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Verbraucherschützer schlagen Alarm Blei und Cadmium im Billig-Schmuck

Mal eben ein günstiges Accessoire zum neuen Outfit kaufen? Kein Problem, Modeschmuck macht es möglich. Amtliche Kontrolleure haben nun allerdings in jeder zehnten Probe erhöhte Mengen von Cadmium oder Blei gefunden.

Von: Birgit Schmeitzner

Stand: 30.11.2016

Bleireste an Verschlüssen | Bild: picture-alliance/dpa

Der Präsident des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Helmut Tschiersky, sagte bei der Vorstellung des Prüfergebnisse 2015:

"Cadmium und Blei sind toxische Elemente, sie dürfen in höheren Mengen nicht aufgenommen werden, führen beispielsweise zu Schädigung von Nieren oder des Nervensystems. Es ist durchaus denkbar, dass es bei Risikogruppen wie Schwangeren oder Kindern zu erhöhter Aufnahme kommen kann."

Helmut Tschiersky, Präsident des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

Verbraucherschutz rät: Etikett prüfen

Die Vorsitzende der Länderarbeitsgemeinschaft  Verbraucherschutz, Juliane Becker, nannte einen besonders drastischen Fall: den Prüfern fiel eine Kette auf, deren Verschluss aus reinem Blei war – das können laut Becker nicht nur Fachleute sondern auch Verbraucher ganz leicht erkennen:

"Wenn Sie da mit dem Daumen dran kratzen, verbiegt sich das. Blei ist ja sehr weich als solches."

Juliane Becker, Vorsitzende der Länderarbeitsgemeinschaft  Verbraucherschutz

Wenn es um Nickel geht, rät Juliane Becker dazu, die vorgeschriebenen Angaben auf dem Etikett zu prüfen. Bei Cadmium aber, so räumt die Verbraucherschützerin ein, wird es mit dem Prüfung schon schwieriger. Auch die Information, woher ein Modeschmuck-Produkt kommt, hilft bei der Auswahl nicht unbedingt weiter. Denn die beanstandeten Schmuckteile stammten laut BLV-Präsident Helmut Tschiersky aus vielen unterschiedlichen Ländern.

"Es sind weder ausschließlich Importe noch Eigenherstellungen in Deutschland. Und es gibt auch kein Importland, das man besonders herausheben kann. Der Verdacht liegt ja immer nahe, dass China ein kritischer Partner ist – das ist in diesem Fall aber nicht belegbar gewesen."

Helmut Tschiersky

Auch bei Kräutern Grenzwertüberschreitungen

Die Kontrolleure haben im vergangenen Jahr zudem verstärkt Kräuter überprüft, querbeet sowohl frische als auch getrocknete. Auch da wurden Grenzwerte überschritten, und zwar für Rückstände von Pestiziden und für Aluminium. Verstöße, die allerdings kaum zu gesundheitlichen Beschwerden führen, weil Kräuter nur in geringen Mengen gegessen werden. 

Ein weiteres Augenmerk der bundesweiten Prüfungen lag auf den Problemen, die Allergikern durch Lebensmittel oder Gebrauchsgegenstände drohen. So rät das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittel empfindlichen Personen beim Kauf von Waschmitteln und Haushaltsreinigern auf Konservierungsmittel zu achten: Sogenannte „Isothiazolinone“ können nämlich Probleme verursachen. Diese Stoffe sind erlaubt, müssen aber gekennzeichnet werden.

Hälfte der Produkte: Allergene schlecht gekennzeichnet

Bei der Kennzeichnung von Allergenen in Lebensmitteln wurde die Umsetzung einer neuen EU-Verordnung geprüft, bei mehr als der Hälfte der Produkte gab es dabei etwas zu bemängeln. Seit Ende 2014 müssen z.B. glutenhaltiges Getreide, Erdnüsse, Sulfite auch bei loser Ware angegeben werden. Das betrifft unter anderem das Handwerk, das sehr häufig lose Ware verkauft – etwa Bäcker oder Fleischer. Sie müssen jetzt den Verbraucher informieren, ob in ihren Produkten Allergene enthalten sind. Unmittelbar und leicht erhältlich muss diese Information sein, es geht mündlich, muss aber auch in schriftlicher Form vorhanden sein.

Auch für verpackte Produkte haben sich die Vorgaben geändert. Laut BLV-Präsident Helmut Tschiersky fällt es dabei vor allem kleineren Betrieben schwer, das umzusetzen. Tschiersky ist aber zuversichtlich, dass die Verstöße nach einer Übergangsphase abnehmen.


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Atze, Mittwoch, 30.November, 20:38 Uhr

1. Paradies

Ach,wie lebten wir im vorigen Jahrhundert naiv und unbeschwert im Paradies.Kuchenstueck auf die Hand, Wurst in Packpapiertuete, Sauerkraut im Keramikbottich , Fisch in Zeitungspapier, Kohlrabi und Radieschen frisch vom Beet usw.und keine Allergien! Heute hat gefuehlt Jeder irgendeine Schwachstelle.Können Babys eigentlich schon im Mutterleib allergisch sein? Wer weiss das?