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Vor der Präsidentenwahl Ein gespaltenes Österreich

Noch nie war das Nachbarland so zweigeteilt wie bei der Bundespräsidenten-Wahl am Sonntag. Und egal wer gewinnt, eines ist klar, die erste Aufgabe des Siegers wird sein, das Land wieder zu einen. Die Wahl aus den Augen einer Österreicherin.

Von: Laura Weingrill

Stand: 02.12.2016

Norbert Hofer und Alexander van der Bellen | Bild: picture-alliance/dpa

Eigentlich könnten die beiden Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl von 2016 in Österreich nicht unterschiedlicher sein. Alexander Van der Bellen (Grüne) gilt vor allem als Favorit der österreichischen Jugend, denen Weltoffenheit und eine Zukunft in internationaler Kooperation am Herzen liegt. Die gesamte Elite der Universitäten hat er hinter sich. Norbert Hofer (FPÖ) vertritt wiederum genau die Meinung der Wutbürger, die im Moment ganz oben auf sind. Da scheint es nicht überraschend, dass auch in den letzten Umfragen die Ergebnisse nicht enger sein könnten. Es bleibt also bis zuletzt offen, wer nun letztendlich als Gewinner aus diesem Wahlkampf schreiten wird.

Österreichs Antwort auf Trump

Während Van der Bellen mit einer bis heute andauernden langen Politikkarriere von 19 Jahren glänzen kann, wirkt sein Gegner mit einem Alter von 45 Jahren beinahe jugendlich. Oft wird VdB, wie er zumeist genannt wird, in den Medien als Kommunist bezeichnet, dagegen wird Hofer aufgrund seiner oft rechtspopulistischen Aussagen gegen Islamisten und die Gleichstellung von Homosexuellen als Österreichs Antwort auf Trump gehandelt.

Hofer steht für das Land Österreich und will sich zuallererst um dessen Wirtschaft und Infrastruktur kümmern. Van der Bellen dagegen ist besonders ein gemeinsames, starkes Europa wichtig und die Zusammenarbeit Österreichs mit den verschiedenen Ländern der EU. Ein Öxit, also ein österreichischer Austritt aus der EU, kommt für ihn nicht in Frage. Für Hofer steht er dann auf dem Plan, falls die Türkei doch der EU beitreten sollte. Und ganz nach der „Grünen Natur“ steht Van der Bellen für eine offene Flüchtlingspolitik, wogegen sein Konkurrent aus der FPÖ Merkels Einwanderungspolitik kritisiert und sich für striktere Kontrollen einsetzen will.

Spannend bis zum Schluss

Aber bei all den Unterschieden haben die Kandidaten trotz allem Punkte in ihrem Programm, die sich gleichen. Zum Beispiel sind beide starke Gegner des Transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP und wollen Österreich und dessen Bürger so gut wie möglich vertreten und an der Sozialpolitik arbeiten. Allen Österreichern eine sichere und gute Zukunft zu bieten steht für beide ganz oben auf der To-Do-Liste.

Eigentlich hatte Van der Bellen ja schon im Mai die Wahl gewonnen. Nach einer Wahlanfechtung durch den Zustellungsbevollmächtigten des Kandidaten Hofer mit der Begründung es hätte bei der Auszählung der Briefwahlstimmen Unregelmäßigkeiten gegeben, dem der Verfassungsgerichtshof zustimmte, muss nun die Wahl in ganz Österreich wiederholt werden. Ob kommende Woche derselbe Gewinner auf die Bühne treten wird wie beim ersten Mal ist laut Umfragen völlig offen.


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Kommentare

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William, Samstag, 03.Dezember, 07:02 Uhr

2. Pro Multikulti oder contra Multikulti

das ist die Frage unserer Zeit.

Truderinger, Freitag, 02.Dezember, 14:22 Uhr

1. Na hearsd,

da Bertl werd des scho macha!