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Chinesische Begehrlichkeiten Osram vor Übernahme

Die gute alte Glühbirne hat ausgedient, auch beim Münchner Leuchtmittelhersteller Osram. Das traditionelle Lampengeschäft hat das Unternehmen bereits nach China verkauft. Jetzt könnte es den nächsten Schritt gehen. Seit kurzem ist bekannt, dass der chinesische Konzern San'an beim Münchner Leuchtmittel- und Halbleiterhersteller einsteigen will.

Von: Karsten Böhne

Stand: 16.10.2016

Anspruchsvolle Beleuchtungen, wie in der Sixtinischen Kapelle in Rom, das ist das Geschäft von Osram. Weg von der klassischen Glühbirne, hin zu LED-Leuchten. In den vergangenen Jahren hat sich Osram zu einem Hightech-Konzern gewandelt. Jetzt zeigt der chinesische Halbleiterkonzern San'an Interesse an dem Unternehmen. Wohl auch, weil dies der Zugang zu vielen Patenten sein könnte. Die Gewerkschaft ist alarmiert und fordert Zusagen.

"Wir wollen erstmal von einem potentiellen Investor, dass er Zugeständnisse macht, beispielweise zur Sicherung von Standort und Beschäftigung, dass das Unternehmen Osram eigenständig bleibt. Die Patente auch hier selber bleiben und dass wir ein erweitertes Mitbestimmungsgesetz bekommen, um das auch zu ermöglichen."

Jürgen Wechsler, IG Metall

Vorbild Kuka

Ein Vorbild ist dabei die Investorenvereinbarung bei Kuka. Hier wurde mit dem chinesischen Haushaltsgerätehersteller Midea vereinbart, dass Arbeitsplätze und Standorte bis Ende 2023 erhalten bleiben. Siemens-Chef Joe Kaeser will ähnlich wie der Osram-Betriebsrat bei einem Verkauf einen Kahlschlag verhindern.

"Wir sind an einer industriepolitischen Lösung interessiert, die auch die Standorte und Jobs in Deutschland sichert."

Joe Kaeser in der WirtschaftsWoche

Der Dax-Konzern hält noch 17,5 Prozent an seiner früheren Tochter Osram. Kaeser kritisierte, dass Osram eine Perspektive fehle. "Wer keine schlüssige Strategie für das Unternehmen hat, darf sich nicht wundern, wenn dann jemand anders kommt und eine Strategie macht", sagte der Siemens-Chef.

Mit Spannung blicken jetzt alle nach München. Osram wollte sich zu den aktuellen Verhandlungen mit den Chinesen nicht äußern.


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