladesch, Indien und Pakistan abgewrackt. Arbeiter sterben bei Unfällen, Giftstoffe verseuchen die Umwelt. Aus Deutschland kommen immer mehr Schrottschiffe und die Spur führt auch nach Bayern.

Von: Christine Auerbach und Wolfgang Kerler

Stand: 14.06.2017

Die Spurensuche beginnt in Viechtach in Niederbayern. Roland Fendl hat von seinem Vater mehrere "Schiffsfonds“ geerbt und ist damit nun Miteigentümer von Containerschiffen. Wie viele Deutsche. Denn vor einigen Jahren wurden die vielen Privatanlegern als lukrative Geldanlage angepriesen.

Doch seit der Finanzkrise geht ein Fonds nach dem anderen den Bach runter. Weltweit gibt es zu wenig Fracht für zu viele Frachter. "Bis auf ein einziges Schiff sind die alle eine Katastrophe“, sagt Roland Fendl.

Der Kampf gegen die Abwrackindustrie - Bilder von Christine Auerbach

Anleger sollen dem Schiffsverkauf zustimmen

Ein Schiffswrack am Strand von Chittagong


In vielen Fällen dringen die Reedereien, die das Management der Fonds-Schiffe übernehmen, deshalb auf einen Verkauf. Wenigstens der Schrottpreis soll gerettet werden. Der BR verfolgt den Weg eines Schiffes. 

Im Frühjahr 2016 schreibt die Münchner Reederei Conti an Roland Fendl: Sie empfiehlt den Verkauf der "MS Conti Helsinki“, obwohl das Schiff gerade einmal 14 Jahre alt ist. Was genau mit der "Helsinki“ passieren soll, erfährt Roland Fendl nicht. Von Abwracken: keine Rede. "Auf das wär ich nicht gekommen“, erinnert er sich.

Letztes Ziel: Bangladesch

Die Millionenstadt Chittagong in Bangladesch. Sie ist das Zentrum der Abwrackindustrie.


Die letzte Fahrt der "Helsinki“ ging nach Bangladesch. Neben Indien und Pakistan ist das Land das Zentrum der Abwrackbranche. Zehntausende Menschen arbeiten dort, der Stahl aus alten Schiffen geht an die Industrie. Am Strand der Millionenstadt Chittagong liegt kilometerweit ein ausrangiertes Containerschiff neben dem anderen.

Reporter? Unerwünscht.

In diesem Betrieb wurde die "MS Conti Helsinki"abgewrackt. Reporter sind dort unerwünscht.


Die Abwrackwerft, in der die "Helsinki“ verschrottet wurde, möchte keine deutschen Reporter hineinlassen. Die Öffentlichkeit soll nicht mitbekommen, wie dort gearbeitet wird. Erst nach mehreren Vorgesprächen – und dem Versprechen, den Namen des Betriebs nicht zu nennen – darf das BR-Team in eine andere Abwrackwerft.

Es hat über 30 Grad, die Luft ist feucht. Der Qualm von Schweißbrennern macht das Atmen schwer. So wie hier sieht es in allen Abwrack-Werften von Chittagong aus, das bestätigen Besitzer und Arbeiter. Sechs Männer in Flipflops und kurzen Hosen schleppen ein schweres Stahlteil auf ihren Schultern. Am Boden liegt überall scharfkantiger Schrott.

Giftstoffe sickern in Wasser und Boden

Arbeiter in einem Abwrackbetrieb in Chittagong

Schutzkleidung trägt keiner der Arbeiter. Eine richtige Ausbildung hat auch keiner. Der Lohn für eine 12-Stunden-Schicht beträgt 6,50 Euro, selbst für Bangladesch eine miese Bezahlung. Schujon, ein junger Arbeiter, sagt: "Sobald ich etwas Besseres finde, kündige ich.“


Die Schiffe werden direkt am Strand abgewrackt. Beim Zerschneiden sickern Umweltgifte in Wasser und Boden – unter anderem Schweröl, Schwermetall, Quecksilber.

20 tote Arbeiter pro Jahr

Mohammad Nasir verlor bei einem Unfall in einer Abwrackwerft seine Hand.

