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Problem-Immobilien Der Freistaat lässt geerbte Häuser verfallen

Jedes Jahr erbt der Freistaat Bayern mehrere hundert Immobilien. Weil die gesetzlichen Erben ihre Erbschaften ausschlagen, muss der Freistaat als sogenannter "Zwangserbe" einspringen. Momentan hat er rund 3.000 solcher Immobilien im Besitz. Die meisten davon liegen in Ober- oder Unterfranken und müssten mit großem Aufwand saniert oder abgerissen werden.

Von: Walter Kittel

Stand: 17.07.2017

Nachlassimmobilie im Besitz des Freistaats Bayern | Bild: Immobilien Freistaat Bayern

Auf vielen Immobilien bleibt der Freistaat sitzen. In den betroffenen Regionen gibt es für stark sanierungsbedürftige Häuser oder Abrissgebäude einfach zu wenige Kaufinteressenten. Das ist ein Problem - vor allem für die jeweiligen Gemeinden und Nachbarn solcher Grundstücke. Denn kann der Freistaat nicht verkaufen und greift auch niemand bei einer Zwangsversteigerung zu, passiert in vielen Fällen über Jahre nichts.

Der CSU-Landtagsabgeordnete Alexander König aus dem Stimmkreis Hof fordert, "dass im jeweiligen Einzelfall so schnell wie möglich der Kontakt mit dem jeweiligen Bürgermeister und mit der jeweiligen Kommune aufgenommen wird und man gemeinsam überlegt, was man hier tun kann."

BR Recherchen vor Ort - in Ober- und Unterfranken - ergaben: Viele Bürger und Nachbarn in den betroffenen Gemeinden sind fassungslos: Wie kann der Freistaat Bayern als Eigentümer nur so untätig bleiben und Gebäude weiter verfallen oder Grundstücke verwildern lassen? Anfang März hatte Finanzminister Markus Söder (CSU) angekündigt, drei Millionen Euro zusätzlich für die Pflege geerbter Immobilien auszugeben.


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