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Inferno in Portugal Mehr als 60 Tote bei Waldbrand

Ein verheerender Waldbrand hat in Portugal mindestens 62 Todesopfer gefordert. Viele Menschen starben auf der Flucht in ihren Autos, als die Flammen ihnen den Weg abschnitten. Inzwischen meldet die Feuerwehr erste Erfolge.

Von: Marc Dugge und Johanna Popp

Stand: 18.06.2017

Waldbrand in Portugal | Bild: Reuters/Rafael Marchante

Der verheerende Waldbrand in Portugal mit mindestens 62 Toten ist zum Teil unter Kontrolle. Zwei der insgesamt vier Feuerfronten habe die Feuerwehr im Griff, sagte Jorge Gomes, Staatssekretär im Innenministerium, am Sonntagnachmittag in der am stärksten betroffenen Region knapp 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon. Die Regierung von Portugal hat wegen der Katastrophe inzwischen eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen.

Schwierige Löscharbeiten

Zunächst sei der Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern am Sonntag über längere Zeit wegen starker Rauchentwicklung völlig unmöglich gewesen, so Gomes. Weiterhin würden die Arbeiten von hohen Temperaturen, extremer Trockenheit und starken Winden behindert.

Weitere Todesopfer befürchtet

Laut einem Sprecher des portugiesischen Innenministeriums waren viele der Opfer auf einer Nationalstraße unterwegs. Sie hätten versucht, den Flammen zu entkommen, seien aber vom Feuer eingeschlossen worden und in ihren Autos verbrannt. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer weiter steigt. Dutzende Menschen wurden bei dem Feuer verletzt. Es handle sich um die größte Waldbrandtragödie, die das Land in den vergangenen Jahren erlebt habe, erklärte Portugals Ministerpräsident Antonio Costa.

Hunderte Feuerwehrleute im Einsatz

Der Waldbrand war gestern Nachmittag in der Region Pedrógão Grande ausgebrochen und hatte sich mit großer Wucht ausgebreitet. Nach Angaben der Regierung kämpften 700 Feuerwehrleute gegen das Feuer. Frankreich und Spanien entsandten Löschflugzeuge zur Unterstützung der portugiesischen Einsatzkräfte.

Die Ursache für den Brand ist noch unklar. Portugal und Spanien erleben derzeit allerdings eine ungewöhnlich frühe Hitzewelle, mit Temperaturen von teils über 40 Grad. Da es in weiten Teilen Portugals im Winter kaum geregnet hat, sind die Wälder ausgetrocknet. Das Land zählt derzeit über 150 Waldbrände.


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