In Chittagong hat Muhammad Ali Shahin von der Nichtregierungsorganisation "Shipbreaking Platform“ sein Büro. Er kämpft für besseren Umwelt- und Arbeitsschutz in den Abwrackwerften. "Jedes Jahr sterben in Chittagong etwa 20 Arbeiter“, sagt er. Immer wieder gibt es Explosionen in den Schiffen oder Stahlteile stürzen herunter. Auch beim Zerlegen ehemals deutscher Schiffe gab es schon Tote.

Die "Shipbreaking Platform“ dokumentiert, welche Schiffe an den Stränden abgewrackt werden: Seit die Schiffsfonds reihenweise pleitegehen, sind darunter immer mehr Containerschiffe, die deutschen Eignern gehörten. Auf der Liste der Organisation tauchen viele deutsche Firmennamen auf: Norddeutsche Vermögen, Hansa Treuhand, Conti, Rickmers und andere.

So viele Schiffe aus Deutschland wie nie

2016 landeten rund 100 ehemals deutsche Schiffe an Stränden von Indien, Pakistan und Bangladesch. So viele wie noch nie.

"Die deutschen Schiffseigner müssten sich darum kümmern, dass ihre Schiffe sicher verschrottet werden."

Muhammad Ali Shahin

Kein deutsches Unternehmen will auf BR-Anfrage erklären, wie die Schiffe in Bangladesch gelandet sind. Der Eindruck, der sich aufdrängt: Was nach dem Verkauf passiert, interessiert nicht. Conti etwa, die Firma hinter der "Helsinki“ von Roland Fendl, schreibt kurz angebunden: "Wir können Ihnen mitteilen, dass CONTI weder Schiffe herstellt noch recycelt. Vielmehr kaufen, betreiben und verkaufen wir Schiffe.“

Internationales Recht wird umgangen

Internationales Recht verbietet eigentlich, dass Schiffe aus Industrieländern zum Verschrotten direkt in Entwicklungsländer wie Bangladesch verkauft werden. Denn Schiffe enthalten Giftmüll. Doch der Verkauf wird in ausländischen Häfen abgewickelt, wo die Regelungen nicht greifen – und er läuft über Mittelsmänner.

Deutsche Eigner verkaufen erst an sogenannte "Cash Buyer“. Diese flaggen die Schiffe um und vermitteln sie direkt an die Abwrackbetriebe weiter.

Schiffseigner könnten auf bessere Standards bestehen

Gerd Leopold ist einer dieser "Cash Buyer“. Er sagt, deutsche Schiffseigner könnten durchaus auf Umwelt- und Arbeitsschutz bestehen:

"Die Entscheidung, nach welchem Standard recycelt werden soll, trifft allein der Verkäufer."

Gerd Leopold

Würden die Eigner einen Preisabschlag für ihr Schiff in Kauf nehmen, könnte er an Abwrackbetriebe mit höheren Standards weiterverkaufen. Die gibt es in der Türkei, China, und vereinzelt sogar in Indien. Aber interessiert das deutsche Verkäufer überhaupt? Gerd Leopold verneint: "Die Nachfrage ist bei weitem nicht groß genug.“

Profit geht vor Arbeits- und Umweltschutz

Die meisten deutschen Verkäufer wollen nur eines: Kasse machen. Den besten Preis für Schrottschiffe zahlen aber ausgerechnet die Abwrackbetriebe in Bangladesch, Indien und Pakistan, denen Arbeits- und Umweltschutz egal ist.


77

Kommentare

Inhalt kommentieren

Bitte geben Sie höchstens 1000 Zeichen ein.

Spamschutz * Bitte geben Sie das Ergebnis der folgenden Aufgabe als Zahl ein:

Angelika, Donnerstag, 15.Juni, 09:37 Uhr

7. Anleger sollen dem Schiffsverkauf zustimmen

Anleger sollen dem Schiffsverkauf zustimmen. So enden also die Steuersparmodelle. Wir brauchen Steuersparmodelle für sozialschwache Normalverdiener.

