Rechtsextremismus in Bayern


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Angriffe auf Asylbewerber-Unterkünfte Aufklärungsquote: Mangelhaft

Fast 80 Attacken auf Asylbewerberunterkünfte gab es 2015 in Bayern. Nach Angaben des Innenministeriums wurden aber nur elf Straftaten aufgeklärt. Grund dafür ist auch ein neuer Tätertypus, sagen Kriminologen.

Von: Alf Meier

Stand: 12.03.2016

In der Nacht zum 16. Juli 2015 legen Unbekannte Feuer in einer geplanten Asylbewerberunterkunft im oberbayerischen Reichertshofen. Der Gastraum eines ehemaligen Gasthofs im Gemeindeteil Winden brennt vollständig aus. Dass es sich um Brandstiftung handelt, begangen aus Fremdenhass, ist der Polizei schnell klar. Sie stellt Benzin als Brandbeschleuniger fest. Täter konnten allerdings bis heute nicht ermittelt werden, dabei wurde sogar eine Sonderkommission gebildet.

Vergebliche Suche nach den Tätern

Bis zu 37 Beamte hätten an dem Fall gearbeitet, rund 800 Einzelspuren seien verfolgt, über 500 Personen vernommen worden, sagt Hans-Peter Kammerer, Pressesprecher der Polizeidirektion Oberbayern Süd. Sogar die Gäste eines Schulfestes, das ganz in der Nähe stattgefunden habe, habe man alle befragt. Schließlich setzt die Polizei eine Belohnung von 10.000 Euro aus - ebenfalls ohne Erfolg.

"Der Täter hat keine Spuren hinterlassen und wurde nicht gesehen."

Hans Peter-Kammerer, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern

Aufklärungsquote: 14,1 Prozent

Reichertshofen ist kein Einzelfall. Auch beim Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsunterkunft im mittelfränkischen Vorra vor über einem Jahr, tappt die Polizei noch im Dunkeln. Insgesamt 78 Angriffe auf Asylbewerberunterkünfte gab es 2015 in Bayern. Die Aufklärungsquote: magere 14,1 Prozent. Dabei werden im Freistaat im Schnitt über 60 Prozent aller Straftaten aufgeklärt.

Das Problem: Bei Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte haben die Ermittler oft wenig Anhaltspunkte. Denn die Taten geschehen meist nachts, es gibt kaum Zeugen und keine direkte Beziehung zwischen Täter und Opfer. Hinzu kommt, dass hier nicht mehr die üblichen Verdächtigen handeln, sagen Kriminologen wie Professor Henning Müller von der Universität Regensburg:

"Der Täterkreis macht sich nicht mehr unbedingt durch die Tat bemerkbar. Bei diesen Angriffen handeln neuerdings auch Täter, die bislang nicht auffällig wurden, daher hat die Polizei keine Ermittlungsansätze, wenn nicht Spuren oder Zeugen vorhanden sind."

Professor Henning Müller, Kriminologe, Universität Regensburg

Mit anderen Worten: Anschläge werden nicht mehr nur von bekannten Neonazis und brutalen Ausländerhassern verübt, die Täter kommen auch aus der bürgerlichen Mitte.

"Wir haben eine Entwicklung im Zusammenhang auch mit den neuen Äußerungsdelikten im Internet, etwa auf Facebook oder auf Demonstrationen, wo ein aggressiver, fremdenfeindlicher Tonfall herrscht,  wo sich junge Täter mit wenig Reflexionsvermögen möglicherweise animiert fühlen zur Tat zu schreiten."

Professor Henning Müller, Kriminologe, Universität Regensburg

Die Polizei stellt sich aber offenbar auf die Lage ein: In München werden am letzten Wochenende drei Jugendliche gefasst, die versucht haben sollen, eine noch unbewohnte Asylunterkunft im Norden der Landeshauptstadt mit Molotowcocktails in Brand zu setzen. Nach eigener Aussage wollten die zwei 16-Jährigen und der 17-Jährige den Bau der Unterkunft verzögern. Alle drei kamen aus der Nachbarschaft und waren bislang nicht aufgefallen.


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Zwiesel, Samstag, 12.März, 19:57 Uhr

8. Versagen oder Geduldet?

Das System versagt. Oder, versagt das System doch nicht?

