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CDU-Spendenaffäre "Es gibt keine Spender"

Brisante Aussagen von Wolfgang Schäuble zur CDU-Spendenaffäre: Die geheimen Spender, die Altbundeskanzler Helmut Kohl nicht verraten wollte, habe es gar nicht gegeben, sagt der Bundesfinanzminister in einer TV-Doku.

Stand: 23.09.2016

Wolfgang Schäuble | Bild: picture-alliance/dpa

Kohl hatte eingestanden, in den 90er Jahren etwa zwei Millionen D-Mark für die Partei entgegengenommen zu haben, ohne diese als Spende auszuweisen. Die Namen der Geldgeber hatte er aber nie preisgegeben. Der Altbundeskanlzer hatte sein Schweigen immer damit begründet, den Spendern sein Ehrenwort gegeben zu haben. Woher das Geld stammte, ist bis heute ungeklärt.

Zweifel an Kohls Ehrenwort

Schäuble - langjähriger Vertrauter von Kohl - hatte schon früh Zweifel an dessen Darstellung geäußert. Er glaube nicht an die geheimen Spender, deren Namen Kohl nicht verraten wollte, weil er sein Ehrenwort gegeben habe, bekräftigte Schäuble nun. In einem Interview für einen Dokumentarfilm des SWR antwortet Schäuble nach Angaben des Senders nun auf eine Frage nach den Spendern:

"Es gibt keine. Es gab aus der Zeit von Flick schwarze Kassen."

Schäuble in der SWR-Doku

TV-Tipp

Die SWR-Dokumentation "Schäuble - Macht und Ohnmacht" des Dokumentarfilmers Stephan Lambywird am kommenden Montag (24. August) um 21.30 Uhr im Ersten ausgestrahlt.

Der 2006 gestorbene Großindustrielle Friedrich Karl Flick hatte Millionen an Parteien, Stiftungen und zahlreiche Politiker verteilt und so für einen der größten Politskandale der deutschen Nachkriegsgeschichte gesorgt. Die Affäre stürzte die Partei in die schwerste Krise ihrer Geschichte. Ein Bundestags-Untersuchungsausschuss brachte bis 2002 ans Licht, dass die CDU unter Kohl jahrelang schwarze Konten führte, die nicht in Rechenschaftsberichten auftauchten. So wurden Spenden verschleiert, mit denen Wahlkämpfe finanziert wurden. In der Folge trat Kohl als CDU-Ehrenvorsitzender zurück.


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