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Facebook Animierte Bilder für noch mehr Daten

Neue Funktionen zur Foto- und Videobearbeitung sollen uns bewegen, noch mehr Bildmaterial bei Facebook zu posten. Das kann lustig sein - und bringt dem Konzern noch tiefere Einblicke ins Leben seiner Nutzer.

Von: Achim Killer

Stand: 22.04.2017

Facebook-Chef Mark Zuckerberg bei der F8-Konferenz 2017 | Bild: picture-alliance/dpa

F8: So heißt Facebooks Entwicklerkonferenz. Die war diese Woche in San José in Kalifornien. Um Augmented Reality ist es dabei gegangen, die erweiterte Realität. Facebook-Chef Mark Zuckerberg denkt dabei an die anrüchige Realität voller Windeln, erweitert um animierte, digitale Bildchen.

Banales wird lustig und informativ?

Ihren ganz gewöhnlichen Alltag sollen die Facebook-Nutzer filmen und fotografieren. Und damit das nicht zu langweilig wirkt, sollen sie die Filme und Fotos vor dem Hochladen digital bearbeiten. Dann würden sie lustig oder informativ. Derartiges machen wir täglich: Sport treiben, putzen, Wäsche waschen, Windeln wechseln. Diese Dinge sind wichtig für uns. Wir möchten uns gerne darüber austauschen. Aber wir bekommen kaum Gelegenheit dazu, weil sie nichts Besonderes sind.

Wir teilen solche Dinge nur mit anderen, wenn es etwas gibt, das sie lustig macht oder relevant für andere. Wie albern solche Effekte auch erscheinen mögen, sie sind wichtig, weil sie es ermöglichen, Dinge zu teilen, die den Alltag bestimmen.

Dampfende Kaffeetassen und Windeln

Ein digitales Dampfwölkchen kann also künftig bei Facebook-Videos darauf hinweisen, was sich in der Kaffeetasse befindet, und ein Stinke-Wölkchen auf das, was in der Windel ist. Das sind die lustigen und informativen Realitätserweiterungen, die Zuckerberg vorschweben. Das Problem dabei ist die ganz gewöhnliche Realität, die nämlich muss, um erweitert werden zu können, nicht nur abgefilmt, sondern erkannt werden - durch Facebook-Software.

Der Konzern verschafft sich so auch Zugriff auf jenen Teil des Privatlebens seiner Nutzer, die jene selbst bislang für zu langweilig gehalten haben, als dass sie ihre Facebook-Freunde und damit auch den Konzern hätten daran teilhaben lassen.


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