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Fahrradfreundliche Städte in Bayern "Augsburg ist der Shooting-Star"

Es rührt sich etwas in Bayern, wenn es ums Thema Radfahren geht. Augsburg, Regensburg und Zirndorf sind die Aufsteiger unter den fahrradfreundlichsten Städten. Dennoch kritisiert der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club in einer Studie: Der Freistaat müsse als finanziell gut ausgestattetes Bundesland noch viel mehr tun. Von Lutz Bäucker

Von: Lutz Bäucker

Stand: 19.05.2017

Der ADFC hat auf der Suche nach den fahrradfreundlichsten Städten in Deutschland im Herbst 2016 bundesweit rund 120.000 Radfahrer befragt. Themen waren unter anderem die Sicherheit und die Radl-Infrastruktur in ihrer Stadt.

Augsburg sorgt für Sicherheit

Die Augsburger äußersten sich sehr zufrieden. Die Stadt verbessert bereits seit Jahren ihr Klima für Radler. Mit dem Neubau des Königsplatzes haben sie ihre Verkehrswege neu geordnet. Das bringt mehr Sicherheit für die Fahrfahrer.

"Augsburg ist der Shooting-Star. Auch Regensburg und Zirndorf  machen viel für ihre Radler."

Armin Falkenhain, der Landesvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Bayern

Gunzenhausen sorgt für Überraschung

Auch sehr erfreulich: Das kleine Gunzenhausen in Mittelfranken bekommt beste Noten. Touristen und Einheimische bekommen inmitten der fränkischen Seenplatte offenbar eine wunderbare Infrastruktur.

Städteranking in Bayern

München sorgt sich ums Image

Ins Stocken geraten ist dagegen der Entwicklung des Radverkehrs in München. Die Landeshauptstadt macht zwar eine gute Figur in punkto Radl-Werbung und Imagepflege. Von der selbst ernannten Radlhauptstadt ist sie aber meilenweit entfernt.

Fahrrad-Club: Bayern müsste viel mehr tun

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Insgesamt bewertet der ADFC in Situation in Bayern eher kritisch. Gerade als finanziell gut ausgestattetes Bundesland könnte und müsste der Freistaat viel mehr für ein gutes Fahrradklima zwischen Aschaffenburg und Berchtesgaden tun. In Nordrhein-Westfalen und Hessen haben Radfahrer mehr Sicherheit, mehr Komfort und weniger Stress als in Bayern.

Zwar investieren bayerische Städte wie auch der Freistaat in den Ausbau des Radverkehrs. Radwege aber würden vielerorts zu Lasten der Fußgänger angelegt, meint der ADFC.

Und: Die Breite der Radwege werde aber in den meisten Städten als zu gering beklagt. Das Sicherheitsgefühl unter Radfahrern sei dementsprechend nicht besonders groß.

Wie radlerfreundlich sind bayerische Städte?

Großstädte

Im Fahrradklimatest des ADFC landet Augsburg bei den Städten über 200.000 Einwohner bundesweit auf Platz 11, gefolgt von München (Platz 13) und Nürnberg (Platz 24).

Mittelgroße Städte

Auf den bundesweit vorderen Plätzen bei den Städten bis 200.000 Einwohner rangieren hier Erlangen (Platz 3) und Ingolstadt (Platz 5). Regensburg folgt auf Platz 10. Schlechter bestellt ist es um die Fahrradfreundlichkeit in Fürth (Platz 23) und Würzburg (Platz 34)

Kleinere Städte

Landshut kommt bei den Städten von 50.000 bis 100.000 Einwohnern bundesweit auf Platz 33, Bayreuth auf Platz 42, Bamberg auf Platz 58. Mit Aschaffenburg, Rosenheim, Kempten und Schweinfurt finden sich hier vier Städte im unteren Drittel.

Kommunen

Gunzenhausen im Altmühltal findet sich bei den Kommunen bis 50.000 Einwohnern auf bundesweit auf Platz 13, gefolgt von Königsbrunn auf Platz 17 und Herzogenaurach auf Platz 19. Deutlichen Verbesserungsbedarf sieht der ADFC in dieser Kategorie in Amberg, Straubing, Passau und Hof. Diese Städte liegen bayern- wie bundesweit auf den hintersten Plätzen.

Mehr Geld für Radler

Der Freistaat Bayern will mit dem "Radverkehrsprogramm Bayern 2025" zwischen 2015 und 2019 insgesamt 200 Millionen Euro investieren. München stehen über die Nahmobilitätspauschale jährlich zehn Millionen Euro für Radverkehrsmaßnahmen zur Verfügung. Nürnberg hat einen Etat von 1,1 Millionen Euro für die Radinfrastruktur; Augsburg hat im vergangenen Jahr 950.000 Euro ausgegeben und will diesen Anteil 2017 erhöhen.

In vielen Städten gibt es darüber hinaus projektbezogene Zahlungen. Als Vorreiter gilt laut ADFC schon seit langem Erlangen. Die Stadt investiert regelmäßig 50.000 bis 100.000 Euro in den Radverkehr, verhältnismäßig wenig. Dazu kommen allerdings jährlich unterschiedliche hohe Sonderprojekte.


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