35

Hunderte von Unfällen Märzanfang wird zur Rutschpartie

Auf schneeglatten Straßen haben sich in den Morgenstunden allein in Oberbayern rund 200 Unfälle ereignet. Bei Dorfen starb ein Mensch, als drei Autos mit einem Lkw zusammenstießen. Auch in Franken zählte die Polizei Dutzende Unfälle.

Von: Lena Deutsch, Christoph Scheule, Dagmar Bohrer-Glas, Elmar Voltz, Birgit Grundner, Henning Pfeifer, Ulrike Lefherz

Stand: 01.03.2016

Wie ein Sprecher des Polizeipräsidums Oberbayern Süd sagte, rutschten in den meisten Fällen die Autos in Gräben oder touchierten Leitplanken. Der gravierendste Unfall passierte auf der Bundesstraße 15 bei Schwindkirchen nahe Dorfen (Lkr. Erding). Kurz nach 8.00 Uhr prallten drei Autos und ein Lastwagen zusammen. Ein Mensch kam ums Leben, vier wurden leicht verletzt. Weitere Angaben konnte die Polizei bislang noch nicht machen. Bei einem Unfall auf der B304 bei Traunreuth (Lkr.) überschlug sich ein Pkw. Anschließend landete der Wagen in einem Gleisbett.

Der Bahn macht der Schnee weniger zu schaffen als befürchtet. Ein umgestürzter Baum blockiert die Strecke zwischen Tutzing und Penzberg. Anstelle von Zügen fahren Busse.

Fotos: Märzanfang im Schnee

Flughafen München: Normaler Winterbetrieb

Am Airport München verläuft der Flugverkehr größtenteils nach Plan. Wetterbedingte Annullierungen sind ausgeblieben. Zehn Flüge wurden nach Auskunft eines Sprechers "aus irgendwelchen anderen Gründen" gestrichen. Insgesamt waren für heute 1024 Flüge geplant - 115 davon hatten oder haben Verspätung von mehr als 30 Minuten.

Aktuell müssen 70 Prozent aller Maschinen vor dem Start enteist werden. Schneeräumen auf den beiden Start- und Landebahnen ist derzeit nicht nötig. "Der Winterdienst hat gerade nix zu tun", so ein Sprecher kurz vor Mittag zum BR.

Ausführliche Informationen zur Situation auf Bayerns Flughäfen auf den Seiten des BR-Bayerntextes.

Auto rammt umgestürzten Baum

Glück hatte am Abend ein Autofahrer auf der Kreisstrasse zwischen Mitterdarching und Schmidham im Landkreis Miesbach. Dort war wegen Schneebruches ein circa 30 Zentimeter dicker Baum auf die Straße gefallen. Der 52-jährige Fahrer erkannte die Situation zu spät, konnte nicht mehr ausweichen und fuhr nach Polizeiangaben über den Baum und durch die Äste. Am Auto entstand 5.000 Euro Schaden. Der Mann blieb unverletzt.

An der A99 bei München entdeckte ein Schneepflugfahrer einen Mann, der eingeschneit am Straßenrand lag. Der 44-Jährige hatte offenbar nach einer Mitfahrgelegenheit gesucht und sich dann wegen eines Herzproblems hingelegt. Der Mann war bereits deutlich unterkühlt.

Aufbau in Würzburg: Schneeschippen fürs Frühjahrsvolksfest

Franken: Linienbus rutscht an Baum

In Mittelfranken zählte die Polizei seit gestern Nachmittag 125 Verkehrsunfälle - allerdings hängen nur 30 davon mit den winterlichen Straßenverhältnissen zusammen. Es sei nicht ungewöhnlich, dass es in Mittelfranken hundertmal am Tag kracht, sagte ein Polizeisprecher dem BR. In 30 Fällen wurden seit gestern Nachmittag Menschen verletzt, einer davon schwerer. 106-mal gab es nur Blechschaden.

Ein leerer Linienbus rutschte am Morgen bei Winterstein im Nürnberger Land auf einer schneeglatten abschüssigen Straße gegen einen Baum. Der Fahrer wurde leicht verletzt.

Auf der A70 in Oberfranken geriet der Fahrer eines BMW auf schneebedeckter Fahrbahn ins Schleudern und überschlug sich kurz nach der Anschlussstelle Kulmbach/Neudrossenfeld. Der Wagen kam auf den Rädern wieder zum Stehen, sodass der Fahrer nur leicht verletzt ins Krankenhaus gebracht werden musste. In Hof rutschte ein Winterdienstfahrzeug auf glatter Straße in drei geparkte Fahrzeuge und schob sie ineinander. Verletzt wurde dabei niemand.

Allgäu: Winterchaos blieb bislang aus

In der Nacht und während des morgendlichen Berufsverkehrs sind auch in Schwaben zahlreiche Unfälle passiert. Insgesamt hat das Polizeipräsidium Schwaben Süd-West 64 Verkehrsunfälle registriert; dabei gab es 11 Leichtverletzte. Im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Nord waren es 25. In den meiste Fällen waren die Fahrer von der Straße abgekommen, auf andere Autos aufgefahren oder wegen glatter Fahrbahn ins Schleudern geraten. Dabei blieb es meist bei Sachschäden, in ganz Schwaben wurden bei rund zehn Unfällen Menschen leicht verletzt.

Am Allgäu Airport bei Memmingen (Lkr. Unterallgäu) hat der Winter noch keine Auswirkungen auf den Flugverkehr. Dort ging der Flugbetrieb erst kurz nach Mittag los. m Augsburger Stadtteil Göggingen versinken die Aufbauarbeiten für das Gögginger Frühlingsfest im Schnee.

Das für die Nacht angekündigte Schneechaos fiel im Allgäu aus. Statt der vorhergesagten 30 Zentimeter und mehr Neuschnee fielen in Kempten (Lkr. Oberallgäu) knapp zehn Zentimeter, was den Allgäuer nun nicht in Verzweiflung stürzt.

Im Landkreis Donau-Ries ist am späten Nachmittag zwischen Fessenheim und Deiningen ein Bus ins Schleudern geraten, in den Straßengraben gefahren und auf die Fahrerseite gekippt. Der Fahrer wurde eingeklemmt und mittelschwer, der einzige Fahrgast leicht verletzt.

Ostbayern: Rutschpartie am Morgen

In Niederbayern kam am frühen Morgen auf der B15 neu ein Autofahrer von der schneeglatten Fahrbahn ab und schleuderte gegen die Leitplanke. Der Mann blieb unverletzt. Auch in der Oberpfalz krachte es vermehrt aufgrund von schneeglatten Straßen - die Polizei zählte bis zum späten Abend rund 30 Verkehrsunfälle. Sechs Menschen wurden leicht verletzt.


35