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Wirbel um Spitzenkandidatin der AfD CSU rückt Weidel in Nähe von "Reichsbürgern"

Von AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel soll eine E-Mail mit rassistischen Bemerkungen und demokratiefeindlichen Thesen aufgetaucht sein. "Unfassbar" nennt Weidel die Vorwürfe - eine Fälschung, sagt die AfD. Doch die CSU sieht eine "Reichsbürgerin" entlarvt.

Stand: 10.09.2017

AfD-Spitzenkandidaten Alice Weidel | Bild: picture-alliance/dpa

In der E-Mail vom 24. Februar 2013 wird vor "kulturfremden Völkern" gewarnt. "Der Grund, warum wir von kulturfremden Voelkern wie Arabern, Sinti und Roma etc ueberschwemmt werden, ist die systematische Zerstoerung der buergerlichen Gesellschaft als moegliches Gegengewicht von Verfassungsfeinden, von denen wir regiert werden", zitiert die "Welt am Sonntag" aus der Mail. Und weiter heißt es: "Diese Schweine sind nichts anderes als Marionetten der Siegermaechte des 2. WK und haben die Aufgabe, das dt Volk klein zu halten indem molekulare Buergerkriege in den Ballungszentren durch Ueberfremdung induziert werden sollen."

Weidel: "unfassbar"

Weidel wies die Vorwürfe zurück. "Ich finde das einfach nur unfassbar", sagte sie am Sonntagabend in einem Wahlchat auf Welt.de. Sie habe zu dem Thema durch ihren Sprecher bereits alles gesagt und wolle sich nicht an der Debatte beteiligen.

Gauland unterstellt Hetzkampagne

Weidels Kollege, AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland, sagte der "Bild"-Zeitung: "Diese E-Mail ist nicht ihre Sprache, passt gar nicht zu ihr. Es ist der üble Versuch, die AfD um jeden Preis aus dem Bundestag zu halten." Er unterstellte "eine erbärmliche Kampagne, an der sich auch die Medien beteiligen". Umfragen zufolge könnte die AfD unter dem Spitzenduo Gauland/Weidel bei der Bundestagswahl am 24. September als drittstärkste Partei ins Parlament einziehen.

Scheuer: "Die Ideologie einer Reichsbürgerin"

CSU-Generlsekretär Scheuer

Die "Welt am Sonntag" berichtet, ihr liege eine eidesstattliche Versicherung des Mail-Empfängers, eines früheren Bekannten Weidels, vor. Eine falsche eidesstattliche Versicherung kann eine Geld- oder Freiheitsstrafe nach sich ziehen. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer kritisierte Weidel scharf. "Hinter der pseudo-bürgerlichen Fassade von Frau Weidel verbirgt sich die erschreckende Ideologie einer Reichsbürgerin", sagte er der "Welt".

Reichsbürger lehnen die Bundesrepublik ab und behaupten, das Deutsche Reich in den Grenzen von 1937 bestehe fort. Scheuer weiter: "Die AfD von Gauland, Höcke, Meuthen und Weidel ist in Wahrheit eine Lügenpartei, die die deutsche Staatsordnung ablehnt und bekämpft." Als Skandal bezeichnete NRW-Ministerpräsident und CDU-Vize Armin Laschet die Äußerungen, die Weidel zugeschrieben werden.

"Das sind Rechtsradikale. Und die gehören nicht ins Parlament."

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, CDU

Auch SPD-Vize Ralf Stegner attackierte Weidel. "Wer rassistische und demokratieverachtende Mails schreibt, gehört nicht in den Deutschen Bundestag", sagte er der "WamS". "Um das zu verhindern, hilft nur: Wählen gehen und demokratische Parteien wählen." Linksparteichef Bernd Riexinger schrieb dazu auf Twitter: "Wir müssen verhindern, dass diese Nazis und Rassisten in den nächsten Bundestag einziehen. Diese Mail ist eine Offenbarung."

Unterschrieben mit Weidels altem Spitznamen

Der Empfänger der Mail führte gegenüber der "WamS" zur Begründung für Weidels Urheberschaft an, dass sich die Mail in der Betreffzeile auf ein Gespräch mit ihm beziehe und wie bei Weidel damals üblich von "Lille" unterzeichnet sei. Nach dpa-Informationen war "Lille" früher ein Spitzname Weidels.

