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Rechtsextreme Szene Razzia bei "Bavaria Vikings"

Bayernweit hat die Polizei am Dienstag Durchsuchungen bei den selbsternannten "Bavaria Vikings" durchgeführt. Gefunden wurden verbotene Waffen und rechtsextremes Propagandamaterial.

Von: Birgit Gamböck, Henning Pfeifer

Stand: 14.03.2017

Polizeiwagen | Bild: pa/dpa

Die Münchner Staatsanwaltschaft ließ am Dienstagvormittag 21 Objekte im Bundesgebiet durchsuchen, 18 davon in Bayern. Wie das Innenministerium mitteilte, besteht bei der Gruppierung der Verdacht, dass sie Rechtsextremen nahesteht und sich möglicherweise zu einer kriminellen Vereinigung zusammengeschlossen hat.

"Es gibt Anhaltspunkte, dass die Beschuldigten eine rechte Gesinnung haben oder mit einer solchen jedenfalls sympathisieren."

Staatsanwaltschaft München I

Auch Verstöße gegen das Waffengesetz werden der Gruppe zur Last gelegt. Dabei geht es nach Auskunft der Staatsanwaltschaft nicht um Schusswaffen, sondern etwa um Schlagringe. Im Zentrum der Ermittlungen stehen 20 Beschuldigte, davon 18 in Bayern und jeweils einer aus Brandenburg und Nordrhein-Westfalen.

Schwerpunkt im niederbayerischen Kelheim

Die Staatsanwaltschaft hielt sich noch bedeckt, was Einzelheiten zu der Gruppierung angeht. Eine Sprecherin sagte lediglich, dass die "Bavaria Vikings" hauptsächlich in Niederbayern aktiv seien. Hier wurden nach Informationen des Bayerischen Rundfunks acht Objekte im Landkreis Kelheim durchsucht.

In Oberbayern liefen fünf Einsätze, drei im Landkreis Fürstenfeldbruck, einer im Kreis Starnberg und einer in Pfaffenhofen an der Ilm. Außerdem gab es eine Durchsuchung in Augsburg, zwei in Bamberg, eine im Raum Weiden und eine bei Schweinfurt. Insgesamt rund 150 Beamte waren am Vormittag im Einsatz und filzten Wohnungen und Arbeitsstellen.

Sichergestellt wurden laut Innenministerium unter anderem Mobiltelefone und Computer. Außerdem fanden die Ermittler verbotene Gegenstände nach dem Waffengesetz sowie diverse rechtsextreme Schriften. Die Durchsuchungsergebnisse werden nun ausgewertet. Die Staatsanwaltschaft prüft dann, ob sich der Verdacht erhärtet.

"Fakt ist: Wir dulden in Bayern keinerlei rechtsextreme Umtriebe. Selbst bei geringsten Verdachtsmomenten gehen wir mit allen Mitteln des Rechtsstaats dagegen vor."

Joachim Herrmann, Bayerischer Innenminister (CSU)

Schlagringe und Elektroschocker aus Tschechien

Die Gruppe soll laut Ministerium versucht haben, sich Schlagringe und Elektroschockgeräte in der Tschechischen Republik zu verschaffen. Nach BR-Informationen wurden heute ein Schlagring und ein Springmesser beschlagnahmt. Ausgangspunkt der Ermittlungen war ein Angriff gegen zwei Somalier Ende vergangenen Jahres im Raum Fürstenfeldbruck, den Mitglieder der "Bavaria Vikings" begangen haben sollen.


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