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Lieferant von McDonald`s Schlachthof in Düren soll Tierschutz-Standards missachten

Nach Aufnahmen, die dem ARD-Politmagazin report München und der Süddeutschen Zeitung vorliegen, gibt es in einem Schlachthof in Düren Probleme mit der Betäubung, ein Experte sieht schwere Verstöße gegen den Tierschutz und Handlungsbedarf. Der Schlachthof hat bis zum Bekanntwerden der Recherche unter anderem an McDonald`s geliefert.

Von: Sophia Bogner, Philipp Grüll, Sebastian Kemnitzer, Fabian Mader / ARD report München

Stand: 05.12.2017

Der Weltkonzern McDonald`s wirbt gerne mit der Qualität seiner Produkte – "Fleisch ist Vertrauenssache" heißt es auf der Homepage des Konzerns. Wie sieht es mit diesem Anspruch aus? Dem ARD-Politmagazin report München und der Süddeutschen Zeitung liegen Aufnahmen des Vereins SOKO Tierschutz aus einem Schlachthof in Düren vor. McDonald’s Deutschland hat in diesem Jahr circa 170 Tonnen Rindfleisch aus diesem Schlachthof bezogen.  

Michael Marahrens, stellvertretender Leiter des Instituts für Tierschutz und Tierhaltung | Bild: BR

Der Tierschutzexperte Michael Marahrens, stellvertretender Leiter des Instituts für Tierschutz und Tierhaltung, hat sich Teile des Materials angesehen.

Sein Fazit:

"Ich habe durchaus den Eindruck, sowohl Personalverhalten, Betäubungseffektivität, Entblutequalität und Entblutegeschwindigkeit die vielfältigen Bewegungen, die die Tiere an der Nachtropfbahn noch gezeigt haben, dass diese Zusammenhänge für eine vertiefte Kontrolle und Überwachung der Betriebsabläufe auch sprechen."

Michael Marahrens, stellvertretender Leiter des Instituts für Tierschutz und Tierhaltung

Auf dem Material erkennt der Experte teilweise schwere Verstöße gegen den Tierschutz, sowohl was die Schlachtung von Rindern, als auch was die Schlachtung von Schweinen angeht.

Wie reagiert der Schlachthof?

Auf Anfrage heißt es von Seiten des Schlachthofs: „Nach unseren Kenntnissen und Dokumentationen kam es bei uns zu keinem Zeitpunkt zu einer Überschreitung der gesetzlichen und tierschutzrechtlichen Vorgaben bei der Weiterverarbeitung der Tiere nach der Betäubung.“

Für die Kontrolle des Schlachthofs ist auch der Kreis Düren zuständig – Tierärzte sind im Schlachthof vor Ort. Auch der Kreis sieht die Probleme nicht:  
"Unsere Dokumentation zeigt auf, dass die Quote der ersten Betäubung regelmäßig oberhalb der geforderten 98% liegt. […] Nach der Betäubung ist von den verantwortlichen Personen zu kontrollieren, dass ein Tier keine Wahrnehmung und Empfindung mehr hat.“

McDonald`s reagiert

"Mit sofortiger Wirkung" hat McDonald`s die Lieferbeziehungen zu dem Schlachthof eingestellt – wenn derartige Vorwürfe im Raum stünden, gehöre eine temporäre Auslistung zum Standardprozess.

Die SOKO Tierschutz, von der die Aufnahmen stammen, will Strafanzeige stellen.

"Es ist aus unserer Sicht illegal, was da passiert ist. Allerdings, wenn wir jetzt die letzten Fälle anschauen, Aschaffenburg, Fürstenfeldbruck, viel anders sah’s da auch nicht aus. Die Behörden blieben untätig, weitgehend und deswegen ist es an dem Verbraucher, zu handeln."

Friedrich Mülln, SOKO Tierschutz


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