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Schnee und Glatteis Acht Tipps zum Räumen und Streuen im Winter

Wie und wo muss man den Schnee von den Gehwegen räumen? Acht Tipps, wie Sie und Ihre Mitmenschen sicher durch den Winter kommen.

Stand: 15.11.2017

Frau räumt Gehweg mit Schneeschaufel | Bild: picture-alliance/dpa

1. Schneeräumpflichten für Eigentümer und Mieter

Wenn es darum geht, die Gehwege vor und Zufahrtswege zu einem Haus freizuräumen, steht grundsätzlich immer der Eigentümer an erster Stelle in der Pflicht. Er kann diese Pflichten an seine Mieter übertragen - mit entsprechenden Klauseln im Mietvertrag oder in der Hausordnung, wenn diese Teil des Mietvertrages ist.

2. Wo muss geräumt werden?

Höchste "Räum-Priorität" hat der Gehsteig vor dem Haus: Hier muss ein Streifen von 1 Meter bis 1,20 Meter Breite freigeräumt werden, auf dem auch gestreut wird. Zwei Personen sollten bequem aneinander vorbeikommen. Rund ums Haus müssen die Zugänge zum Gebäude, zu den Mülltonnen sowie zu den Garagen oder Stellplätzen freigehalten werden.

3. Wann und wie oft?

Kernzeit für alle Schaufler und Streuer ist in der Regel von 7.00 Uhr bis 20.00 Uhr.

Allerdings gibt es Einschränkungen: Wenn es 24 Stunden ununterbrochen am Stück schneit, erlaubt der Gesetzgeber den Verantwortlichen, so lange zu warten, bis das Schlimmste vorbei ist. Jedoch bedeutet das nicht, dass der Winterdienst mit einer Schicht pro Tag erledigt wäre: Falls notwendig, muss man auch mehrmals am Tag antreten.

4. Womit streuen?

Streusalz ist in vielen bayerischen Gemeinden für Gehsteige nicht erlaubt, weil es Pflanzen und Bäume schädigt. Wenn das Salz mit dem Schmelzwasser in den Boden sickert, können Pflanzen sogar absterben. Bei Tieren kann das aggressive Salz an den Pfoten zu Entzündungen führen. Die besten Alternativen sind deshalb "abstumpfende Streumittel" wie Splitt, Granulat oder Sand.

5. Wohin mit dem Schnee?

Auf alle Fälle nicht vor Nachbars Garage oder auf die Straße räumen! Es gilt: Niemand darf durch die Schneeberge gefährdet werden. Wenn es keinen Platz gibt, muss der Schnee auf dem eigenen Grundstück gelagert werden. Gullys sollten auf alle Fälle frei bleiben, damit das Schmelzwasser abfließen kann.

6. Was tun bei extremen Wetterlagen?

Extreme Wetterlagen wie Eisregen oder überfrierende Nässe erfordern von Hausbesitzern "außergewöhnliche Anstrengungen zur Gefahrenbeseitigung". So sollte man unverzüglich nach einem Eisregen streuen. Ob dies dann mit Streusalz erlaubt ist, muss man bei der Gemeinde erfragen. Einzelne glatte Stellen sind - im Falle eines Unfalls - kein Grund für Schadenersatz, wenn der Hauseigentümer seinen Räum- und Streupflichten nachgekommen ist.

7. Krank oder im Urlaub?

Wenn Sie krank werden oder in den Urlaub fahren, müssen Sie sich um eine Vertretung kümmern. Bei einem Unfall droht Ihnen eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung.

8. Wer bezahlt im Schadensfall?

Verunglückt ein Fußgänger auf dem Gehweg vor dem Haus auf einer Eisplatte, wird sich die Krankenversicherung zunächst an denjenigen wenden, der fürs Räumen und Streuen zuständig gewesen wäre. In der Regel springt dann dessen Haftpflichtversicherung ein und übernimmt die Kosten. Wer das allerdings als Freifahrtschein nimmt, um der lästigen Winterarbeit zu entkommen, riskiert einiges: Bei Wiederholungsfällen kann der Versicherungsschutz erlöschen.


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