  • Antwort von highwayfloh, Donnerstag, 15.Juni, 17:50 Uhr

    @Angelika: Gut gebrüllt Löwe, aber sachlich falsch! Die von Ihnen angesprochenen sozialschwachen Normalverdiener würden davon gar nicht profitieren, da die theoretische Entlastung max. die zu entrichtende Steuerlast beträgt. OK, Steuerentlastungs-Vor-/Rücktrag lasse ich jetzt mal aussen vor, da dies schon wieder in gewisser Weise Sonderkonstellationen sind. Richtigerweise müsste Ihre Forderung heissen: Reale Löhne für Normalverdiener und Wiederankoppelung an reale Lebensbedingungen (Lebenshaltungskosten etc.).

Wolfgang, Donnerstag, 15.Juni, 09:22 Uhr

6. Schiffsfonds, für wen war das ein gewinnbringendes Geschäft?

Das Geschäftsmodell Schiffsfonds beruht ja auf staatlich gewollten steuerrechtlichen Möglichkeiten. Volkswirtschaftlich gesehen also frei verfügbare Kaufkraft der Bürger in Investionskapital umwandeln.

Die Frage ist ob die gesamten Schiffsfonds über die Jahre des Vertriebs der Fonds wenigstens die Investionen mit diesen Schiffen durch Beerederung wieder einbrachten.

Und wenn Kapitalrückfluß tatsächlich erfolgte, wieweit auf Kosten der Besatzungen mit ihren asiatischen Hunger- oder Sklavenlöhnen?

Steuerbegünstigste trickige Fondskonstruktionen und Lohndumping für die Seeleute damit die Billigs-Hungerlohn-Textilien aus BanglaDesh billigst nach Europa schwimmen können?

Und für das Volk ( Pöblel ) die Illuision von Wohlstand......

  • Antwort von Anlageberater, Donnerstag, 15.Juni, 19:50 Uhr

    Schiffsfonds waren ein sehr gewinnbringendes Geschäft für die
    Anlageberater.
    Der Mann meiner Freundin hat in kürzester Zeit in München einige Immobilien gekauft.
    Seine Arbeitgeber, Schweizer und Liechtensteiner Banken, will ich mal nicht benennen.
    Allerdings weiß ich nicht, wie es den Anlegern gegangen ist. Wenn nicht so gut,
    dann hat es zumindest keine Armen getroffen.

  • Antwort von Wolfgang, Donnerstag, 15.Juni, 21:26 Uhr

    @ anlageberater, danke für den Hinweis, daran dache ich im Moment nicht.

    Aber ich kann mir es gut vorstellen in etwas o:

    Sie können von ihrem Sparkonto 25 000e investieren? Investieren sie doch 100 000€, bei einer Rendite von 9% könne sie sich doch die 4,75% Kreditzinsen locker leisten...

    ( Vertriebsprovision 6% aus 100 000€, Kreditvermittlungsprovision, für die Bank noch den Fondausgabeaufschlag von 12,5% usw.)

    Welcher Anteil von dem Geld der Fondszeichner ging an die Werft für Stahl, Motor, Schweißerlohn, Farbe usw.?

    Und Gieringkleindoofi fragte nicht warum die Reederei nicht selbst einen Kredit zu 4,75% für den Schiffsbau aufnimmt, zu unsicher, nicht genügend kreditwürdig?..

  • Antwort von Anlageberater, Donnerstag, 15.Juni, 22:47 Uhr

    Wolfgang, leider kenne ich mich mit den " Kleinigkeiten " nicht aus.

    Ich weiß nur, dass es sehr Reiche waren die ins Geschäft eingestiegen sind und es sich
    um wirklich hohe Summen gehandelt hat.
    Die Locations in die geladen wurde, waren nur die Luxushotels in München, Frankfurt,
    Zürich, London und noch ein paar mehr.

    Man war unter sich !

    Genaueres wollte ich auch nicht wissen, da ich ein sehr sozialer Mensch bin und das
    Ganze doch ein Geschmäckle hat. Meiner Freundin geht es zumindest finanziell bestens,
    ihrem Mann gegenüber habe ich aber doch ein gewisses Misstrauen.
    Wobei ich seine Leistung anerkenne, er hat sich von ganz unten nach ganz oben gearbeitet.
    So etwas bewundere ich immer.