Ermittlungen gegen Gauland

Wie am Sonntag bekannt wurde, ermittelt die Staatsanwaltschaft Mühlhausen gegen AfD-Vize Gauland wegen Volksverhetzung. Hintergrund sind Gaulands umstrittene Äußerungen über die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD). Gauland hatte bei einem Wahlkampfauftritt davon gesprochen, Özoguz in Anatolien zu "entsorgen". Gauland zu den Ermittlungen: "Das halte ich für völlig verfehlt."


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Franz Josef, Sonntag, 10.September, 21:29 Uhr

41. CSU

CSU rückt Weidel in Nähe von "Reichsbürgern" ..... Die CSU hat wohl Angst, dass sie nicht mehr gebraucht wird.

Dieter, Sonntag, 10.September, 21:17 Uhr

40. Wahlen

Die AfD und ihre Repräsentanten sind nicht das Problem. Die alt Parteien haben es einfach unter Merkel vergeigt.
Ar. 21 GG sagt
"Die Parteien wirken an der politischen Willensbildung mit." Bei uns haben sich die Parteien den Staat zur Beute gemacht. Siehe dazu die Parteienfinanzierung und die Finanzierung der parteinahen Stiftungen. Das gibt es in keinem anderen Staat.
. Die Zeit ist reif für die direkte Demokratie!
Viele Menschen, mich eingeschlossen, fühlen sich durch keine Partei repräsentiert. Bei jeder der im kommenden Bundestag vertretenen Parteien finde ich Punkte die ich ablehne und solche die ich unterstütze. Ich würde viel lieber über Sachthemen abstimmen. Dann brauchen wir keine Regierung mehr die Entscheidungen trifft, sondern eine Verwaltung, die die Entscheidungen der Bürger schnell und effizient umsetzt.
M.f.G.

FDP-Wählerin , Sonntag, 10.September, 21:16 Uhr

39. Eigentlich bewundere ich Christian Lindner/FDP.

Eigentlich bewundere ich Christian Lindner/FDP.
Aber nach diesen gemeinen fiesen Angriffen unter der Gürtellinie werde ich ausnahmsweise diese Rechtspopolisten AfD wählen. Es kann ja nicht schaden, wenn die AfD der Frau Merkel auf die Finger schaut und unangenehme Fragen stellt. Gut bezahlte Jasager sind schon im Bundestag genug.

Wählerin, Sonntag, 10.September, 21:16 Uhr

38. armselige Politik

Jeder der sich zu dieser Wahl ausführlich und bewusst mit Berichterstattungen und Talkrunden befasst, muss eigentlich zu dem Ergebnis kommen, dass es in diesem Land eine neue Partei braucht, die dem weiteren Unwesen der „etablierten“ Parteien gegensteuert, sonst fährt unser Land gegen die Wand.

Es gibt keine andere Alternative, als die AfD zu wählen.

Frau Weidel wird kontinuierlich von Medien und Politikern angegriffen und attackiert.

Ich bewerte das durchaus positiv, da die Herrschaften anscheinend ein gravierendes Problem mit kompetenten Personen haben, die Klartext reden und den Wählern keinen Honig um den Mund schmieren. Hinzu kommt, dass es sich auch noch um eine Frau handelt. CSU und CDU haben mit Frauen in der Politik ohnehin noch heute ein Problem.

Weiter so Frau Weidel, sie gehen einen schwierigen Weg, aber „Sie schaffen das“ !

Bert Brech, Sonntag, 10.September, 21:07 Uhr

37. Die konsensdemokratischen Zauberlehrlinge

Selbst wenn diese "just in time" praesentierten 5 Jahre alten Informationen der Wahrheit entspraechen, wuerde das den Sympathiewert von Frau Weidel bei potenziellen AfD- Waehlern nur noch steigern.

Die "unabhaengige" Presse - ein Teil von jener Kraft, die stets das Boese will, und stets das gute schafft. ;)

  • Antwort von Truderinger, Sonntag, 10.September, 21:15 Uhr

    Meine These: Gerade wenn die Vorwürfe stimmen, würde das ihre Sympathie unter AfDlern steigern!