Rechtsextremismus in Bayern


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Mutmaßliches NSU-Opfer Gedenktafel für Enver Simsek offenbar gestohlen

Eine inoffizielle Gedenktafel für das mutmaßliche NSU-Opfer Enver Simsek in Nürnberg ist seit Weihnachten verschwunden. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Es ist nicht das erste Mal, dass die Tafel gestohlen wurde.

Stand: 07.01.2016

Gedenkveranstaltung für Enver Simsek | Bild: Bayerischer Rundfunk

Die Tafel wurde in der Nacht vom 26. auf 27. Dezember 2015 von einem Baum an der Liegnitzer Straße in Nürnberg entwendet. Er befindet sich in der Nähe des Tatorts, an dem Enver Simsek als erstes Opfer vom NSU ermordet wurde. Das an einem Baum neben dem Tatort im Süden der Stadt angebrachte Schild mit einem Porträt des getöteten Mannes sei offenbar gestohlen worden, sagte ein Polizeisprecher. Die Kripo ermittle inzwischen gegen Unbekannt. Polizeibeamte hätten damit begonnen, sich im angrenzenden Wald nach der Gedenktafel umzuschauen.

"Von Nazis ermordet. Kein Vergeben, kein Vergessen"

Das Schild mit dem Porträt Simseks und den Worten "Von Nazis ermordet. Kein Vergeben, kein Vergessen" sei vor einem Jahr schon einmal entwendet worden. Die Tafel sei später im nahen Wald gefunden und wieder am Baum angebracht worden, sagte der Polizeisprecher. Das Verschwinden der Tafel bestätigte die Nürnberger Rechtsextremismus-Expertin Birgit Mair nun dem Bayerischen Rundfunk. Mair vermutet einen rechtsradikalen Hintergrund.

Rechte Gewalttaten in Bayern

Im September 2000 ermordet

Unbekannte hatten Simsek am 11. September 2000 an seinem Blumenstand unweit der Nürnberger Trabantensiedlung Langwasser erschossen. Die rechtsextreme Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) soll die Tat ebenso wie die Morde an zwei anderen Nürnberger Kleinunternehmern begangen haben. Auf das Konto des Terror-Trios sollen bundesweit zehn Morde gehen.


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