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Israels Hauptstadt Papst Franziskus besorgt über Trumps Pläne zu Jerusalem

Die Pläne von US-Präsident Trump zur Anerkennung von Jerusalem als Hauptstadt Israels haben weltweit Besorgnis ausgelöst - auch bei Papst Franziskus. Er mahnt zu "Weisheit und Vorsicht". Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland spricht dagegen von einer Umsetzung bereits gelebter Praxis.

Von: Jan-Christoph Kitzler

Stand: 06.12.2017

Den Plan der Trump-Regierung, die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen, erwähnte der Papst nicht ausdrücklich. Franziskus appellierte jedoch, so wörtlich an alle, den Status quo Jerusalems und die Resolutionen der Vereinten Nationen zu respektieren.

Gefragt sind "Weisheit und Klugheit"

Der Papst äußerte sich öffentlich vor tausenden Gläubigen auf dem Petersplatz während der Generalaudienz. Franziskus zeigte sich sehr besorgt angesichts der Situation, die in den letzten Tagen entstanden sei. Er sagte: Jerusalem sei Juden, Christen und Muslimen gleichermaßen heilig, ein Ort an dem Heilige aller drei Religionen verehrt würden und ein Ort, der, "eine besondere Berufung zum Frieden" habe. Er gab der Hoffnung Ausdruck, dass neue Spannungen vermieden würden und dass sich "Weisheit und Klugheit" durchsetzen.

Kontakt zur Palästinenserführung

Das Kirchenoberhaupt hatte gestern Abend in einem Telefongespräch mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas über die Lage beraten, nachdem die Pläne Trumps bekanntgeworden waren. Abbas habe nach einer Unterredung mit Trump, der ihm seine Pläne erläutert habe, das Gespräch gesucht, teilte Vatikansprecher Greg Burke mit.

Papst Franziskus hatte bereits im Mai 2014, während seiner zweiten Auslandsreise, Israel und die Palästinensergebiete besucht. Damals hatte er Vertreter der großen Religionen getroffen. Er hatte auch an der großen Mauer gebetet, die Israel an der Grenze zu den Palästinensergebieten errichtet hat, ebenso betete er damals an der Klagemauer von Jerusalem.

Zentralratspräsident Schuster: Zeitpunkt unglücklich

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat Trumps Pläne als Umsetzung bereits gelebter Praxis bezeichnet. Der Zeitpunkt aber sei alles andere als glücklich, sagte Schuster dem Bayerischen Rundfunk in Würzburg. "Trump macht mit dieser Ankündigung nichts anderes, als die jahrzehntelange Praxis zu bestätigen." Schließlich sei der israelische Regierungssitz und auch ein US-Konsulat bereits in Jerusalem und auch ausländische Staatsgäste kämen auf Staatsbesuchen immer nach Jerusalem.

Auf der anderen Seite sei der Zeitpunkt der Entscheidung alles andere als glücklich. Ob sie in allen Punkten durchdacht ist, diese Frage muss man stellen, so Schuster. Er habe die Sorge, dass es aktuell zu Verwerfungen in der Region komme, ganz lokal in Jerusalem und in Gebieten ringsum, aber auch in Gebieten um Israel herum.


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Kommentare

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Udo Luetjen, Dienstag, 12.Dezember, 06:35 Uhr

3. Jerusalem

Zion, die Stadt Davids ist Jerusalem. Von hier möchte Gott sein Volk regieren und das ist sicher auch die Regierungsstadt Israels. Auch wenn es die Weltgemeinschaft nicht wahrhaben will. Ihr Staatsmänner der EU lasst euch raten und erkennt Jerusalem an, auch der Papst.

Squareman, Mittwoch, 06.Dezember, 14:39 Uhr

2. Umsetzung gelebter Praxis?

Dann müssen auch sofort die gerechtfertigten Sanktionen gegen Russland wegen der Annektion der Krim entfallen. Gleiches Recht für alle. Wieso gibt es eigentlich keine Sanktionen gegen Israel wegen der Annektion von Ostjerusalem?

Isabell Speidel, Mittwoch, 06.Dezember, 14:23 Uhr

1. In Jerusalem beginnt das Heil

Der Papst möchte also wie einst Luther gegen Israel und gegen die Juden zu Felde ziehen?
Anders kann man sich diese Schwurbelei (was anderes kommt bei diesem Papst sowieso nicht!) nicht mehr erklären.
Jerusalem ist die Stadt von Juden und Christen und die Juden müssen dort ihre Hauptstadt errichten wie es in der Bibel bereits erwähnt wird,
damit die Zeit der Parusie anbrechen kann.

  • Antwort von Didier, Mittwoch, 06.Dezember, 16:01 Uhr

    @ Isabell Speidel: Wenn alle gegenwärtig aktiven Personen so weitermachen, wird vom irdischen Jerusalem kaum noch ein Sandkorn übrigbleiben. Ich finde das schon eine äußerst verdrehte Interpretation der Apokalypse, zu sagen, die Menschen müssten dieses Jerusalem wieder einzig den Juden aktivieren, damit irgendwas weiter geht. Schon zu George W. Bushs Zeiten fand ich diese Interpretation bosartig.