Oberpfalz

Regensburger Bischof vereidigt Voderholzer will auf alle Menschen zugehen

Zwei Wochen vor seiner Amtseinführung als neuer Bischof von Regensburg ist Rudolf Voderholzer am Freitag von Ministerpräsident Seehofer in München vereidigt worden. Voderholzer kündigte an, er werde auf alle Menschen zugehen.

Stand: 12.01.2013

Der 53 Jahre alte Theologieprofessor leistete im Prinz-Carl-Palais den Treueeid auf Deutschland und Bayern. Der Schwur ist in den Konkordatsverträgen zwischen dem Freistaat und dem Vatikan festgelegt. Voderholzer soll am 26. Januar zum 78. Bischof von Regensburg geweiht werden.

Er wolle nicht nur der katholischen Kirche dienen, erklärte der Theologie bei der Zeremonie. Er suche das Gespräch mit allen Menschen - unabhängig von ihrer Konfessions- und Religionszugehörigkeit. Zudem versprach er, politische Verantwortung zu tragen, etwa bei Fragen nach Gerechtigkeit. Die von der Verfassung garantierte Religionsfreiheit ist für den 53-Jährigen unverzichtbar. Auch die Kirche habe die Freiheit der Religionsausübung zu achten und dürfe nicht versuchen, "den Glauben der Kirche für alle verbindlich zu machen". Allerdings dürfe auch der Staat seinen Bürgern nicht Religion, Glauben und ein bestimmtes religiös geprägtes Rechtssystem vorschreiben.

"Ich werde als Bischof Ihr Partner sein, wenn es darum geht, sich für Gerechtigkeit einzusetzen und dem Wohl der Menschen in diesem Lande zu dienen."

Rudolf Voderholzers Versprechen an Horst Seehofer

"Sie sind Hirte und Brückenbauer"

Ministerpräsident Seehofer sicherte dem Kirchenmann, der gebürtiger Münchner ist, seine Unterstützung zu. "Als Bischof sind Sie Hirte und Brückenbauer zugleich", erklärte Seehofer. "Sie verstehen die Menschen in unserem Land." Mit Voderholzer komme "ein waschechter Bayer in seine Heimat zurück", der "die Sorgen und Nöte" sowie die "Bräuche und Traditionen" kenne, lobte Seehofer.

Treueeid im Wortlaut:

Unter Blitzlichtgewitter legte der künftige Bischof vor Ministerpräsident Seehofer den Treueeid ab.

"Vor Gott und auf die heiligen Evangelien verspreche ich, so wie es einem Bischof geziemt, der Bundesrepublik Deutschland und dem Freistaat Bayern Treue. Ich schwöre und verspreche, die verfassungsmäßig gebildete Regierung zu achten und von meinem Klerus achten zu lassen. In der pflichtgemäßen Sorge um das Wohl und das Interesse des deutschen Staatswesens werde ich in Ausübung des mir übertragenen geistlichen Amtes jeden Schaden zu verhüten trachten, der es bedrohen könnte."

Leiter des "Institut Papst Benedikt XVI."

Voderholzers Weihe im Regensburger Dom wird der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, vollziehen. Teilnehmen sollen zudem Voderholzers Vorgänger Kurienerzbischof Gerhard Ludwig Müller sowie der Bischof von Pilsen, Frantisek Radkovský.

Papst Benedikt XVI. hat den Theologen am 6. Dezember zum Nachfolger von Bischof Müller ernannt, der im Sommer zum obersten Glaubenshüter in den Vatikan berufen wurde. Voderholzer ist gebürtiger Münchner und lehrt Dogmatik an der Universität Trier. Er leitet außerdem das "Institut Papst Benedikt XVI." in Regensburg, das die Herausgabe des theologischen Gesamtwerks von Joseph Ratzinger betreut. Im Bistum Regensburg leben rund 1,2 Millionen Katholiken.

Das ist Rudolf Voderholzer

Rudolf Voderholzer ist mit 53 Jahren der jüngste Bischof Bayerns. Er wurde in München geboren und studierte nach dem Abitur am Dante-Gymnasium Theologie an der Universität München. 1987 wurde er zum Priester geweiht und arbeitete dann als Kaplan in Traunreut, Haar und Zorneding. Ab 1992 war er wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Dogmatik der Universität München. 2005 wurde er auf den Lehrstuhl für Dogmatik an der Universität Trier berufen. Außerdem war er im Weinort Kasel an der Ruwer als Seelsorger tätig. 2008 berief ihn Müller zum Direktor des Instituts Benedikt XVI. in Regensburg, das das Leben des heutigen Papstes erforscht.


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