25

Verschwundene Russlanddeutsche Rätsel um 13-Jährige gelöst

Der Fall des Mädchens aus Berlin-Marzahn sorgte tagelang für Schlagzeilen und wurde sogar zum Politikum. Die angebliche Vergewaltigung der 13-jährigen Russlanddeutschen brachte Moskau gegen Berlin auf. Jetzt steht fest: Sie verbrachte die fragliche Nacht bei einem älteren Freund.

Stand: 29.01.2016

Proteste gegen sexuelle Gewalt | Bild: picture-alliance/dpa

Rekonstruierte Daten aus dem Handy der 13-Jährigen brachten es ans Licht: Das Mädchen hatte sich über Nacht bei einem Bekannten versteckt. Der Grund, so die Staatsanwaltschaft Berlin: Furcht vor den Eltern aufgrund schulischer Probleme. In der Wohnung des jungen Mannes, der noch bei seiner Mutter lebt, seien Sachen des Kindes gefunden worden. Mutter und Sohn seien daraufhin befragt worden. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft betonte, Hinweise auf eine Sexualstraftat gebe es nicht.

Medialer und politischer Wirbel

Demonstranten am 23.01.2016 in Berlin vor dem Kanzleramt. Die Proteste beziehen sich auf Gerüchte zu einer angeblichen Vergewaltigung einer Minderjährigen aus einer deutsch-russischen Familie im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf.  | Bild: pa/dpa/Klaus-Dietmar Gabbert zum Artikel Angebliche Vergewaltigung Russlanddeutsche protestieren in bayerischen Städten

In mehreren bayerischen Städten haben am Sonntag Russlanddeutsche gegen Flüchtlinge und eine aus ihrer Sicht ausufernde Gewalt von Ausländern demonstriert. Anlass war die angebliche Vergewaltigung eines Mädchens in Berlin. Die Tat hat nach Auskunft der Polizei aber nicht stattgefunden. [mehr]

Der Fall des russlanddeutschen Mädchens aus dem Osten Berlins hatte zu diplomatischen Verstimmungen mit Russland geführt. Das Kind war am 11. Januar vermisst gemeldet worden und blieb für gut 30 Stunden verschwunden. Nach ihrem Auftauchen erzählte die 13-Jährige von einer Entführung und Vergewaltigung durch eine kleine Gruppe "südländisch" aussehender Männer.

Ein Bericht eines russischen Fernsehkanals, in dem behauptet wurde, die Berliner Polizei vertusche den Vorfall, rief Moskau auf den Plan. Russlands Außenminister Lawrow warf den deutschen Behörden vor, den Fall verheimlicht zu haben. Bundesaußenminister Steinmeier wies die Kritik zurück und sprach von politischer Propaganda. In mehreren Städten gingen russischstämmige Demonstranten auf die Straße und protestierten gegen sexuelle Gewalt.


25