Bernd Werner, Samstag, 12.März, 18:00 Uhr

7. Brandsätze auf Asylunterkünfte

Hier denke, dass es selten nur ein Täter ist. Die Tat geschieht aus einem politischen Umfeld heraus, da haben sicher mehrere Personen von dem Anschlag gewusst. Aber der Kreis hält dicht und fühlt sich auch noch im Recht, weil sie wissen, dass einige aus der örtlichen Bevölkerung dei Tat für gut heissen. Trotzdem muss die Polizei aus diesen Kreisen Hinweise herausholen. Die Aufklärungsquote kann nicht so bleiben. Wir brauchen auch Täter auf der Anklagebank, manche Menschen lernen nur unter Zufügung von Schmerzen hinzu. Und eine U-Haft mit anschliessender Verurteilung ist für viele schmerzhaft.

Pfanni, Samstag, 12.März, 17:52 Uhr

6. Frisierte Wahrheit und einseitiger Kommentar

Anni schreibt einen Kommentar und erhebt schwere Vorwürfe. Soweit so gut. Ein Musterbeispiel eines propagandistischen Kommentars, wie ich meine.
Darin wird Wissen über begangene Straftaten von Ausländern behauptet, das aber an den betreffenden Stellen also der Polizei oder StA angeblich als unterschlagen vorgeworfen wird.
Desweiteren wird dann einseitige Berichterstattung ohne nähere Begründung vorgeworfen.

Anni sind sie von der Pegiden / AfD?

Ich bin mir sicher sind es. Kompromittierender geht es kaum noch.

Guten, Samstag, 12.März, 09:59 Uhr

5.

Es sind Beamte wie Oberstaatsanwalt Zach die noch durchgriffen. Die Polizei bekam klaren Auftrag und wusste, was zu Liefern ist.

Anni, Samstag, 12.März, 09:54 Uhr

4. Frisierte Statistik und einseitige Berichterstattung

Angriffe auf Asylbewerberunterkünfte sind nur ein kleiner Teil der neuen Kriminalität, die durch die riesige Anzahl neuer Bewohner dieses Landes entstanden ist.
Da gibt es die vielen Tätlichkeiten untereinander, massenhaft Einbrüche und Diebstahl, der Geschäfte zur Aufgabe zwingt, weil keiner dafür aufkommt. Es gibt eine ungenannte Zahl sexueller Belästigungen und religiöser Nötigungen, die von den neuen Mitbewohnern ausgehen. Sie finden aber in vielen Fällen weder Eingang in den veröffentlichten Polizeibericht, werden in der Kriminalitätsstatistik nicht als Ausländerstraftaten gesondert erfasst oder tauchen in keinem Protokoll auf, weil die Polizei die Verfolgung nicht mehr leisten kann (oder darf).

Während sich junge Frauen nachts nicht mehr auf die Straße trauen, erregen sich die Medien sehr einseitig nur über Gewalt gegen Unterkünfte. Ein Ungleichgewicht, das jeden, bei dem die tägliche Gehirnwäsche noch nicht recht gefruchtet hat, zurecht beunruhigt

  • Antwort von Widersprüchler, Samstag, 12.März, 11:07 Uhr

    @Anni

    Sie sind mir ja eine lustige Knallerin. Ich helfe ihnen mal die Widersprüche ihres Kommentars zu finden.
    Sie schrieben:
    "Sie finden aber in vielen Fällen weder Eingang in den veröffentlichten Polizeibericht, werden in der Kriminalitätsstatistik nicht als Ausländerstraftaten gesondert erfasst oder tauchen in keinem Protokoll auf, weil die Polizei die Verfolgung nicht mehr leisten kann (oder darf)."
    Sie müssen der Überpolizei angehören, wenn sie mehr wissen als die Polizei "erlaubt".
    Woher nehmen sie diese Erkenntnisse?

    Kennen sie sich mit der PKS aus? Welche haben sie bisher gelesen? Von wem wird sie erstellt? Was bezeichnet das Hellfeld undnwas das Dunkelfeld?
    Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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  • Antwort von Truderinger, Samstag, 12.März, 12:16 Uhr

    @Anni: Ich kenne keine Frau, die sich nachts nicht mehr auf die Straße traut. Sie lügen!!!

  • Antwort von LiFe, Samstag, 12.März, 22:10 Uhr

    Bei uns sind Mädels jeden Samstagabend unterwegs. Wir stellen fest, dass die Flüchtlinge sehr häuslich sind. Ich denke sie trauen sich nachts nicht nachts unterwegs zu sein. Ich schreibe das nicht, um ihnen zu widersprechen. Sie brachten mich auf diese Feststellung, die ich gemacht habe.