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Sachsen-Anhalt Poggenburgs Ausfälle - Türkische Gemeinde erwägt Anzeige gegen AfD-Politiker

Eigentlich sollten die feucht-fröhlichen Bierzelt-Auftritte am politischen Aschermittwoch Gelegenheit bieten, den politischen Gegner mit Häme, Esprit und Polemik vorzuführen. AfD-Politiker André Poggenburg griff aber zu solch derben Beleidigungen, dass es Ärger mit der Justiz nach sich ziehen könnte.

Stand: 15.02.2018

14.02.2018, Sachsen, Pirna: André Poggenburg, Vorsitzender der AfD in Sachsen-Anhalt, spricht auf dem politischen Aschermittwoch der sächsischen AfD.. Foto: Sebastian Kahnert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Bild: dpa-Bildfunk/Sebastian Kahnert

Nach den verbalen Attacken von Sachsen-Anhalts AfD-Chef André Poggenburg gegen die Türkische Gemeinde in Deutschland prüft diese nun rechtliche Schritte. Das sagte der Verbandsvorsitzende Gökay Sofuoglu der "Stuttgarter Zeitung" (online).

"Kümmelhändler und "Kameltreiber"

Poggenburg hatte am Mittwochabend beim politischen Aschermittwoch seiner Partei im sächsischen Nentmannsdorf die Türkische Gemeinde unter anderem als "Kümmelhändler und "Kameltreiber" verunglimpft. Sofuoglu verurteilte die Aussagen: "Das zeigt das Niveau der AfD." Die Partei habe "keine Hemmungen, diskriminierende und rassistische Aussagen zu tätigen".

Selber einen "Völkermord am Arsch"

Poggenburg hatte die Kritik der Türkischen Gemeinde an der geplanten Schaffung eines Heimatministeriums aufgegriffen. Der Politiker sagte wörtlich: "Diese Kümmelhändler haben selbst einen Völkermord an 1,5 Millionen Armeniern am Arsch... und die wollen uns irgendetwas über Geschichte und Heimat erzählen? Die spinnen wohl! Diese Kameltreiber sollen sich dahin scheren, wo sie hingehören." Zugleich äußerte Poggenburg Kritik an der doppelten Staatsbürgerschaft, die nichts anderes hervorbringe "als heimat- und vaterlandsloses Gesindel".


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