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Segen im Vatikan Weihnachtsbotschaft des Papstes

Der Papst hat den apostolischen Segen "Urbi et Orbi" gespendet. Vor Zehntausenden Menschen auf dem Petersplatz in Rom und Millionen Fernsehzuschauern in aller Welt verlas er in 65 Sprachen Weihnachtsgrüße.

Stand: 25.12.2012

Benedikt XVI. rief zu einer Überwindung des Egoismus auf. Mit der Geburt Christi vor 2.000 Jahren habe Gott das Unmögliche getan und sei Mensch geworden. "Der Unendliche ist ein Kind geworden und in die Menschheit eingetreten", sagte der Papst vor mehreren zehntausend Menschen. Er habe Liebe und Wahrheit, Gerechtigkeit und Frieden mit sich gebracht. Der Mensch müsse sich diesem Gott im Glauben öffnen. Es gelte, Egoismus und jedes "Sich-Verschließen" zu überwinden. Trotz aller Schwierigkeiten und Missstände in der Welt bestehe die zuverlässige Hoffnung, dass durch die Wahrheit Gottes letztlich Liebe, Gerechtigkeit und Frieden in die Welt komme. Benedikt XVI. griff damit einen Gedanken seiner Mitternachtspredigt auf. Dort hatte er davor gewarnt, Gott aus der Welt und dem Leben auszublenden und ihn abzuweisen.

Päpstlicher Segen

Nach seiner Weihnachtsbotschaft spendete das 85-jährige Kirchenoberhaupt den feierlichen Segen "Urbi et orbi", der Stadt Rom und dem Erdkreis. Zuvor richtete er Weihnachtsgrüße in 65 Sprachen an alle Welt. Auf Deutsch sagte er: "Die Geburt Jesu Christi, des Erlösers der Menschen, erfülle Euer Leben mit tiefer Freude und reicher Gnade; sein Friede möge in Euren Herzen wohnen. Gesegnete und frohe Weihnachten!". Die Weihnachtszeremonie mit dem Papst wurde von 65 TV-Stationen weltweit übertragen.

Gebete für den Frieden

Mit eindringlichen Worten bat Papst Benedikt XVI. bei der Christmette an Heiligabend um Frieden im Nahen Osten: "Beten wir in dieser Stunde für die Menschen, die heute dort leben und leiden. Beten wir darum, dass dort Friede sei. Beten wir darum, dass Israelis und Palästinenser im Frieden des einen Gottes und in Freiheit ihr Leben entfalten können." Auch Libanon, Syrien und Irak bezog das Oberhaupt der katholischen Kirche in sein Gebet mit ein. Benedikt warb um Verständigung zwischen den Religionen in der ganzen Region. "Dass die Christen in diesen Ländern des Ursprungs unseres Glaubens dort ihr Zuhause behalten können, dass Christen und Muslime im Frieden Gottes miteinander ihre Länder aufbauen."

Papst fordert Entschleunigung

Zusammen mit tausenden Gläubigen feierte der Papst die Christmette im Petersdom. Der 85-Jährige fuhr wie im Vorjahr auf einer rollenden Plattform mit Haltestange im Mittelgang zum Altar. Dort zelebrierten mit ihm rund 30 Kardinäle die Messe, die in etwa 60 Länder der Welt und live im Internet übertragen wurde. In seiner Predigt wandte sich der Pontifex auch gegen die zunehmende Beschleunigung des Lebens: "Je schneller wir uns bewegen können, je zeitsparender unsere Geräte werden, desto weniger Zeit haben wir." Das betreffe auch unser Denken und Fühlen. "Wir sind mit uns selbst vollgestellt, so dass kein Raum für Gott bleibt. Und deshalb gibt es auch keinen Raum für die anderen, für die Kinder, für die Armen und Fremden." Die Frage nach Gott erscheine nie dringend, weil die Zeit schon ausgefüllt sei. "Es gibt keinen Platz für ihn. Auch in unserem Fühlen und Wollen ist kein Raum für ihn da. Wir wollen uns selbst." Nötig sei eine Abkehr von Materialismus und Ich-Bezogenheit.


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