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Oxfam-Studie Wenigen Reichen gehört die halbe Welt

Die 62 reichsten Menschen der Erde besitzen laut einer Studie der internationalen Hilfsorganisation Oxfam mittlerweile genauso viel wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Oxfam fordert deshalb unter anderem, mehr Steuern für die Reichen.

Stand: 17.01.2016

Müllsammelnder Junge, Mann im Abzug im Auto | Bild: picture-alliance/dpa

Vor einem Jahr waren es noch die 80 Reichsten, die genauso viel besaßen wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung, das zeigen die Oxfam-Studien von heuer und vom vergangenen Jahr. Fast überall nehme die soziale Ungleichheit dramatisch zu, beklagte Oxfam. Zu den Ursachen gehören der Studie zufolge eine völlig unzureichende Besteuerung großer Vermögen und Kapitalgewinne sowie die anhaltende Verschiebung von Profiten in Steueroasen.

Immer weniger Geld für immer mehr Arme

Kinder im Kongo - das Land gehört zu den ärmsten der Welt

Rund 70 Superreiche besitzen laut Oxfam mehr als die übrigen rund sieben Milliarden Menschen auf der Erde. Das Vermögen der 62 Reichsten - unter ihnen 53 Männer - sei allein in den letzten fünf Jahren um 44 Prozent auf 1,61 Billionen Euro gewachsen. Zugleich habe sich das Gesamtvermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung um rund eine Billion US-Dollar verringert. Einen Rückgang um 41 Prozent - obwohl im selben Zeitraum die Weltbevölkerung um 400 Millionen Menschen gewachsen sei - erklärt Oxfam im aktuellen Bericht zur sozialen Entwicklung.

Steuern und Steueroasen verschärfen die soziale Ungleichheit

Die Cayman-Inseln - ein beliebtes Steuerparadies

"Wir leben in einer Welt, deren Regeln für die Superreichen gemacht sind", sagt Tobias Hauschild, er ist bei Oxfam Deutschland zuständig ist für die Finanzierung von Entwicklungsprojekten. Der Kampf gegen Armut und Krankheiten werde dadurch erschwert, sagte Hauschild: "Nötig ist ein Wirtschafts- und Finanzsystem, vom dem alle profitieren." Dazu gehört laut der Oxfam-Studie, dass "Konzerne sich nicht länger aus ihrer Verantwortung stehlen". Neun von zehn Großkonzernen hätten Niederlassungen in mindestens einer Steueroase. Gewinne sollten allein dort versteuert werden, wo sie erwirtschaftet werden, fordert Oxfam. Die Politik müsse dafür sorgen, dass Steueroasen trockengelegt werden, die Superreichen das Verstecken riesiger Werte ermöglichten.

Mit Transparenz und gerechteren Steuern die soziale Ungleichheit bekämpfen

Um ein gerechtes internationales Steuersystem zu schaffen, muss man Oxfam zufolge Unternehmen zu einer öffentlichen und länderbezogenen Berichterstattung über Gewinne und deren Versteuerung verpflichten. Außerdem müssten Staaten einen "ruinösen Wettlauf um die niedrigsten Steuersätze" beenden und sämtliche Steueranreize transparent machen. Und: Statt den Kosum mit immer höheren Steuern zu belegen, sollten, laut Oxfam, höhere Abgaben auf große Vermögen und Kapitalgewinne erhoben werden. Außerdem fordert Oxfam eine stärkere Berücksichtigung von Entwicklungsländern bei der Verwendung solcher Steuereinnahmen mit Hilfe einer "zwischenstaatlichen Steuerinstitution auf UN-Ebene, die alle Länder umfasst".

Kritik an den Oxfam-Vorschlägen

Fachleute des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln widersprechen Teilen der Oxfam-Studie. "Nur weil mehr Steuern eingetrieben werden, bedeute das nicht automatisch auch, dass die Armen von den Mehreinnahmen profitieren", sagte IW-Expertin Judith Niehues dem Berliner "Tagesspiegel" (Montagsausgabe). "Armut lässt sich nicht rein über die Einnahmenseite bekämpfen". Wichtiger seien Investitionen in Bildung und ein leichterer Zugang zum Arbeitsmarkt.

Obwohl der Kampf gegen Steueroasen wichtig sei, könne er den Armen möglicherweise nur bedingt helfen, sagte IW-Forscher Tobias Hentze dem "Tagesspiegel". Es sei außerdem schwer abzusehen, welche Länder dadurch am Ende mehr Steuern einnehmen würden. "Es kann durchaus sein, dass hiesige Firmen künftig manches etwa in China oder Indien statt hierzulande versteuern müssen", sagte er. Dann bliebe am Ende sogar weniger Geld in deutschen Kassen hängen - was dem Bund weniger Spielraum für soziale Unterstützung geben würde.


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Empört, Dienstag, 19.Januar, 02:56 Uhr

7. I am what I am? Am I?

I am what I am
And what I am needs no excuses???????
Needs no excuses? Ich glaube doch.

Matthias Niemann, Dienstag, 19.Januar, 02:49 Uhr

6. Scham


Ich schäme mich.

Armer, Montag, 18.Januar, 02:27 Uhr

5. Was sollten Arme mit Geld?

Dann wären sie reich statt arm?!

Schafft den Neid ab.

  • Antwort von Matthias Niemann, Dienstag, 19.Januar, 03:02 Uhr

    Nahrung finanzieren!!!! Und Krankenhilfe!!! Und Bildung!!!

    Und dann noch Kunst, Kultur, ...

    Was hat das mit Neid zu tun?????

Udo Pablitschko, Sonntag, 17.Januar, 22:53 Uhr

4. Umverteilung der Erträge aus Wirtschaftsleistungen ? NEEEE...

Super-Reichen was weg nehmen ???

Das wird wohl nix !!!

Die Reichen haben gekaufte Politiker und "Lobbyisten !

Die haben keinen Anwalt sondern Rechtsabteilungen mit leistungsfähigen "Rechtsverdrehern" !

Die brauchen keine Bodygards, die haben eigene Armeen !

NEEEE ! Rothschild und Co. "gäben nix" !

Und daran wird sich auch ein fiktiver "Schöpfergott" oder ein -seit fast 2000 Jahren sehnlichst erwarteter "Messias"- nix ändern !

AUSSERDEM: Auch ein gewaltiges Heer von sog. "Kirchenfürsten" lebt ganz gut von den "Bröseln" die von den Tischen der Reichen fallen, bzw. was ihnen -im Auftrag der Reichen- von politisch Tätigen überlassen wird !!!

Barbara, Sonntag, 17.Januar, 20:51 Uhr

3. Wem gehört die Welt?

Gott hat die Welt für alle geschaffen! Und er hat den Menschen aufgetragen, die Güter gerecht zu verwalten!

  • Antwort von Udo Pablischko, Sonntag, 17.Januar, 23:17 Uhr

    Ach neee, "Schwester Barbara" !

    Nicht schon wieder mit Bibelsprüchen drohen !

    Informieren Sie sich auch manchmal bei Nachrichten(Zeitung, TV, etc.) ?

    Also: Warren Buffet(der Multi-Milliardär) hat kürzlich gesagt: "IN DER WELT HERRSCHT KRIEG ZWISCHEN ARM UND REICH UND WIR WERDEN IHN GEWINNEN"

    (Nachdem Ihre "Kirchenfürsten" ja auch nicht gerade zu den "Hungerleidern" zählen, war Warrens "Botschaft" im Bistumsblatt wohl nicht veröffentlicht ?!?!)
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