    Und er hat nur Reiche "bedient" die noch mehr wollten.

    Noch zu Liechtenstein, da zahlt man meines Wissens nach nur 5% Lohnsteuer.

  • Antwort von Selim, Freitag, 16.Juni, 21:26 Uhr

    Mei, wenn man kein Eurozeichen auf dem Hirn eingebrannt hat, gehört man doch eh nur zu den Loosern.
    Und beim Geld hört die Moral auf.
    Man darf sich halt nicht auf die Moral der Menschen verlassen.
    Jesus hat schon die Krämer aus dem Tempel geschmissen - aber sie haben sich von hinten wieder hinein geschlichen.
    Anstand müsste halt wieder gesellschaftsfähig sein, aber so lange die Abzocker noch gut da stehen, wird sich nichts ändern.
    vielleicht sollte man wieder einen Pranger einfürhen.
    Abzocker dran geschnallt und dann: weiche Tomaten und schwache Sprüche ...oder faule Eier? Tät nicht weh, aber wär wirkungsvoll...

  • Antwort von Anlageberater, nur als Nick zu Schiffsfonds, Samstag, 17.Juni, 09:57 Uhr

    Selim, da gebe ich ihnen in vielem recht, vor allem beim Anstand.

    Ich zähle mich nicht zu den Loosern, für mein Leben ist Reichtum nicht ausschlaggebend.

    Mit der Moral ist das auch so eine Sache.
    Dieser Anlageberater hat eine wirklich nette Familie.
    Wir haben uns über die Kinder kennengelernt. Seine Frau ist auch ganz "normal" .
    Sonst wäre ich mit ihr nicht befreundet.
    Er glänzt meist mit Abwesenheit, das große Geld verdient er sich schon auch mit viel Arbeit.
    Er hat ganz normal als Bankkaufmann angefangen und sich mit einem zusätzlichem
    Studium hochgearbeitet. Dann die " richtigen" Banken ausgewählt.
    Diese fragwürdigen Geldgeschäfte mit den Superreichen würde ich aber auch nicht machen.
    (Anstand)
    Er kommt selbst aus einer armen Familie und seine Geschwister sind alle Versager.
    Ein Grund, dass man so werden kann ?
    Das Leben ist schon manchmal seltsam.

Erich, Mittwoch, 14.Juni, 23:03 Uhr

5. So kann es gehen

Jetzt sind deutsche auch noch schuldig an den Arbeitsbedingungen in Bangladesch.

  • Antwort von highwayfloh, Donnerstag, 15.Juni, 01:25 Uhr

    Ja! Aber es bedarf einer differenzierten Betrachtung, welche Sie mit Ihrer Suggestiv-Frage offenbar nicht gewillt sind vorzunehmen. Wir als "deutsche" sind daran ebenso "mitschuldig", weil wir neuerdings immer alles, jederzeit und zum billigsten Preis, rund um die Uhr und innerhalb von 12 Stunden bei uns zu Hause haben wollen, was unser Konsumverhalten anbelangt. Dies hat zur Folge, dass immer billiger poduziert werden muss und zwangsläufig die Arbeitsplätze "outgesourct" werden, oftmals zu äussert fragwürdigen Bedingungen. Daran haben wir als "Deutsche" insbesondere als Konsumenten sehr wohl eine Mitschuld, jedoch NICHT alleine, was die Situation aber nicht besser macht! Dies betrifft den direkten Konsum. Den Indirekten Konsum betrifft es, was das Thema des Artikels anbelangt, wo und wie wir investieren. In diesen beiden Teilbereichen, machen wir uns sehr wohl schuldig an dem globalen Elend, auch wenn die Entscheidungen und Weichenstellungen dafür oft in den ...
    Teil 2 folgt!

