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Energie-Tabelle der Bundesligisten Hoffenheim ist Ökostrom-Meister

Die TSG Hoffenheim, Werder Bremen und Borussia Dortmund sind bundesweit führend bei Nutzung und Erzeugung erneuerbarer Energien. Bei den Vereinen aus Bayern ist hier noch viel Luft nach oben. Das zeigt die Erhebung der Grünen, die dem BR vorliegt.

Von: Arne Meyer-Fünffinger

Stand: 19.05.2017

Rhein-Neckar-Stadion | Bild: picture-alliance/dpa

In der Liga ist der FC Bayern München seit Jahren das Maß aller Dinge. Den fünften Meistertitel in Folge haben sich die Bayern schon vor dem morgigen Saisonfinale gesichert. In der Erneuerbare-Energien-Bundesligatabelle hinkt der Ligaprimus hinterher und landet nur auf dem siebten Platz.

Luft nach oben bei den Bayern

Die Erneuerbare-Energien-Bundesligatabelle

Zwar verfügt das Trainingszentrum des Vereins über eine eigene Photovoltaikanlage. Und mit einer Stromerzeugung von rund 31.000 Kilowattstunden pro Jahr leistet der Verein auch etwas mehr als die dahinterliegende Konkurrenz; seinen restlichen Strombedarf deckt der Verein aber nur zu 30 Prozent aus erneuerbaren Energien. „Da hat der FC noch Luft nach oben“, so die Grünen.

Das Büro des Grünen-Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer hat allen 18 Clubs der Fußball-Bundesliga in den vergangenen Wochen einen Fragenkatalog geschickt. Es wollte unter anderem wissen: Gibt es auf dem Stadion-Dach oder auf dem Trainingsgelände eine Solarstrom-Anlage? Wie energie-effizient sind die Vereinsgebäude? Existieren Verträge mit Ökostrom-Produzenten? Die Antworten wurden ausgewertet und nach unterschiedlicher Gewichtung Punkte vergeben.

Hoffenheim Meister - Darmstadt, Leverkusen und Schalke ganz hinten

Deutscher Meister kann sich diesmal die TSG Hoffenheim nennen – zum Beispiel wegen der Photovoltaikanlagen auf vier Vereinsgebäuden, die jährlich über eine Million Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Außerdem nutzt der Klub Elektroautos. Auf den Plätzen zwei und drei folgen in der „Erneuerbaren-Energien-Bundesligatabelle“ Werder Bremen und Borussia Dortmund, die jeweils mit einer eigenen Solaranlage Strom erzeugen. Für wenig vorbildlich halten die Grünen im Gegensatz dazu die Klubs aus Darmstadt, Leverkusen und Schalke; sie haben allesamt keine eigenen EEG-Anlagen installiert.

Clubs aus Bayern mit viel Luft nach oben

Anders als im "echten Leben" hat es Ingolstadt mit Rang elf ins gesicherte Mittelfeld geschafft – unter anderem wegen installierter stromsparender LED-Leuchten. Der FC Augsburg landet - wie in der Liga - auf Platz 14. Die Schwaben haben zwar keine eigene Solaranlage, aber das erste CO2-neutrale Fußball-Stadion der Welt gebaut. „Durch den klimaneutralen Betrieb der Arena kann eine Belastung von mehr als 750 Tonnen CO2 pro Jahr gespart werden“, so die Grünen. Fraktionsvize Oliver Krischer bewertete das Gesamtergebnis positiv: „Es tut sich was beim Fußball. Bei unserer letzten Umfrage hatten zehn Vereine eine Photovoltaikanlage installiert, in diesem Jahr sind es 12 plus einer geplanten.“

Erste Erhebung 2015

Bei der ersten Erhebung dieser Art im Jahr 2015 hatte Bremen noch ganz vorne gelegen. Das Dach des Weser-Stadions ist mit rund 200.000 Solarzellen ausgestattet. Augsburg lag damals auf Platz 10, direkt dahinter der FC Bayern. Auf den Plätzen 16, 17 und 18 landeten damals Hertha BSC Berlin, Bayer 04 Leverkusen und Hannover 96. Die Niedersachsen erwischte es 2016 tatsächlich – sie stiegen ab in die 2. Fußball-Bundesliga.


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Hans, Freitag, 19.Mai, 20:37 Uhr

1.

Autonome Stromversorgung habe ich mir auch schon überlegt. Das Problem ist das Speichern, der Batterietausch und dann auch die Zeit bis sich das ganze rechnet. Grundsätzlich auf Ökostrom zu setzen sollte aufgrund der heutigen Marktvielfalt von Anbietern kein Thema mehr sein. Schnelle Ergebnisse erzielt man durch Reduzierung des Eigenverbrauchs, schrittweises Umrüsten von Elektro- und Elektronikgeräte mit entsprechender Energieeffizienz, Umwälz- und Zirkulationspumpen sowie Beleuchtung.