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Extremes Winterwetter Schneesturm legt Osten der USA lahm

Ausnahmezustand in Teilen der USA: Ein enormer Blizzard hat den Osten und Süden quasi vereist und ein Schneechaos verursacht. Am schlimmsten trifft es Washington und New York. Dort ist das tägliche Leben massiv beeinträchtigt.

Stand: 23.01.2016

Auf glatten Straßen und beim Schneeräumen starben bis Samstag mindestens zwölf Menschen. Für bis zu 240.000 Bewohner von North Carolina, New Jersey und Virginia fiel der Strom aus. Die Stadt New York verhängte ein Fahrverbot und sagte alle Broadway-Shows ab. Autos, U-Bahnen, Busse, Züge, Flugzeuge - nichts ging mehr. Zehntausende Reisende saßen fest. Nach Angaben des Nationalen Wetterdiensts könnte der Sturm regional zu mächtigsten seit Beginn der Aufzeichnungen gehören und Schäden für bis zu eine Milliarde Dollar verursachen. Die rund 80 Millionen Menschen in den betroffenen US-Staaten wurden aufgefordert, zu Hause zu bleiben.

"Das ist eines jener Ereignisse, die Generationen prägen, von denen deine Eltern erzählen, wie schlimm es war."

Meteorologe Ryan Maue

Obama im Weißen Haus "eingeschneit"

Viel dramatischer war es jedoch weiter nördlich an der Ostküste. In der Region um die Hauptstadt Washington türmten sich bis Samstag bereits rund 60 Zentimeter verwehter Neuschnee auf, Blitze zuckten am Himmel, Donner grollte. Die U-Bahn, Schulen, Behörden und sogar die US-Regierung machten schon am Freitag dicht. Präsident Barack Obama harrte im Weißen Haus aus, wie sein Sprecher betonte. Die Behörden riefen auch die Bürger auf, nicht raus zu gehen. Schon den Weg des Sturms nach Washington säumten in vielen US-Staaten Chaos und Unwetterwarnungen.

Notstand in mehreren US-Bundesstaaten

Bis Samstagmorgen waren im Osten von Kentucky 46 Zentimeter Schnee gefallen. Mehrere Staaten riefen den Notstand aus, darunter Tennessee, North Carolina, Virginia, Maryland, Pennsylvania, der Hauptstadtbezirk D.C. und New Jersey. New York stellte sich auf 30 Zentimeter Neuschnee ein und griff zu drastischen Maßnahmen: Fahrzeuge, die nicht zu den Rettungsdiensten gehörten, dürften die Straßen ab 14.30 Uhr (Ortszeit) nicht mehr benutzen. Die Broadway-Theater sagten alle Vorstellungen ab, weil keine Verkehrsmittel zur Verfügung standen. Vor allem in Washington und New York wurden Tausende Flüge gestrichen. Freitag und Samstag zusammen fielen landesweit bis zu 7.600 Verbindungen aus. Auch am Sonntag sollten nach Informationen des Trackingdiensts FlightAware 1.235 Maschinen nicht abheben.

Das extreme Wetter sollte ab Sonntag aber langsam wieder besser werden. Aber in einigen Teilen der USA ist man höchst erfreut über den Schnee, etwa in den Skigebieten in Virgina. "Wir sind begeistert", sagte Hank Thiess vom Skigebiet Wintergreen. "Wir können uns darauf einstellen, dass die zweite Hälfte der Saison klasse wird."


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