  • Antwort von highwayfloh, Donnerstag, 15.Juni, 01:32 Uhr

    @Erich: Fortsetzung wegen Zeichenbegrenzung:

    ... Die Weichenstellungen werden dafür aber von der Politik und der Wirtschaft geschaffen, aber ebenso haben wir Verbraucher unseren Anteil daran. Dies ist unser Anteil. Leider machen sich global viel zu wenige Leute real Gedanken darüber, welche konkreten Auswirkungen ihr tagtägliches Kaufverhalten hat. Hier beginnt eben die Differenz: Ja, "wir" tragen einen Teil dazu bei, auch wenn wir jetzt nicht direkt verantwortlich dafür sind, ob in diesen Ländern dann entsprechende Arbeitsschutzstandards gelten / eingehalten werden, wie es z.B. in Europa der Fall ist. Dies ist aber bezüglich der Gesamtsituation eher nebensächlich, da es doch so ist - um es mal deutlich zu sagen: "Wir (die westliche Industriewelt) waschen unsere Hände / unser Gewissen rein... denn die "Drecksarbeit erledigen ja "andere" weil "wir" ja "sauber" dastehen wollen in der Welt". Nichts anderes ist das "Outsourcing" oder etwa nicht?

  • Antwort von Axel F., Donnerstag, 15.Juni, 06:59 Uhr

    Schuldig? Nein. Aber wenn sich jemand an einem Schiff beteiligt, hat er Geld übrig. Geld ist Macht. Macht kommt von machen. Sich an einem Schiff zu beteiligen ist einen Möglichkeit. Ich kann es auch in Mikrokredite anlegen, so dass Menschen in Entwicklungsländern, z.B. in Bangaladesh, an günstige Kredite kommen, um sich etwas aufzubauen. Die Frage ist, wie groß ist meine Rendite-Gier?

    Ob man will oder nicht, man ist immer mitverantwortlich - immer mit-VERANTWORTLICH - was mit seinem Geld geschieht. Man stellt es ja jemandem zur Verfügung, der damit Macht erhält, zu handeln.

    (PS: Mit Schiffsfonds kann man auch baden gehen. Passiert gerade vielen, weil die Charterraten seit 2008 am Boden sind. Es gibt viele Schiffs-Insolvenzen.)

  • Antwort von Da Bäda, Donnerstag, 15.Juni, 08:02 Uhr

    Ich würde sagen nicht nur Deutsche. Indirekt sind diese Auswüchse natürlich auf unterschiedliche Nationalität zurück zu führen, nämlich hinsichtlich unterschiedlicher nationaler Gesetzesstandards. Durch geschickte Nutzung daraus resultierender Gesetzeslücken lassen sich lukrative Geschäftsmodelle entwickeln. Hier gehts um Profit, nicht um Moral. Den Profit regelt die freie Marktwirtschaft. Die Moral leider nicht.

  • Antwort von Manfred, Donnerstag, 15.Juni, 08:54 Uhr

    Ja, leider ist das so . Wir sind an fast allem in der Welt mitbeteiligt . Ihre Lebensversicherung kauft Aktien,immer sozial ausgewogen oder nach Profit ? Sie tanken Benzin und Erdölproduzierende Länder finanzieren den Terror . Sie kaufen ein Smartphone aus China und sind an den sozialen Misständen beteiligt .
    Sie müssen Hinterfragen und sozial Kritisch kaufen dann können Sie Ihre Schuld klein halten aber nicht vermeiden , ist LEIDER so .

  • Antwort von Benny, Donnerstag, 15.Juni, 11:36 Uhr

    Ja genau, das sind sie! Auch wenn Sie es nicht wahrhaben wollen. Genauso wie jeder der ein Smartphone besitzt mitschuldig ist an der Umweltzerstörung und der Ausbeutung der Arbeiter bei der Gewinnung der Rohstoffe. Und der menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen und der Umweltverschmutzung bei der Herstellung in China. Und wer bei Aldi oder Lidl einkauft ist mitschuldig daran, dass unsere Landwirte keinen gerechten Lohn für ihre Erzeugnisse erhalten. Und sie deshalb Tiere unter unwürdigsten Bedingungen quälen und billiges genmanipuliertes Futter in den Trog werfen, zu dessen Erzeugung jedes Jahr mehr und mehr tropischer Regenwald abgefackelt wird. Was wiederum den Klimawandel anheizt. Genauso wie die Ignoranten, die mit ihren fetten SUV-Panzern durch Deutschland rollen. Und mit dem Geld dass sie für das Benzin bezahlen, die Ölscheichs mästen, die den islamischen Terrorismus finanzieren. Der dann wiederum zum Wohle der deutschen Rüstungsindustrie bekämpft werden muss.Ja, sie SIND schuld!!

