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Schäuble fordert Umdenken Rente mit 70 doch ein Thema

Kanzlerin Angela Merkel schließt die Rente mit 70 aus. Finanzminister Wolfgang Schäuble hält dagegen eine Debatte über ein höheres Rentenalter für nötig, allerdings erst nach der Bundestagswahl.

Stand: 08.09.2017

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble | Bild: picture-alliance/dpa

Sie wollte das Rententhema aus dem Wahlkampf heraushalten. Doch mit ihrer klaren Positionierung gegen eine Rente mit 70 hat Kanzlerin Angela Merkel Widerspruch in der eigenen Partei ausgelöst. So sagte Bundesfinanzminister Schäuble der "Rheinischen Post":

"Es entspricht einer gewissen Denknotwendigkeit, dass bei weiterhin steigendem Lebensalter die Altersgrenze in der Rentenversicherung nicht für alle Zeiten festgemauert stehen bleiben kann."

Wolfgang Schäuble, Bundesfinanzminister

Öffentlich hatte die Kanzlerin eine Anhebung des Rentenalters in ihrer Amtszeit ausgeschlossen. Aber Schäuble will das nicht gelten lassen. Er will nach der Wahl eine Arbeitsgruppe mit dem Thema befassen.

"Wenn man nach der Wahl eine Kommission einsetzt, sollte diese über alle relevanten Fragen nachdenken dürfen."

Wolfgang Schäuble, Bundesfinanzminister

Ein Rentenreformkonzept hatte die Union in ihr Wahlprogramm nicht aufgenommen. Dieses soll bis 2019 für die Zeit ab 2030 ausgearbeitet werden.

"Wir erhöhen das Renteneintrittsalter bereits schrittweise bis 2030 auf 67 Jahre. Deswegen werden wir uns jetzt nicht in eine öffentliche Schlacht darüber begeben, was danach passieren soll."

Wolfgang Schäuble, Bundesfinanzminister

Eine Rentendebatte im aktuellen Wahlkampf lehnt Schäuble ab - und stößt mit seinem Interview aber genau diese Debatte an. Die Opposition nimmt dies als Steilvorlage und bringt einen höheren Steuerzuschuss für die Rentenversicherung ins Spiel. Die prompte Absage an derlei Änderungen folgte von Schäuble. Das bisherige System, wonach Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Steuerzahler zu jeweils einem Drittel zur Finanzierung der Rentenkasse beitrügen, habe sich bewährt.


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Wolfgang, Mittwoch, 13.September, 18:22 Uhr

45. Rentendebatte

Fakt ist das die Menschen immer älter werden und damit die berechtigte Frage auftritt wer die Rente erwirtschaften soll. Ich halte es aber für falsch schon wieder über
ein höheres Renteneintrittsalter nachzudenken. Nach meiner Meinung sollte die Regierung vielmehr über mögliche Einsparungen nachdenken. Dabei denke ich an ständig steigende Militärausgaben, an Ehrenrenten für ehemalige Bundespräsidenten u.v.m.

Peter, Mittwoch, 13.September, 13:45 Uhr

44. Wenn alle zahlen würden...

Wer erinnert sich noch daran, dass die staatliche Rente ein Generationenvertrag ist? Das bedeutet: Wer heute arbeitet, bezahlt damit die Rente seiner Eltern.
1. Daraus kann man folgern: Wer keine Kinder in die Welt setzt, der sollte auch weniger Rente bekommen, denn er kommt dem Vertag nicht nach. Diese Menschen hätten darüber hinaus Geld genug ihre eigene Rente per Sparvertrag zu finanzieren, denn sie müssten nicht den Aufwand von min 250.000€ erbringen, um ein Kind groß zu ziehen. Darüber lässt sich beliebig streiten, insbesondere wenn es um diejenigen geht, die keine Kinder bekommen, obwohl sie welche wollen.
2. Der erste Punkt wäre aber gar nicht nötig, wenn wirklich ALLE in die Rentenkasse zahlen würden. Damit sind besonders Großverdiener gemeint, z. B. auch Fußballer, Manager, usw. Der Rentenanteil sollte prozentual wie bei allen anderen ausgerichtet sein. Schließlich haben sie auch Eltern, sonst wären sie nicht auf der Welt, und diese Eltern wollen auch finanziert werden.

frohgemut, Dienstag, 12.September, 12:55 Uhr

43. warum keine umwandlung?

es wird viel darüber geredet,ob man das Rentenalter bei 67 halten soll oder auf 70 erhöhen soll-es wird aber nicht darüber gesprochen,ob man das jetzige instabile rentensystem nicht in eine stabile bürgerrente umwandeln soll-und dafür ist ein Wahlkampf nicht geeignet,den ein stabiles System kann man nur ohne Zeitdruck aushandeln-durch eine bürgerrente wäre die Grundlage der einzahler einfach höher,und dadurch könnte man das rentenniveau auf etwa 55% steigern-auch sollten die vielen Fremdleistungen aus der rente herausgenommen werden-

ich, Montag, 11.September, 16:47 Uhr

42. rente

alternativ könnte man sagen ab 63 in den bundestag .. davor arbeiten .. dann müssen einige von den feinen dickbäuchigen noch mal auf den bau .. das würde ein spass werden

Thomas, Montag, 11.September, 12:34 Uhr

41. Jeder bekommt das, was er wählt...

Ist das geil oder ist das geil? Schäuble fährt der Bundeskanzlerin in die Parade. Nun, die Union steht in Umfragen bei 37%. Fazit: Die Deutschen wollen die Rente mit 70. In zwei Wochen werden sie - wenn die Umfragen nicht komplett lügen - genau dafür stimmen. Ich erwarte bloß, dass hinterher die Schnauze gehalten und sich nicht darüber ausgeheult wird! Wahlvolk ohne Hirn.