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Aufräumen in Österreich und Italien Münchner Bergsteiger stirbt bei Unwettern

Nach den heftigen Unwettern vom Wochenende hat sich in Österreich die Lage am Montag deutlich gebessert: So ist Großarl im Bundesland Salzburg wieder auf der Straße erreichbar. Im Zillertal wurde ein Bergsteiger aus München tot geborgen. Weitere Tote gab es in Norditalien.

Von: Peter Solfrank

Stand: 07.08.2017

Überschwemmungen und Murenabgänge haben in Österreich schwere Schäden verursacht | Bild: picture-alliance/dpa|Erwin Scheriau

Ein 57-jähriger Mann wurde am Montag tot aus einem Bachlauf im hinteren Zillertal geborgen. Der Münchner war am Sonntagnachmittag mit einem Begleiter von der Berliner Hütte abgestiegen.

Wegen der starken Regenfälle war der Foitenbach zu einem reißenden Fluß angeschwollen. Ein über den Bach gespanntes Drehatseil sollte helfen, die Passage zu bewältigen. Dennoch wurde der 57-jährige bei der Überquerung des Bachs von den Fluten mitgerissen.

Suchaktion musste zunächst abgebrochen werden

Noch am Sonntag wurde ein groß angelegte Suchaktion eingeleitet. Diese musste am Abend aber wegen der großen Gefahr durch Muren und Erdrutsche abgebrochen worden. Erst Montagvormittag entdeckten Suchmannschaften dann die Leiche des 57-jährigen.

Entspannung im Großarltal

Entspannt hat sich die Lage in den Unwettergebieten Österreichs erst in der Nacht zum Montag. So ist seit den frühen Morgenstunden eine Fahrbahn auf der Straße nach Großarl wieder offen: Die Feuerwehren hatten die ganze Nacht daran gearbeitet. Als die Straße um fünf Uhr geöffnet wurde, sei der Andrang sehr groß gewesen, hieß es.

"Es gab richtige Kolonnen."

Feuerwehrkommandant Josef Promegger, Großarl

Notfalllager eingerichtet

Bagger kämpfen gegen die Mure aus Schlamm und Geröll

Vor allem Pendler wollten ihre Arbeitsstellen pünktlich erreichen, sagte er. Das bei Urlaubern beliebte Tal im Bundesland Salzburg war besonders stark von Regen, Hagel und Schlammlawinen betroffen. Die Landstraße aus und in den Touristenort war durch eine Mure auf einer Länge von zwei Kilometern verschüttet. Viele Reisende, darunter auch Deutsche, saßen im Tal fest. Zwei Notfalllager wurden errichtet.

Katschbergstraße weiter gesperrt

Murenabgang im Salzburger Land

Nach Meldungen des ORF bleibt jedoch die Katschbergstraße weiter gesperrt. Die Straße sei mit 1.500 Kubikmetern Geröll und Schlamm verschüttet. Teilweise erreichten die Ablagerungen eine Höhe von drei Metern. Große Bereiche der Fahrbahn seien unterspült worden.

In einer Lawinengalerie der Katschberg Bundesstraße waren am Sonntagmorgen zwischen Untertauern (Pongau) und Tweng (Lungau) 50 Personen in Not geraten. Sie waren wegen einer Mure in ihren Fahrzeugen eingeschlossen. Feuerwehrleute aus Obertauern kämpften sich vor und befreiten die Reisenden. Es gibt keine Verletzten.

Auch Norditalien betroffen

Heftige Unwetter wüteten am Wochenende auch in Norditalien. Im Friaul und in den Dolomiten sind vier Menschen ums Leben gekommen - sie wurden von Bäumen erschlagen und vom Blitz getroffen. Eine Frau starb im Dolomiten-Ort Cortina d'Ampezzo, weil Geröllmassen ihr Auto verschütteten. In Oberösterreich starb ein 77-Jähriger bei einem Spaziergang an einem Blitzschlag.


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Barbara, Montag, 07.August, 19:42 Uhr

3. Wenn die Bevölkerungs-Explosion so weitergeht, immer mehr Resorcen verbraucht

und immer mehr Naturflächen zugebaut werden usw., dann ist es kein Wunder, daß das Klima Kapriolen schlägt! Vor 50 Jahren hatte Deutschland nur halb so viele Einwohner wie heute! Europa hat eine halbe Milliarde Menschen! Die Straßen sind zum Bersten voll! Wo soll das noch hinführen?

