42

Tödliche Schießerei in Paris IS reklamiert Angriff für sich

Nach einer Schießerei auf dem Pariser Prachtboulevard Champs-Elysées ist ein Polizist getötet worden, zwei weitere wurden laut Pariser Polizei verletzt. Auch der Angreifer sei getötet worden, so die Beamten. Die Terrormiliz IS bensprucht den Angriff für sich.

Stand: 20.04.2017

Drei Tage vor der ersten Runde der Präsidentenwahl in Frankreich ist mitten in Paris erneut ein möglicherweise islamistisch motivierter Anschlag verübt worden. Auf den Champs-Elysees erschoss ein Angreifer nach Angaben des Innenministeriums einen Polizisten und verletzte zwei weitere, bevor er von Sicherheitskräften getötet wurde. Ein weiterer Attentäter könnte noch auf der Flucht sein. Präsident Hollande zeigte sich überzeugt, dass es sich um einen terroristischen Angriff handelte. Die Staatsanwaltschaft leitete Terrorermittlungen ein. Die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Tat umgehend für sich.

Liveblog

Zahlreiche Polizeifahrzeuge

Zahlreiche Polizeifahrzeuge unterwegs.

Der Angreifer habe am Abend nahe der Metro-Station Franklin Roosevelt auf die Polizisten gefeuert, die die Gegend bewachten, teilte die Polizei mit. Sie rief die Bevölkerung auf, die Gegend um den Prachtboulevard zu meiden. Auf der riesigen Straße waren zahlreiche Polizeifahrzeuge zu sehen. Auf Fernsehbildern war zu sehen, dass die Champs-Elysées komplett gesperrt wurden.

Ein Auto habe neben einem Polizeiwagen gehalten, ein Insasse des Autos habe das Feuer eröffnet und einen Polizisten getötet, sagte ein Sprecher des Innenministeriums dem Sender BMTV. Anschließend habe er nach versucht, zu Fuß zu fliehen, und habe dabei auf weitere Polizisten geschossen und zwei verletzt. Die Beamten hätten ihn niedergeschossen. Der Mann habe wohl eine automatische Waffe benutzt.

Seit Ende 2015 herrscht Ausnahmezustand

Polizei im Einsatz.

In Frankreich gelten kurz vor der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am Sonntag deutlich verschärfte Sicherheitsvorkehrungen. Innenminister Matthias Fekl hatte bereits angekündigt, dass die Präsidentenwahl an diesem Sonntag von 50.000 Polizisten und Soldaten geschützt werden soll.

Landesweit sind tausende Polizisten und Soldaten der Anti-Terroreinheit im Einsatz. In dem Land gilt seit den Anschlägen im November 2015 der Ausnahmezustand. Die Polizei hatte erst am Dienstag in Marseille zwei mutmaßliche Islamisten festgenommen, in deren Wohnung ein Waffenarsenal versteckt war. Laut Anti-Terrorstaatsanwalt François Molins drohte ein Anschlag in den nächsten Tagen. Die Sicherheitsmaßnahmen wurden daraufhin verstärkt.

Die Polizei hatte erst am Dienstag in Marseille zwei mutmaßliche Islamisten festgenommen, in deren Wohnung ein Waffenarsenal versteckt war. Laut Anti-Terrorstaatsanwalt François Molins drohte ein Anschlag in den nächsten Tagen.


42