  • Antwort von highwayfloh, Donnerstag, 15.Juni, 16:07 Uhr

    @ Axel F.: Gut, über die Frage "Wann beginnt /endet "Verantwortung" und entsprechend auch "Schuld", wo überschneiden diese sich?", ist ein sehr philosophischesThema, über das man durchaus äusserst interessante und weite Diskussionen führen kann, was diese Begriffsdefinitionen anbelangt. Dies würde aber den Rahmen des Threads hier sprengen

  • Antwort von Manfred, Donnerstag, 15.Juni, 20:54 Uhr

    Erich hat hier eine Interessante Diskusionsrunde angestoßen und ich stimme Euch allen in den Aussagen zu die Ihr hier gemacht habt . 5 Sterne bekommt Ihr aber erst wenn es Euch gelingt bei all den Dingen des täglichen Lebens mehr zu hinterfragen und Euch ein Bewußtsein dafür zu schaffen .

  • Antwort von Selim, Freitag, 16.Juni, 21:23 Uhr

    Ach - es ist doch immer noch ein Unterschied - ob man mit verursachend ist oder schuldig.

  • Antwort von highwayfloh, Freitag, 16.Juni, 22:45 Uhr

    @Manfred: Es geht doch nicht darum, 5 Sterne abzustauben, als eben vielmehr - wie Sie selbst sagen - sich selbst und das eigene Handeln immer wieder erneut auf den Prüfstand zu stellen. Natürlich ist dies nicht leicht oder immer zu 100% zu bewerkstelligen, da man auf viele Dinge nur eher marginalen Einfluss als Einzelner hat. Aber wenn dies immer mehr tun, wird es sicher auswirken. Wie Aristoteles schon sagte: "Das Ganze ist mehr, als die Summe seiner Teile." Ich persönlich denke, dass es gerade unserer so technisierten Gesellschaft nicht schaden würde, wieder ein paar Gänge zurück zu schalten und mehr "back to the roots" zu praktizieren. Wie so viele Dinge zeigen, ist oftmals das vermeintliche "weniger" eher eben das "mehr". Nur dem Mammon um jeden Preis hinterherhecheln hinterlässt auf Dauer nur Leichen... Gesellschaftlich, als auch real in der Natur, welche unsere Lebensgrundlage ist.

  • Antwort von highwayfloh, Freitag, 16.Juni, 22:49 Uhr

    @Selim: Natürlich gibt es diesen Unterschied, aber ebenso gibt es keine absolute Abgrenzung, wie ich mit meiner Antwort an Axel F. schon ausgeführt habe. Mit verursachen, kann sehr wohl zugleich damit eine Ursache zur Mitschuld sein. Es ist eben ein fließender Übergang, wo das eine anfängt und das andere aufhört bzw. beides parallel läuft.

Selim, Mittwoch, 14.Juni, 21:55 Uhr

4. Zeitpunkt

Darüber habe ich vor über zehn jahren schon einmal einen Bericht gelesen, der mir damals schon die Haare zu Berge stehen ließ.
Hat sich wohl nichts verbessert, im Rahmen des Fortschritts und der Globalisierung.

Timo Baumann, Mittwoch, 14.Juni, 21:37 Uhr

3. Schiffs"recycling"

Das Geld kommt vor der Moral!
Es wäre sehr blauäugig, zu hoffen, nur wegen dem Umweltschutz würden die Schiffe in besseren Abwrackbetrieben zerlegt. Da sei die Maximierung der Gewinne vor.
Und die Arbeitsbedingungen? Es gibt mehr als genug willige Arbeitskräfte-Nachschub, gespeist durch Überbevölkerung und Armut.
Ein kritischer Doku-Film, der die Arbeitsumstände aufzeigt: "EISENFRESSER" von Shahen Dill-Riaz. War dem BR wahrscheinlich unbekannt.