  • Antwort von Christian, Montag, 07.August, 20:48 Uhr

    @Barbara

    >>
    Vor 50 Jahren hatte Deutschland nur halb so viele Einwohner wie heute!
    >>

    wenn ich diese Webseite beim Statistischen Bundesamt ansehe, dann stimmt obige Aussage wohl nicht:

    (Anm. d. Redaktion: bitte fügen sie keine Links zu den Kommentaren)

    Gruß,
    Christian Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
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Klaus, Montag, 07.August, 13:37 Uhr

2. Eigeninitiative stoppt den Klimawandel - nicht auf Politik + Industrie warten

Und wieder mal eine der jetzt immer öfter erscheinenden Meldungen über Starkregen, Überschwemmungen, usw.
Wann wacht der Mensch endlich auf und realisiert, daß der Klimawandel vor unserer Türe in vollem Gange ist
und MACHT SELBER ETWAS DAGEGEN, statt immer auf Politiker und Autoindustrie zu warten.

z.B. mit Urlaub zu Hause mit dem Fahrrad und das Auto einfach stehen lassen (keine stressigen Staus) und keine CO2-lastigen Flugreisen buchen.
Auf dem Grill mal Gemüse grillen statt Billig-Steak vom Aldi für 1,99€.
Bio-Qualität (am besten Demeter) kaufen statt konventionelle Billig-Lebensmittel.
Ins Büro radeln (kostenloser Sport), statt mit dem Auto fahren.
......usw.

Jeder einzelne von uns kann aktiv dazu beitragen, daß solche Unwetter-Nachrichten nicht noch mehr zunehmen.

Ich mache Urlaub zu Hause, fahre 95% Fahrrad, und kaufe Bio. Wo ein Wille, da ein Weg!

Liebe ist der Wunsch,
etwas zu geben,
nicht zu erhalten.

Bertolt Brecht

  • Antwort von Werner Albrecht, Montag, 07.August, 21:04 Uhr

    Wenn man im Internet einmal unter Flightradar 24 klickt, dann kann man erahnen, was diese Kerosin-Bomber täglich!!! auf unserer Erde (bzw. in der Atmosphäre) hinterlassen. Als saurer Regen kommt das natürlich wieder zum großen Teil auf unsere Felder zurück. Von wegen BIO. Täglich sind Tausende Jets rund um die Welt unterwegs. Jedes (Urlauber)-Flugzeug braucht alleine beim Start schon soviel Treibstoff wie ein KFZ in einem Jahr. Darüber sollten wir nachdenken.

    Werner aus N.

  • Antwort von Petra, Montag, 07.August, 22:19 Uhr

    Trotzdem ist Bio besser als Konventionell, weil bei Bio Gifte und Pestizide vermieden werden, was die Artenvielfalt erhält (z.b. Bienen zur Bestäubung). Mit Pestiziden wird doch komplett alles abgetötet, auch das Nützliche und die Pestizide gelangen am Schluß wie Nitrate ins Grundwasser. Bei Bio geht es auch den Tieren besser, wenn alle Bio-Regeln eingehalten werden.
    Und bei Flugreisen fasse sich jeder bei der eigenen Nase. Ich bin schon seit über 20 Jahren in kein Flugzeug mehr gestiegen aus Klimaschutz-Gründen
    und das wird auch so bleiben, solange Flugzeuge solche derartigen Luftverschmutzer sind.
    Jeder fange bei sich selber an, etwas für unsere Welt zu verbessern und suche nicht ständig nach Ausreden...

H.L., Montag, 07.August, 13:01 Uhr

1. Unwetter

Warum muss ich automatisch an D.Trump denken, den Leugner des Klimawandels. Vielleicht sollte man ihn mal mit den derzeitigen Dokus konfrontieren. Doch er würde es wohl nach wie vor in Abrede stellen. Einfache Gemüter ( meine Meinung ) sind eben schwer zu überzeugen, nicht nur bei diesem Thema.